Archiv für die Kategorie ‘Geschichte’

Auf dem Weg zur Schrift: Höhlenmalerei

Dienstag, 28. Juni 2011

Bereits 50.000 vor Christus bemalten Menschen die Wände ihrer Höhlen und lieferten somit der Nachwelt Zeugnis ihrer Gegenwart. Im Mittelpunkt dieser Zeichnungen, und wohl auch im Alltag der Künstler, stand meist die Beziehung zwischen Mensch und Tier, sprich zwischen Jäger und Gejagtem. Vor allem Pferde und Büffel fanden häufig den Weg auf die Wand. Neben diesen bildhaften Darstellungen sind immer wieder unbestimmte Zeichen und Linien zu finden, welche vermutlich schon damals die Aussage der Zeichnung unterstützen sollten. Bis heute ist deren genaue Bedeutung jedoch noch nicht entschlüsselt, was zur Folge hat, dass die Zeichnungen nicht eindeutig  als Kommunikationsmittel verstanden werden können.

Gefunden wurden die Höhlenmalereien sowohl in Europa, als auch in Afrika und auf anderen Kontinenten. Die meisten Malereien Europas wurden in Frankreich (150 Fundorte) entdeckt, außerdem gibt es 128 Fundorte in Spanien und 21 Fundorte in Italien.

Die deutsche Pressegeschichte: Nachkriegszeit bis heute

Dienstag, 24. Mai 2011

Nach Ende des 2. Weltkriegs muss auch bezüglich der Entwicklung des deutschen Pressemarkts zwischen Ost- und Westdeutschland unterschieden werden. Bereits 1946 war es im Westen Deutschlands der Presse gestattet, sich über die Besatzungsmächte und deren politischen Bestrebungen zu äußern. Auch beschränkten sich fortan die Nachrichten nicht mehr nur auf binnenländische Ereignisse, da die Aufnahme von Nachrichten der Auslandspresse, sowie das Berichten über internationale Geschehnisse wieder erlaubt war. Schließlich wurde 1949  die Pressefreiheit in Artikel 5 des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland verankert und manifestiert.

Anders als in der Bundesrepublik kam es jedoch in der DDR, denn hier übernahm die SED die Kontrolle über den Pressemarkt. Zeitungen aus dem Westen und aus dem Ausland wurden nicht, oder nur bedingt akzeptiert und waren für den Bürger im Osten in der Regel nicht zugänglich. Die Kontrolle der SED fand erst mit der Öffnung der innerdeutschen Grenze ein Ende, welche durch die Berichterstattung des Politbüromitgliedes Günter Schabowski beschleunigt wurde.

Die deutsche Pressegeschichte: Zwischen den Kriegen und 2. Weltkrieg

Dienstag, 26. April 2011

Nach Ende des 1. Weltkrieges kam es zu einem erneuten Aufschwung des deutschen Pressemarkts. 1932 gab es 4702 verschiedene Zeitungen mit einer Gesamtauflage von ca. 25 Millionen Exemplaren. In etwa die Hälfte dieser wurden von Parteien gefördert, bzw. in Auftrag gegeben.

Der 2. Weltkrieg hatte erhebliche Auswirkungen auf die deutsche Presse, den was, wann und wo erscheinen konnte, wurde allein vom Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda entschieden.  Hierzu wurden täglich Pressekonferenzen einberufen, die das Ziel der Gleichschaltung von Journalisten und deren Verleger verfolgten.

Anders als nach dem 1. Weltkriege war das Ende des 2. Weltkrieges nicht gleichzusetzen mit der Einräumung der Pressefreiheit. Ab 1945 bekam nur noch derjenige eine Lizenz zur Gründung eines neuen Zeitungswesens, der bisher keine negativen Auffälligkeiten bezüglich des politischen Engagements  aufzuweisen  hatte. Die Verteilung dieser Lizenzen stellte eine wesentliche Aufgabe des Alliierten Kontrollrats dar, dessen strenges Regime eine Verringerung auf 977 Zeitungen zur Folge hatte.

