Die Legende: Der Kindler

Ein schwerer Brocken: Der neue Kindler, DAS Lexikon der Weltliteratur, erscheint in diesen Tagen in seiner dritten, völlig neu bearbeiteten Auflage. Er wiegt 32,5 Kilogramm. 1500 Mitarbeiter haben insgesamt 21.564 Artikel geschrieben. 13.000 Werke aus 231 Sprachen, von Abchasisch bis Zulu, werden behandelt. Das Lexikon umfasst 18 Bände mit insgesamt 14.760 Seiten. Fünf Jahre wurde daran gearbeitet, jetzt ist es fertig, und man steht davor und staunt. Staunt vor allem darüber, dass es so etwas in Zeiten des Internets noch gibt, und dass der Metzler-Verlag ein solches Unternehmen mit all seinen finanziellen Risiken noch einmal gewagt hat.

Der Kindler ist eine Legende, jeder Literatur-Interessierte kennt ihn, hat darin gelesen. Es ist DAS Buch der Bücher, ein beinahe unendliches Literatrwissen, manche Artikel waren so gut, dass man das besprochene Buch gar nicht mehr lesen musste oder enttäuscht war, wenn man es doch las. Der Verleger Helmut Kindler hatte zwischen 1965 und 1974 die erste Auflage, damals in sieben Bänden, herausgebracht, 1988 folgte die von Walter Jens herausgegebene, völlig überarbeitete zweite Auflage – „der neue Kindler“. Und jetzt also: der ganz neue und hoffentlich nicht letzte Kindler.

Ich selbst besitze die Studienausgabe von 1996 (siehe Bild) und möchte dieses Lexikon in meinem Bücherschrank nicht mehr missen. Auch wenn es schwerwiegendes Wissen ist: Als es beispielsweise per Post geliefert wurde, fragte mich der Bote, ob ich denn Backsteine bestellt hätte.

Kindler

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