Wenn Autoren keine Verlage mehr brauchen….
Markus Albers ist der erste Autor, der sein Sachbuch nicht gedruckt, sondern ausschließlich als iPhone-App und Ebook veröffentlicht – ganz ohne Mitwirkung eines Verlages. Was bedeutet das für den Buchmarkt?
Mit seinem zweiten Buch “Meconomy” bleibt Albers seinen Thesen nicht nur inhaltlich treu, sondern geht noch einen Schritt weiter. Weil sein Verlag den Erscheinungstermin immer weiter verzögerte, zog er die Rechte zurück und entwickelte eine innovative Vertriebsstrategie: Als erstes deutsches Sachbuch erscheint sein Werk jetzt nicht in gedruckter Form, sondern exklusiv als Ebook und iPhone-App.
Der Autor beauftragte einen freien Lektor, einen Korrektor sowie eine Kreativdirektorin, die das Buchcover gestaltete. Als problematisch erwies sich der Vertrieb: “Ursprünglich wollte ich nur eine Website machen, wo man das Buch als Pdf-Datei runterladen könnte”, sagt Albers. Fündig wurde er schließlich bei Textunes in Berlin, einem Unternehmen, das auf die Veröffentlichung von Verlagsinhalten auf mobilen Endgeräten – insbesondere iPhone und iPod – spezialisiert ist. Die Agentur tritt eigentlich nicht als Verlag in Erscheinung, aber weil die Berliner an Albers’ Buch glauben, steht “Meconomy” seit heute als App bereit. Doch diese Strategie, die so revolutionär klingt, bedarf großer Eigeninitiative. Nicht jeder Laie könne solch Projekt starten, sagt Marlies Hebler von Textunes. Dafür brauche es einen bereits etablierten Autor, der die Bereitschaft mitbringe, sich selbst zu vermarkten – am besten schon mit einer eigenen Internet-Community. Finanziell muss es für Albers kein Nachteil sein, dass sein Buch nur elektronisch vertrieben wird. Zwar kostet es mit 9,99 Euro nur halb so viel wie sein erstes, gedrucktes Buch. Dafür bleibt wegen der geringeren Herstellungskosten mehr für den Autor übrig: Ganze 40 Prozent vom Verkaufspreis, also knapp vier Euro, verdient Albers an jedem Download. Bei gedruckten Büchern gehen meist nur zehn Prozent an den Schriftsteller.