Im Mittelalter hatten religiöse Bücher oft eine, uns heute eigenartig erscheinende, Form: Und zwar die eines Beutels, den die Menschen dann mit sich herum tragen konnten oder an ihren Gürteln befestigten.

Die Beutelform kam dadurch zustande, dass über den eigentlichen Einband des Buches noch eine weitere lederne Hülle angebracht wurde, die das Buch am unteren Rand aber um das ca. 1,5fache seiner Länge überragte. An diesem Stück Leder wurde das Buch dann getragen oder am Gürtel befestigt. Um das herausrutschen aus dem Gürtel zu verhindern wurde im Leder häufig ein Messingring angebracht, um es so in den Gürtel einzuhängen.
Auch das Lesen des Buches, während es am Gürtel hing, war möglich, das sich das überstehende Leder ja am unteren Rand des Buches befand.
Mit Beschlägen wurde meist verhindert, dass sich das Buch einfach öffnete.
Um die Beutelbücher dann später besser ins Regal stellen zu können, wurden die überflüssigen ‚Lederlappen’ einfach abgeschnitten. Wahrscheinlich auch aus diesem Grund gibt es heute in ganz Europa nur noch 23 original erhaltene Beutelbücher.
Franziska
