Veranstaltungstip!

20. Januar 2017

DONNERSTAG // 26. JANUAR 2017 // 20 UHR

TEXT@ART unplugged
Arne Reimer „Long Play“ (Verlag Walther König)
Im Gespräch mit Ulf Erdmann Ziegler

Ort: No.2 Records, Wallstraße 15, 60594 Frankfurt am Main
Eintritt: frei

ZUM BUCH
Vom Staub der letzten Jahrzehnte befreit, ist der elterliche Plattenspieler zurückgekehrt in die Wohnzimmer einer jungen, hippen Generation. Der renommierte Leipziger Fotograf Arne Reimer besuchte die letzten Plattenläden in Europa und den USA und dokumentiert in dem Bildband „Long Play“ deren Wiederbelebung durch Liebhaber und Sammler. In seinem begleitenden Essay gibt der Schriftsteller Ulf Erdmann Ziegler einen kompakten Überblick über die wechselvolle Geschichte der Langspielplatte seit 1948. Zugleich geht er dem synästhetischen Reiz dieses analogen Mediums auf den Grund.

ZU DEN BETEILIGTEN
Arne Reimer lebt als freischaffender Fotograf und Journalist in Leipzig. Von 2006 bis 2012 war er künstlerischer Mitarbeiter im Fachbereich Fotografie an der Leipziger Hochschule für Grafik und Buchkunst.

Ulf Erdmann Ziegler veröffentlichte zahlreiche essayistische Arbeiten zur Kunst und Fotografie. Sein Roman „Nichts Weißes“ stand 2012 auf der Shortlist für den Deutschen Buchpreis.

Weitere Informationen zu der Veranstaltung und zu Text@ART finden Sie hier.

Die Typografie – Teil 5: Die drei Schriftfamilien

16. Januar 2017

In unserem Schriftgebrauch unterscheidet man drei große Schriftfamilien, auf die ich nun nochmal genauer eingehen werde. Es gibt einmal die Antiqua-Schriften, die Fraktur-Schriften und die Grotesk-Schriften.
(Unter dem Begriff der Schriftfamilie kann man in der Typografie auch eine Gruppe zusammengehörender Schriftstile bzw. Schriftschnitte in unterschiedlichen Schriftbreiten, Schriftstärken und Schriftlagen verstehen.)

Antiqua-Schriften

Die Antiqua-Schriften zählen zu den Ältesten. Sie wurden zwar mit der Zeit an die sich verändernden Satztechniken angepasst, doch Ihren Ursprung behielt sie immer bei. Dieser lässt sich bis auf die frühen Formen der Bilderschriften bis hin zur römischen Monumentalschrift zurückführen und ist letztlich aus dem Meißelschlag der Steinmetze abzuleiten. Charakteristisch ist die runde Schrift, die auf Linie, Kreis, Quadrat und Dreieck basiert. Ein weiteres Merkmal für die Antiqua-Schriften sind die Serifen. Bekannte Antiqua-Schriften sind: Times (1832), Bodoni (1788), Garamond (1531) und Caslon (1725)  – alle benannt nach ihren Erfindern.
Diese „Klassiker“ unterscheiden sich auf dem ersten Blick wohl kaum, doch bei genauem Hinschauen entdeckt man die Unterschiede, vor allem bei den Serifen, ihrer Größe etc. Als eine Abart der Antiqua gelten die Egyptienne-Schriften, die am Anfang des 19. Jahrhunderts in England im Zuge der Industrialisierung entworfen wurde. Ihr wichtigstes Charakteristikum: die besonders ausgeprägten Serifen. Durch sie entstand ein „Zeilenband“, das Auswirkungen auf eine gute Leserlichkeit hatte, auch von schmalen und eng gesetzten Textblöcken. Auch heute noch wird sie als Maschinenschrift verwendet, wie zum Beispiel die Courier, die eine der Grundschriften jeder Typenrad-Schreibmaschine ist.

Fraktur-Schriften

Die Fraktur-Schrift entwickelte sich im 12. Jahrhundert verstärkt in Mittel- und Nordeuropa und ist auf den Schwung der Rohrfeder zurückzuführen. Ihre Urform verdankt sie demnach der Handschrift, wodurch sie zeichnerisch stilisiert ist. Ihr Hauptmerkmal sind die oben und unten rautenförmig gebrochenen Teilstriche (Frakturen), die eben durch den Rohrfederstrich entstanden sind. Aufgrund dieser Tatsache wird sie auch als gebrochene Schrift bezeichnet. Die Fraktur-Schriften wurden auch als erstes von Gutenberg für die beweglichen Lettern verwendet – für seine Bibel verwendete er die Textura und entwickelte eine weitere Sonderzeichen.
Erst im Jahr 1941 wurde die Fraktur-Schrift von der nationalsozialistischen Großmacht abgeschafft, da sie als nicht mehr zweckmäßig angesehen wurde. Heute wird die „veraltete“ Schrift gerne bei Verweisen auf Unternehmenstraditionen eingesetzt, wie von Bier- oder Weinherstellern, oder auch in den Wortmarken von Tageszeitungen.

