Archiv für die Kategorie ‘Allgemein’

Der Litografiestein

Freitag, 13. August 2010

Jedes Druckverfahren benötigt eine Vorlage, also ein Medium, das die zu druckenden Texte, Zeichnungen und Bilder enthält. Beim Steindruck wird dazu der Lithografiestein eingesetzt. Im Handel werden Lithografiesteine in unterschiedlichen Stärken zwischen 5 und 10 cm dick angeboten; die ergiebigsten Vorkommen werden außerhalb Deutschlands bis heute in Frankreich bei Dijon und in Solothurn in der Schweiz abgebaut. In Deutschland kommen vergleichbare Qualitäten nur im Altmühltal vor. Solnhofer Plattenkalk aus den Steinbrüchen gilt bis heute als das weltweit beste Material für lithografische Druckplatten. Das Qualitätsmerkmal eines Steins ist sein Farbton. Ein gelber Stein ist von minderwertiger Qualität, der viel Wasser aufgrund seiner molekular offenen Struktur aufnehmen kann und keinen sauberen Druck zulässt. Ein grauer Stein dagegen ist molekular dichter und liefert bessere Druckergebnisse. Der beste Stein jedoch hat eine graublaue Färbung und ist teuer, da er seltener und nur in Solnhofen vorkommt. Seine Konsistenz ist noch dichter und er besitzt dadurch die besten Druckeigenschaften.


Der Lithografiestein wird vor dem Gebrauch zunächst geschliffen. Dieser Vorgang kann sowohl manuell als auch in einer Schleifmaschine bewerkstelligt werden. In der Regel handelt es sich um gebrauchte Steine und das alte Druckbild muss abgeschliffen werden. Je nach der vorgesehenen Zeichentechnik wird der Stein glatt geschliffen, gekörnt oder poliert.Außerdem müssen die Steine eine vorgegebene Stärke oder Höhe besitzen, damit sie unter dem Druck der Steindruckpresse nicht zerbrechen. Um die benötigte Stärke von rund 8 – 10 cm zu erreichen, wird der Stein auf einen zweiten von minderer Qualität geklebt oder aufgegipst. Entscheidend dabei ist, dass der Stein absolut planparalell ist und überall die gleiche Stärke aufweist. Trotzdem kommt es vor, dass der Stein beim Drucken zerbricht.

Georg Büchner Preis vergeben

Sonntag, 08. August 2010

Der 57-Jährige Berliner Schriftsteller Reinhard Jirgl erhält den Georg-Büchner-Preis. Das teilte die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung am Freitag in Darmstadt mit. Der mit 40.000 Euro dotierte Preis gilt als wichtigste literarische Auszeichnung in Deutschland. Jirgl habe in einem Romanwerk “von epischer Fülle und sinnlicher Anschaulichkeit ein eindringliches, oft verstörend suggestives Panorama der deutschen Geschichte im 20. Jahrhundert entfaltet”, heißt es in der Begründung. “Mit großer erzählerischer Sensibilität und Leidenschaft  geschützt durch den Firnis eines avantgardistischen Schreibgestus” erzähle der 1953 in Ost-Berlin geborene Jirgl von den Aufbrüchen und Katastrophen, den Kriegen und Vertreibungen, den Zeiten der Teilung und der schwierigen Vereinigung.

Der “Neue” von Daniel Kehlmann

Montag, 02. August 2010

Daniel Kehlmann schreibt nicht nur Romane und Erzählungen. Er schreibt seit Jahren auch Essays und Literaturkritiken. Gerade ist im Rowohlt-Verlag ein neuer Band erschienen, „Lob – Über Literatur“, welcher, neben Kehlmanns Poetikvorlesung in Göttingen, den Dankesreden zum Thomas-Mann-Preis und zum Kleist-Preis und seiner umstrittenen Rede zur Eröffnung der Salzburger Festspiele im vergangenen Jahr, zahlreiche Texte versammelt, die der Autor für die großen Tageszeitungen, darunter auch die Frankfurter Allgemeine, über die Werke seiner Schriftstellerkollegen geschrieben hat. Es ist nicht das erste Kehlmann-Buch dieser Art: „Lob“ ist gewissermaßen der Nachfolgeband zu „Wo ist Carlos Montúfar? Über Bücher“, der vor fünf Jahren, kurz nach der „Vermessung der Welt“, erschien; darin ging es um Voltaire, Stendhal, Sacher-Masoch, Hamsun, Tolkien, Céline, Updike und auch Helmut Krausser. Jetzt sind Thomas Bernhard, Truman Capote, Coetzee, Stephen King, Beckett und Roberto Bolaño dran.

