Fast siebenhundert Briefe und etwa 150 Manuskriptfragmente Schillers sowie 158 Gegenstände aus seinem Haushalt zählen zum Inventar des Deutschen Literaturarchivs in Marbach und bilden den Kernbestand des Schiller-Nationalmuseums, das 1903 eröffnet wurde.
Nach der Außensanierung des Gebäudes folgte dann in den beiden letzten Jahren für 5,6 Millionen Euro die aufwendige Innensanierung durch Alexander Schwarz vom Architekturbüro David Chipperfields, der bereits den Neubau des benachbarten Literaturmuseums der Moderne verantwortete. Als am letzten Dienstag das Schiller-Nationalmuseum durch den Bundespräsidenten feierlich wiedereröffnet wurde, zeigt sich das Haus so modern wie nie zuvor und so schön wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Das Prunkstück ist der leergeräumte Schillersal mit den umlaufenden Stuckfriesen zu elf Gedichten Schillers.
Nie zuvor waren in Marbach so viele Handschriften des Dichters zu sehen, der seine Manuskripte zu vernichten pflegte, sobald das Werk im Druck erschienen war. Was sich erhalten hat, sind deshalb vor allem Fragmente oder Entwürfe nicht vollendeter Werke, die nun der Öffentlichkeit gegänglich gemacht wurden.