Die deutsche Pressegeschichte: 19. Jahrhundert bis zum 1. Weltkrieg

Donnerstag, 14. April 2011

Die gewonnene Pressefreiheit beflügelte den Zeitungsmarkt des 19. Jahrhunderts, sodass das Medium eine Entwicklung zur Massenpresse vollzog. Hierbei etablierte sich hauptsächlich die Partei- und Gesinnungspresse, welche eine Auflage im fünfstelligen Bereich erreichen konnte.

Mit dem Beginn des 1. Weltkrieges kam es in puncto Pressefreiheit zu einem großen Rückschritt, da die Presse, aus strategisch militärischen Gründen erneut stark zensiert wurde. Eine freie Meinungsäußerung war somit, wie bereits im frühen 18. Jahrhundert, nicht mehr möglich. Gleich nach Ende des Krieges, genauer 1919, wurde dieser kurzen, wenn auch sehr effektiven Phase der Einschränkung, mittels der Aufnahme der Pressefreiheit in den Grundrechtskatalog der Weimarer Verfassung, ein Ende gesetzt.

Die deutsche Pressegeschichte: 18. Jahrhundert

Dienstag, 05. April 2011

Anfang des 18. Jahrhunderts konnte das Medium Zeitung, und somit auch die Presse, an Bedeutung gewinnen. Der „Hamburgische Unpartheyische Correspondent“ kann sich mit einer Auflage von 30.000 Exemplaren die wichtigste Zeitung Deutschlands nennen. Im Mittelpunkt der Berichterstattung standen nun nicht mehr militärische und politische Ereignisse, sondern die reine Unterhaltung, da die Artikel streng durch staatliche Instanzen kontrolliert und zensiert wurden.

1848 beschloss die Nationalversammlung in der Frankfurter Paulskirche erstmals das Grundrecht auf Pressefreiheit. Dieses wurde jedoch erst 1874 im Reichspressegesetz fest verankert und besagt, dass die Zensur der Presse widerrechtlich ist.

Die deutsche Pressegeschichte: 15. bis 17. Jahrhundert

Mittwoch, 16. März 2011

Im Jahre 1450 gelang es Johannes Gutenberg mit der Erfindung des Buchdrucks einen entscheidenden Grundstein für die Verbreitung des geschriebenen Wortes  zu legen. Allerdings konnte nun trotzdem nicht jeder seine Ansichten und Interessen willkürlich verbreiten, da weder Staat noch Kirche auf eine Zensur der Texte und Druckerzeugnisse verzichten wollten.

Mit der Erscheinung der ersten Zeitung namens „Relation“ in Straßburg war ein neues Medium geschaffen, welches schnelle Nachahmung in anderen Städten wie Basel (1610), Berlin (1617), London (1621) und Paris (1627) fand.

Die Zeitung konnte sich sehr schnell verbreiten, sodass im Laufe des 17. Jahrhunderts bereits mehr als 200 Zeitungsunternehmen mit einer durchschnittlichen Auflage von 300 Exemplaren gegründet wurden. Hierbei ist allerdings zu beachten, dass diese, trotz der geringen Auflage, eine große Masse erreichen konnten. Dieses Phänomen kann mit der Tradition des Vorlesens auf öffentlichen Plätzen, oder innerhalb des Familienkreises, erklärt werden.

Berlin als Hauptstadt der Bücher

Dienstag, 08. März 2011

Mit der Reichsgründung 1871 und der Proklamation Berlins zur Hauptstadt, zogen nach und nach auch ein Großteil der Verlage, Journalisten und Autoren von Leipzig nach Berlin. Gründe hierfür waren, neben infrastrukturellen Gegebenheiten, auch die neugeschaffene kulturelle und kreative Atmosphäre der Hauptstadt.  Bereits wenige Jahre später, nämlich 1885, konnte Berlin seinen Konkurrenten Leipzig mit 2743 Neuerscheinungen, im Gegensatz zu 2664 neuen Titeln in Leipzig, im Schatten stehen lassen.

Allerdings konnte sich Berlin nicht lange an der Spitze des deutschen Verlagswesens halten, denn der 2. Weltkrieg hatte eine unvorstellbare Zerstörung der Berliner Kulturlandschaft zur Folge. Auch anschließend konnte sich das Berliner Verlagswesen nicht erholen, da die Teilung in Ost und West zu einer Dezentralisierung des Buch- und Pressemarktes führte. Ausschlaggebend hierfür war die neue Orientierung an sozialen Aspekten zur Wahl des Verlagsstandortes. Im Mittelpunkt standen nun also nicht mehr infrastrukturelle, sondern persönliche Argumente.