Die „Süddeutsche Zeitung“ hat dem 35-jährigen Autor einmal attestiert, in seinen Texten über Literatur als „grandioser Überblicker“ ganze Epochen und Werke zu beleuchten. Das stimmt. Daniel Kehlmann ist belesen. Er ist nicht zuletzt Literaturwissenschaftler.

Die Titelei

Montag, 26. Juli 2010

Titelei ist ein Begriff aus dem Buchwesen. Mit ihm bezeichnet man die Seiten eines Buches, die dem eigentlichen Text vorangestellt sind.

Die Titelei besteht in der Regel aus:

  • der Schmutztitelseite oder Vortitel (Seite 1)
  • der Frontispiz- oder Vakatseite (Seite 2)
  • dem Titelblatt (Seite 3)
  • der Impressumsseite (Seite 4)

Diese Seiten haben keine Paginierung. Danach, frühestens auf Seite 5 des Buchblocks, beginnt der eigentliche Textteil. Ergänzend können zur Titelei noch eine Widmungsseite (auf der nächsten Recto-Seite nach dem Titelblatt, also auf Seite 5), Inhaltsverzeichnisse und Seiten mit Vorworten gehören. Dem Textteil kann ein Anhang folgen, in dem Endnoten, das Literaturverzeichnis, ein oder mehrere Register, ein Glossar etc. zu finden sind.

Stärkere Kontrolle der Preisbindung

Samstag, 17. Juli 2010

Bücher haben in Deutschland einen festen Ladenpreis. Wer im Internet bestellt, bekommt oft einen anderen Eindruck. Ein Vergleich schwört jetzt auch Handelsriesen wie Amazon darauf ein, die Preisbindung zu respektieren.

Kleine Buchhändler ärgerten sich immer wieder über den Versand-Riesen, der Bücher zum Teil schon vor Verkaufsstart und zudem noch billiger anbot. Doch jetzt hat sich die ständische Mutterorgansiation ermannt und die Sache zu einem Ende gebracht. Der Börsenverein, die buchhändlerische Genossenschaft eBuch e.G. und Amazon haben einen Vergleich geschlossen, der die Chancengleichheit wiederherstellen soll.

Material für ein Buch

Sonntag, 04. Juli 2010

Das Buch ist heute in erster Linie ein Gebrauchsgegenstand. Das heißt, dass das Buch gewissen Nutzungsbedingungen ausgesetzt ist. Diesen muss das Material entsprechen. Es soll strapazierfähig, reißfest, biegsam, leicht, ästhetisch und vieles mehr sein. Einige Materialien sind hier aufgeführt:

  • Papier: Nicht nur der Buchblock, also der eigentliche Textteil, besteht aus Papier. Auch das gesamte Vorsatz besteht aus Papier – allerdings aus anderen Papiersorten als der Textteil. Auch der Textteil kann aus den unterschiedlichsten Papiersorten bestehen, hier gibt es viele günstige und auch teure Varianten. Das Papier bestimmt somit unter anderem den Preis eines Buches. Welches Papier für ein Buch gewählt wird, entscheidet in der Regel der Buchgestalter.
  • Pappe: Der Einband eines Buches besteht in der Regel aus fester Pappe, die mit verschiedenen Bezugsmaterialien bezogen ist. Auch der Schuber besteht meist aus Pappe.
  • Bezugsmaterial, zum Beispiel mit Gewebe, Leinen, Papier, Leder oder Pergament.
  • Stoffe: Für das Kapitalband oder ein Lesebändchen werden spezielle Bänder, meist aus Seide, hergestellt und in verschiedenen Farben eingefärbt.
  • Farbe: Nicht nur der Buchumschlag kann farblich gestaltet werden, sondern auch der Buchschnitt. Diese Schnittverzierungen dienen nicht nur zur Zierde des Buches, sondern auch zum Schutz vor Lichteinwirkung und Verschmutzung.

