Archiv für die Kategorie ‘Allgemein’

Mikro- und Makrotypografie

Montag, 29. November 2010

Die Mikrotypografie oder Detailtypografie (griechisch „der kleine, geringe, feine“) ist die Gestaltung der Feinheiten des Schriftsatzes, wie Schriftart, Kapitälchen, Ligaturen und Zeichenabstände.

Die Makrotypografie ist heute auch unter dem Begriff Layout bekannt. Sie beinhaltet die Gesamtgestaltung einer Druckseite, mit Seitenformat, Schriftgröße, Zeilenabstand und auch der Platzierung von Bildern im Text.

Die Pop-Up Bücher des Vojtech Kubasta

Montag, 15. November 2010

Der tschechische Buchkünstler Vojtech Kubasta (1914 – 1992) hat sich in mehr als drei Jahrzehnten um das Genre der Pop-up-Bücher verdient gemacht.

In Wien geboren, verbrachte er sein gesamtes Leben in der tschechischen Hauptstadt Prag.
Ab 1938 studierte er dort Ingenieurswesen und Architektur.  1941 übernahm er eine Lehrtätigkeit für Gebrauchsgraphik und während der deutschen Besatzung fand er eine Anstellung als Formgestalter für Kunststoffprodukte. Darüber hinaus war Kubasta schon damals erfolgreich als Buchgestalter und Illustrator tätig.

Mit der grimmschen Geschichte »Rotkäppchen« erschien 1956 sein erstes Pop-up-Buch und innerhalb weniger Jahre folgten unzählige weitere. Seine Bücher waren hauptsächlich für den Export bestimmt und fanden in hohen Auflagen in aller Welt Verbreitung.

Die Bezeichnung »pop up« [engl. (plötzlich) auftauchen, sich aufstellen] hat sich auch hierzulande etabliert und beschreibt anschaulich den Charakter dieser besonderen Buchform, bei der sich ein Bildelemt in der Mitte der Seite aus dem Gesamtbild erhebt. Ihre Faszination besteht in der wiederholbaren mechanischen Wandlung eines Buches in eine räumliche Inszenierung.

Kubasta schuf über einhundert solcher Pop-up-Meisterwerke in
verschiedenen Formaten und Techniken.

Literaturnobelpreis 2010

Sonntag, 17. Oktober 2010

Mario Vargas Llosa wurde mit dem Nobelpreis für Literatur 2010 ausgezeichnet. Wie die schwedische Akademie bekannt gab, erhalte er die Auszeichnung für seine „Kartographie der Machtstrukturen und seine scharfen Bilder des Widerstands, der Revolte und der Niederlage des Einzelnen“.
Vargas Llosa, geboren am 28. März 1936 in Südperu, wuchs in Bolivien, Nordperu und Lima auf. In Lima und Madrid studierte er Geistes- und Rechtswissenschaften und veröffentlichte in dieser Zeit erste Erzählungen.

Mario Vargas Llosa wurde in Deutschland in den sechziger Jahren einem kleinen Publikum erstmals mit seinem Werk „Die Stadt und die Hunde“ bekannt.

Zitate rund ums Buch

Sonntag, 26. September 2010

“Die nützlichsten Bücher sind die, die den Leser anregen, sie zu ergänzen.”- Voltaire

“Ein Buch, wenn es so zugeklappt daliegt, ist ein gebundenes, schlafendes, harmloses Tierchen, welches keinem was zuleide tut. Wer es nicht aufweckte den gähnt es nicht an- wer ihm die Nase nicht grad zwischen die Kiefern steckt, den beißt’s auch nicht.” – Wilhelm Busch

“Es gibt kein unmoralisches Buch. Bücher sind gut geschrieben oder schlecht geschrieben. Das ist alles.” -Oscar Wilde

Es ist mit dem Lesen wie mit jedem anderen Genusse: er wird stets desto tiefer und nachhaltiger sein, je inniger und liebevoller wir uns ihm hingeben. Man muß seine Bücher als Freunde und Lieblinge behandeln, jedes in seiner Eigenart schätzen und nichts von ihm verlangen, was dieser Eigenart fremd ist.” – Hermann Hesse

Faksimiles auf IPhone und IPad

Montag, 20. September 2010

Die Staatsbibliothek München passt sich der neuen Technik an und veröffentlicht demnächst 52 Drucke, die sich dann via App auf IPhone und IPad angesehen und gelesen werden können.

Die Anwendung „Famous books – Treasures of the Bavarian State Library“ kann kostenlos im App- Store auf das eigene Gerät heruntergeladen werden. Unter den online verfügbaren Werken finden sich neben der Bibel des Buchdruck-Pioniers Johannes Gutenberg aus dem 15. Jahrhundert auch Wolfram von Eschenbachs „Parzival“ und  das „Nibelungenlied“. Alle Werke könnten komplett digital gelesen werden.

Der Litografiestein

Freitag, 13. August 2010

Jedes Druckverfahren benötigt eine Vorlage, also ein Medium, das die zu druckenden Texte, Zeichnungen und Bilder enthält. Beim Steindruck wird dazu der Lithografiestein eingesetzt. Im Handel werden Lithografiesteine in unterschiedlichen Stärken zwischen 5 und 10 cm dick angeboten; die ergiebigsten Vorkommen werden außerhalb Deutschlands bis heute in Frankreich bei Dijon und in Solothurn in der Schweiz abgebaut. In Deutschland kommen vergleichbare Qualitäten nur im Altmühltal vor. Solnhofer Plattenkalk aus den Steinbrüchen gilt bis heute als das weltweit beste Material für lithografische Druckplatten. Das Qualitätsmerkmal eines Steins ist sein Farbton. Ein gelber Stein ist von minderwertiger Qualität, der viel Wasser aufgrund seiner molekular offenen Struktur aufnehmen kann und keinen guten Druck zulässt. Ein grauer Stein dagegen ist von dichterer Struktur und liefert bessere Druckergebnisse. Der beste Stein zum Drucken jedoch hat eine graublaue Färbung und kommt ausschließlich Solnhofen vor.


