Materialkunde: Pergament

Pergament ist neben Leder eines der wertvollsten Einbandmaterialien. Vor allem im 16. und 17. Jahrhundert wurde es gerne zum Einbinden von Büchern und Akten verwendet. Seine Vorzüge sind außerordentliche Festigkeit und Unverwüstlichkeit, was seine Beliebtheit als Material für Gebrauchseinbände und Koperte erklärt. Heute kommt in der Regel nur noch der Restaurator mit Pergament als Bezugsstoff in Berührung.

  • Kalbspergament ist die am besten für den Bucheinband geeignete Sorte. In Frage kommen dabei sowohl Häute von geschlachteten Tieren, in leuchtendem Weiß mit feiner Maserung, als auch solche verendeter Kälber, bei denen das geronnene Blut auf dem natürlich gefärbten Pergament dunkle, auffallende, feinverästelte Adern hinterlässt. Da diese in der Lederfabrikation meist als Ausschuss abfallen, gibt es verhältnismäßig mehr Pergamente von verendeten als von geschlachteten Tieren.
  • Ziegenpergament zeigt eine ähnliche Aderung wie das Kalbspergament, allerdings nicht so intensiv und dunkel. Die beim Leder beliebte Porenstruktur tritt auch hier zu Tage. Stammt die Haut von einem gescheckten Tier, ist die Musterung auch auf dem Pergament zu sehen. Im Falle einer schönen Zeichnung schabt man die Narbenseite daher weniger ab, um die Flecken zu erhalten.
  • Schafpergament ist vergleichbar mit dem entsprechenden Leder eher ausdruckslos und kommt daher nur für billige Einbände zum Einsatz. Es ist außerdem eher dünnhäutig und neigt daher zum Reißen.

Eine Antwort hinterlassen