Literatur im Netz

Der Siegeszug der Technik und des Internets macht auch vor der Literatur nicht halt, wie wir aller wissen. Nun veröffentlicht ein New Yorker Magazin Prosa im Netz, unter Strom sozusagen.

Electric Literature ist leichter, schlichter, sonniger. Eine Zeitschrift, auffällig gestaltet und mit vereinfachtem Konzept: zwei New Yorker Nachwuchs-Verleger, 26 und 38 Jahre alt, veröffentlichen fünf starke Erzählungen. Als Print-Ausgabe als Internet-Abo und als Hörbuch. Und via Facebook und iPhone. Ab und zu sind sogar Texte auf Twitter geplant. Dort Electric Literature entwirft  große Utopien über die Zukunft des Lesens und die digitale Revolution der Verlagswelt.

“Unsere Mission ist es, der Kurzgeschichte zu einer starken Stellung in der Popkultur zurückzuverhelfen, mithilfe neuer Medien und innovativer Vertriebswege”, heißt es auf der Website. “Innovativ” bedeutet hier: sämtliche Möglichkeiten des Internets durchprobieren, Erzählungen aus allen medialen Kanälen feuern, möglichst offen und für jeden zugänglich.  Electric Literature entwirft mit großem medialen Schwung und ebenso großer Leidenschaft eine verlegerische Zukunft für Literatur im Kindle- und E-Book-Zeitalter. Zwei junge Männer reißen sich die Beine aus, um gute Texte an den Leser zu bringen. Und dabei ist das digitale, Papier-freie Abo nur halb so teuer wie die Print-Ausgabe – und “umweltschonend”, schwärmt der PR-Text auf Facebook. Gedruckt wird nur on demand, auch das spart Geld. Nur an den Autoren wird nicht gespart, sogar in Pulitzer-Preisträger ist unter ihnen.

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