Die Ökonomie des Buches

Sonntag, 20. Juni 2010

Als ökonomisches Produkt betrachtet, weist das Buch mehrere Besonderheiten auf:

  • Dem Käufer erschließt sich der Nutzen meist erst nach der vollständigen Rezeption
  • Der Produktlebenszyklus ist ungewöhnlich lang
  • Bücher, die auf keine Nachfrage stoßen, haben keinen ökonomischen Wert
  • Die gesamte erwartete Nachfragemenge muss (meistens) auf Lager genommen werden (heute jedoch eingeschränkt gültig)

Diese Besonderheiten machen das Buch zu einem spekulativen Wirtschaftsgut mit hohen Risiken für den Produzenten (Verleger). Im Unterschied zu anderen Medienprodukten refinanziert sich das Buch in der Regel nur über eine Erlösquelle, den Vertriebserlös. Als Werbeträger spielt das Buch nur eine untergeordnete Rolle.

Eine Definition: Literaturkritik

Mittwoch, 05. Mai 2010

Die Literaturkritik oder Literaturbesprechung als Feld der Literaturdiskussion macht es sich anhand von Rezensionen  zur Aufgabe, Werke der Literatur zu bewerten und einzuordnen. Sie erörtert aktuelle Neuerscheinungen, unterwirft aber auch immer wieder Werke weit älteren Datums kritischer Neubewertungen. Dabei bezieht sie gegebenenfalls in Vergleichen die Tendenzen landesweiter oder/und internationaler Literaturen in ihre Diskurse mit ein. Eine Literaturkritik zu verfassen kann wiederum synonym gebraucht werden u. a. für das Verfassen einer monografischen oder essayartigen Abhandlung, beispielsweise über das Gesamtwerk eines Autors. Häufiger meint es jedoch die allein ein literarisches Werk würdigende Literaturkritik, die auch Literaturrezension, Buchrezension, Buchbesprechung und Buchkritik genannt wird.

Literaturkritiker bzw. Rezensenten literarischer Werke sehen sich häufig als im Dienst des Publikums und/oder der Literatur stehend und bewerten die Werke im Hinblick auf implizite oder explizite Kriterien, die gegebenenfalls wie in der Literaturwissenschaft auch mit Verweisen auf entsprechende Literaturtheorien argumentieren. Die im Deutschen übliche Trennung zwischen Literaturkritik und Literaturwissenschaft ist in den angelsächsischen Ländern weniger ausgeprägt, der dort gebräuchliche Begriff literary criticism umfasst beides.

Bye Bye Wallander

Samstag, 01. Mai 2010

Der Superheld des Schwedenkrimis: Henning Mankell verabschiedet sich mit „Feind im Schatten“ von Kurt Wallander – seinem Kommissar, der nie nur einen Mord lösen durfte. Vielleicht beerbt ihn seine Tochter, sie arbeite ja jetzt auch als Polizistin. Aber für Kommissar Kurt Wallander aus Ystad sei es nach diesem Buch aus und vorbei. „Der Feind im Schatten“, so heißt sein letzter Auftrag. Sechshundert Seiten ohne Wiederkehr.

Bevor aber Kurt Wallander verschwindet, muss er einen Fall lösen, der bei weitem nicht so grässlich blutig und brutal gewesen ist wie die anderen neun davor. Es geht um den Kalten Krieg und darum, wer darin die gute und wer die böse Macht war.

Verbannung von Kinder- und Jugendbüchern aus dem Feuilleton?!

Sonntag, 25. April 2010

Am 8. April hatte DIE ZEIT angekündigt, dass Rezensionen von Kinder- und Jugendbüchern sowie der Kritikerpreis LUCHS vom Feuilleton in die Nachbarschaft der KinderZEIT „umziehen“ würden. Der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft von Jugendbuchverlagen (avj) bittet die Verantwortlichen in einem offenen Brief, diese Entscheidung rückgängig zu machen. Auch die Autorin Jutta Richter hat einen von vielen Kollegen mitunterzeichneten Brief an DIE ZEIT geschrieben und gebeten, diesen Schritt rückgängig zu machen.