Einfach aussortiert

Als im Sommer 1996 die Einzelheiten der geplanten Rechtschreibreform bekannt wurden, glaubten besonders die Jugendbuchverlage, ihre Produkte möglichst rasch auf die neuen Schreibweisen umstellen zu müssen. Neue Schulbücher wurden ohnehin nur noch in Reformorthographie genehmigt, aber auch bei privater Lektüre sollten die Kinder sich nicht mehr an herkömmlichen Schreibweisen die Augen verderben.

Im Rechtschreibwortschatz der Grundschulen betraf die Reform zwar nach amtlicher Zählung nur 24 Wörter (alle wegen der ss-Schreibung). Gleichwohl wurden von Anfang an auch Schul- und Leihbibliotheken durchforstet und von Büchern in „alter“ Rechtschreibung gereinigt. Typische Vollzugsmeldung: „Alle Bücher in alter Rechtschreibung wurden ausgemistet.“ Die Dunkelziffer dürfte enorm sein; wahrscheinlich sind Millionen Bände vernichtet worden.

Warum nochmal gab es eine Rechtschreibreform? Ich weiß es jedenfalls nicht!

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