Ehe sich das Buchwesen in einem größeren Masstab zu entwickeln begann, war der Zusammenschluss zu Zünften, wie im Spätmittelalters üblich, schon im wesentlichen zum Abschluss gelangt.
Daher dauerte der Prozess der Eingliederung des Buchbindewesens in die Zünfte etwas länger, zumal die Grenzen der einzelnen Buchgewerbe nicht scharf genug getrennt werden konnten. Solange die Arbeitsteilung im Buchgewerbe aber nicht feststand, so lange weigerten sich die Städte, das noch freie und ungeschützte Gewerbe in ein gebundenes und bevorrechtigtes umzuwandeln.
In diesen Auseinandersetzungen geriet der Buchbinder zeitweise in Gefahr, zum Lohnabhängigen des Verlegers oder Druckers zu werden, die fertig gebundene Bücher auf den Markt bringen wollten.
Waren die Buchbinder vorher gegebenenfalls in andere Gilden eingegliedert, wie zum Beispiel in Paris und London ( zusammen mit den Händlern, Schreibern und Illuminatoren) so vollzog sich die Entwicklung des Buchbinders zu einem zünftigen Beruf im 16. Jahrhundert. Oft genug ging dabei die Initiative von den Handwerkern selbst aus. Diese wollten ihre gewerbliche Eigenverwaltung erhalten, gegen wirtschaftliche Konkurrenz vorgehen, und hatten Sorge, als unzünftiges Handwerk nicht genug Gesellen zu erhalten.
Ab Mitte des 16. Jahrhunderts werden die Buchbinderzünfte im deutschsprachigen Raum häufiger und im Laufe des 17. Jahrhunderts sind schließlich fast alle Buchbinder zünftig eingebunden.