Ab Ende der 60 iger Jahre zog es nun doch wieder viele Unternehmensgründer in die Stadt an der Spree zurück, sodass der Buchmarkt durch zahlreiche neue, kleine und bisher oft namenlose Verlage geprägt wurde. Mit diesen Kleinverlagen kündigte sich ein erneuter Aufschwung des Verlagswesens an, welcher jedoch erst mit dem Fall der Mauer und einem gleichzeitig veränderten Image der Stadt richtig ins Rollen gelangen konnte, um bis heute anzuhalten. War Berlin 1991 bezüglich der jährlichen Neuerscheinungen noch hinter München, Frankfurt am Main und Stuttgart ansässig,  konnte die Hauptstadt die anderen bereits 15 Jahre später (2006) überholen und sogar hinter sich zurück gelassen. Mittlerweile werden in Berlin 14% der jährlichen Neuerscheinungen produziert.

 

Eisengallustinte

Mittwoch, 23. Februar 2011

Eisengallustinte ist die wohl am häufigsten verwendete Schreibflüssigkeit des Mittelalters und der frühen Neuzeit. Die erste Beschreibung ihrer Herstellung von Philo von Byzanz stammt schon aus dem 3. Jahrhundert vor Christus. Aus dem arabischen Raum wurde die Eisengallustinte wahrscheinlich von Juden Mitte des 1. Jahrhunderts nach Mitteleuropa eingeführt, wo sie sich sehr schnell durchsetzte. Erst mit der Entwicklung der modernen Farbstoffchemie seit dem 19. Jahrhundert wurde sie langsam verdrängt.
Zur Herstellung der Tinte sind im Mittelalter eine Vielzahl von Rezepten überliefert. Hauptbestandteile der meisten Rezepte sind neben Galläpfeln, Vitriol und Wasser auch Gummi arabicum, Alaun, Zucker und Wein.

Die Eisengallustinte zeichnet sich durch ihre schöne tiefschwarze Färbung und Wasserfestigkeit aus. Allerdings ist sie nicht lichtstabil und verursacht durch Bildung von Schwefelsäure den gefürchteten Tintenfraß in Handschriften.

Bürgerliche Buchbinder im 12./13. Jahrhundert

Freitag, 21. Januar 2011

Ende des 12., Anfang des 13. Jahrhunderts lassen sich historisch die ersten bürgerlichen Buchbinder nachweisen. Dabei konnten sie sich jedoch nur in den großen Universitäts- und Handelsstädten halten. In kleineren Städten war die Alphabetisierung kaum fortgeschritten, sodass es dort für sie nur selten Arbeit gab. Die sich in den Universitätsstädten entwickelnde Handschriftenherstellung brachte aber in der Regel aber ebenfalls zu wenig Arbeitsmöglichkeiten mit sich, so dass sich der Beruf des fahrende Buchbinders entwickelte und in dieser Zeit zu einer festen Einrichtung im Handwerk wurde.

Die Buchbinderei im Kloster

Dienstag, 18. Januar 2011

Der Buchbinder als Beruf so alt wie das Buch selber. Als selbständiges Gewerbe war die Buchbinderei allerdings erst im Spätmittelalter anzutreffen, was vor allem mit der noch nicht vollzogenen Alphabetisierung von großen Teilen der Bevölkerung zusammen hing.
In der Zeit davor wurde die Buchbinderei, wie auch fast das gesamte Buch- und Schriftwesen, in den Klöstern betrieben. In so genannten Klosterbuchbindereien arbeiteten die ersten hauptberuflichen Buchbindermönche. Sie betrieben ihr Handwerk nicht nur für sich selbst, auch für Außenstehende nahmen sie Auftragsarbeiten an. Nur in grösseren Klöstern war die Menge der Manuskripte ausreichend, um zu einer Spezialisierung zu führen. Normalerweise war der Schreiber eines Buches auch sein eigener Buchbinder, der sich sein Wissen und seine Fähigkeiten hierzu selbstständig erwerben musste.