Daniel Kehlmann schreibt nicht nur Romane und Erzählungen. Er schreibt seit Jahren auch Essays und Literaturkritiken. Gerade ist im Rowohlt-Verlag ein neuer Band erschienen, „Lob – Über Literatur“, welcher, neben Kehlmanns Poetikvorlesung in Göttingen, den Dankesreden zum Thomas-Mann-Preis und zum Kleist-Preis und seiner umstrittenen Rede zur Eröffnung der Salzburger Festspiele im vergangenen Jahr, zahlreiche Texte versammelt, die der Autor für die großen Tageszeitungen, darunter auch die Frankfurter Allgemeine, über die Werke seiner Schriftstellerkollegen geschrieben hat. Es ist nicht das erste Kehlmann-Buch dieser Art: „Lob“ ist gewissermaßen der Nachfolgeband zu „Wo ist Carlos Montúfar? Über Bücher“, der vor fünf Jahren, kurz nach der „Vermessung der Welt“, erschien; darin ging es um Voltaire, Stendhal, Sacher-Masoch, Hamsun, Tolkien, Céline, Updike und auch Helmut Krausser. Jetzt sind Thomas Bernhard, Truman Capote, Coetzee, Stephen King, Beckett und Roberto Bolaño dran.
Die „Süddeutsche Zeitung“ hat dem 35-jährigen Autor einmal attestiert, in seinen Texten über Literatur als „grandioser Überblicker“ ganze Epochen und Werke zu beleuchten. Das stimmt. Daniel Kehlmann ist belesen. Er ist nicht zuletzt Literaturwissenschaftler.