Der Lithografiestein wird vor dem Gebrauch zunächst immer geschliffen. Oft handelt es sich auch um gebrauchte Steine und das alte Druckbild muss abgeschliffen werden. Je nach der vorgesehenen Zeichentechnik wird der Stein glatt geschliffen.Außerdem müssen die Steine eine vorgegebene Stärke oder Höhe besitzen, damit sie unter dem Druck der Steindruckpresse nicht zerbrechen. Um die benötigte Stärke von rund 8 – 10 cm zu erreichen, wird der Stein häufig auf einen zweiten von minderer Qualität geklebt. Entscheidend dabei ist, dass der Stein überall die gleiche Stärke aufweist. Trotzdem kommt es manchmal vor, dass der Stein beim Drucken zerbricht.

Georg Büchner Preis vergeben

Sonntag, 08. August 2010

Der 57-Jährige Berliner Schriftsteller Reinhard Jirgl erhält den Georg-Büchner-Preis. Das teilte die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung am Freitag in Darmstadt mit. Der mit 40.000 Euro dotierte Preis gilt als wichtigste literarische Auszeichnung in Deutschland. Jirgl habe in einem Romanwerk “von epischer Fülle und sinnlicher Anschaulichkeit ein eindringliches, oft verstörend suggestives Panorama der deutschen Geschichte im 20. Jahrhundert entfaltet”, heißt es in der Begründung. “Mit großer erzählerischer Sensibilität und Leidenschaft  geschützt durch den Firnis eines avantgardistischen Schreibgestus” erzähle der 1953 in Ost-Berlin geborene Jirgl von den Aufbrüchen und Katastrophen, den Kriegen und Vertreibungen, den Zeiten der Teilung und der schwierigen Vereinigung.

Der “Neue” von Daniel Kehlmann

Montag, 02. August 2010

Daniel Kehlmann schreibt nicht nur Romane und Erzählungen. Er schreibt seit Jahren auch Essays und Literaturkritiken. Gerade ist im Rowohlt-Verlag ein neuer Band erschienen, „Lob – Über Literatur“, welcher, neben Kehlmanns Poetikvorlesung in Göttingen, den Dankesreden zum Thomas-Mann-Preis und zum Kleist-Preis und seiner umstrittenen Rede zur Eröffnung der Salzburger Festspiele im vergangenen Jahr, zahlreiche Texte versammelt, die der Autor für die großen Tageszeitungen, darunter auch die Frankfurter Allgemeine, über die Werke seiner Schriftstellerkollegen geschrieben hat. Es ist nicht das erste Kehlmann-Buch dieser Art: „Lob“ ist gewissermaßen der Nachfolgeband zu „Wo ist Carlos Montúfar? Über Bücher“, der vor fünf Jahren, kurz nach der „Vermessung der Welt“, erschien; darin ging es um Voltaire, Stendhal, Sacher-Masoch, Hamsun, Tolkien, Céline, Updike und auch Helmut Krausser. Jetzt sind Thomas Bernhard, Truman Capote, Coetzee, Stephen King, Beckett und Roberto Bolaño dran.

Die „Süddeutsche Zeitung“ hat dem 35-jährigen Autor einmal attestiert, in seinen Texten über Literatur als „grandioser Überblicker“ ganze Epochen und Werke zu beleuchten. Das stimmt. Daniel Kehlmann ist belesen. Er ist nicht zuletzt Literaturwissenschaftler.

Die Titelei

Montag, 26. Juli 2010

Titelei ist ein Begriff aus dem Buchwesen. Mit ihm bezeichnet man die Seiten eines Buches, die dem eigentlichen Text vorangestellt sind.

Die Titelei besteht in der Regel aus:

  • der Schmutztitelseite oder Vortitel (Seite 1)
  • der Frontispiz- oder Vakatseite (Seite 2)
  • dem Titelblatt (Seite 3)
  • der Impressumsseite (Seite 4)

Diese Seiten haben keine Paginierung. Danach, frühestens auf Seite 5 des Buchblocks, beginnt der eigentliche Textteil. Ergänzend können zur Titelei noch eine Widmungsseite (auf der nächsten Recto-Seite nach dem Titelblatt, also auf Seite 5), Inhaltsverzeichnisse und Seiten mit Vorworten gehören. Dem Textteil kann ein Anhang folgen, in dem Endnoten, das Literaturverzeichnis, ein oder mehrere Register, ein Glossar etc. zu finden sind.

Stärkere Kontrolle der Preisbindung

Samstag, 17. Juli 2010

Bücher haben in Deutschland einen festen Ladenpreis. Wer im Internet bestellt, bekommt oft einen anderen Eindruck. Ein Vergleich schwört jetzt auch Handelsriesen wie Amazon darauf ein, die Preisbindung zu respektieren.

Kleine Buchhändler ärgerten sich immer wieder über den Versand-Riesen, der Bücher zum Teil schon vor Verkaufsstart und zudem noch billiger anbot. Doch jetzt hat sich die ständische Mutterorgansiation ermannt und die Sache zu einem Ende gebracht. Der Börsenverein, die buchhändlerische Genossenschaft eBuch e.G. und Amazon haben einen Vergleich geschlossen, der die Chancengleichheit wiederherstellen soll.