Grotesk-Schrift

Die Grotesk-Schriften entstanden fast zeitgleich mit der Egyptienne-Schriften in einer Londoner Schriftgießerei. Sie weisen keinerlei Serifen auf, was der damaligen Lesgewohnheit nicht sehr entgegen kam – es wurde als „grotesk“ empfunden! Sicherlich war es keine neue Erfindung, Buchstaben ohne die gewohnten Serifen zu verwenden, schließlich wurden sie auch schon 2.500 Jahre zuvor in der griechischen Lapidarschrift niedergeschrieben. Dennoch hat der Name sich bis heute erhalten…Allgemein gelten sie als neutrale und zurückhaltender.
Bekannte Grotesk-Schriften sind: Futura (1932), Helvetica (1957), Frutiger (1976), Gill (1930)

Die Typografie – Teil 4: Die Schriftarten

13. Januar 2017

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts gab es noch ein paar wenige Druckschriften, die untereinander konkurrierten. Heutzutage gibt es eine Unzahl von Computerschriften – alleine in einem gängigen Schreibprogramm kann man zwischen etwa 100 Schriften auswählen und es besteht die Möglichkeit, diese durch Schriften zum Downloaden zu erweitern: es ist ein Fass ohne Boden und ein Meer an Kreativität.

Doch was macht eine Schrift überhaupt aus?

Die Schriftart bezeichnet erstmal in der Typografie die grafische Gestaltung einer Satzschrift. Dabei werden verschiedene Typen und Grade festgelegt, in der ein Druck erscheinen soll. Der Begriff der Schriftart bedingt demnach eine Differenzierung unterschiedlicher Glyphensätze (Glyphe: konkrete grafische Darstellung eines Schriftzeichens) und deren typografische Charakterisierung. Bei der Schriftgestaltung gibt es bestimmte Eigenschaften, die zu berücksichtigen sind: Serifen, Höhe, Laufweite und Proportionen.

Serifen: Mit Serifen sind die kleinen Endstriche eines Buchstabens gemeint, die auch „Füßchen“ genannt werden. Die wohl bekannteste Serifen-Schrift ist Times. An ihr kann man gut die feinen Linien erkennen, die einen Buchstaben am Ende, quer zu seiner Grundrichtung, abschließen. Auch bei den Serifenformen gibt es Unterschiede, wie zum Beispiel: leicht konkav, gerade, gerundet, stark und leicht etc. Diese Klassifikation von Form und Stärke dient zur Einordnung von Schriften, aber eben auch, wenn Serifen überhaupt nicht vorhanden sind.
Da Serifenschriften eine horizontale Linie bilden und somit eine Orientierung beim Lesen geben, werden sie gerne für gedruckte Fließtexte verwendet. Für Poster, Plakate etc. ist das Lesen von einer größeren Distanz von Bedeutung, weshalb Schriften ohne Serifen wegen ihrer besseren Klarheit eingesetzt werden.

Höhe: Bei den sichtbaren Glyphen der Groß- und Kleinbuchstaben bilden Ober- und Unterkanten ein Liniensystem. Ein sogenanntes Vierliniensystem entsteht, wenn auch Minsukeln (Kleinbuchstaben) verwendet werden. Wahrscheinlich kennt jeder dieses System noch aus der Grundschule, wo man mithilfe von Linienblättern die Buchstaben ordentlich eintragen musste und Kleinbuchstaben mit Unterlänge, wie q, p, g etc. bis in den „Keller“ gingen.
So gibt es bei den Hauptlinien eine Grundlinie (oder Schriftlinie), eine Mittellinie (obere Grenze von Kleinbuchstaben: o, u, n etc.), die k-Linie (obere Grenze Kleinbuchstaben: b, d, f etc.)  und die p-Linie (untere Grenze: g, p, q etc.). Die Versalhöhe bezeichnet allgemein die Höhe von Großbuchstaben.

Laufweite: Mit der Laufweite wird die horizontale Auswirkung einer Schriftzeile festgelegt. Sie ergibt sich aus den Breiten der einzelnen Zeichen (Dickte) und der Zeichenzwischenräume. Sie spielt zum Beispiel beim Schriftsetzen in Büchern oder Magazinen einen wichtige Rolle, um zu bestimmen, wie platzsparend sie ist. Auch dafür gibt es zweckmäßige Schmal-Schriften (engl. condensed).

Proportionen: Bei proportionalen Schriftarten handelt es sich um Zeichen, die unterschiedlich breit sind. So nimmt ein „e“ mehr Platz ein als ein „i“. Bei nichtproportionalen, auch dicktengleiche Schriftarten genannt, haben alls Zeichen eine identische Breite. Diese Schriftart (Festbreitenschrift) findet vor allem im EDV-Bereiche eine größere Verwendung.

 

Wenn Ihnen die Schriften auf Ihrem Computer noch nicht ausreichen oder Sie einfach einen Eindruck davon erhalten möchten, wie viele Schriften es tatsächlich gibt, können Sie hier noch etwas rumstöbern!

Sonderausstellung im Gutenberg-Museum in Mainz

09. Januar 2017

Passend zum aktuellen Blogthema „Typografie“ zeigt das Gutenberg-Museum in Mainz eine Sonderausstellung zu dem Thema „Futura – die Schrift“. Wer also einen kleinen Ausflug machen möchte und sich für die Entstehungsgeschichte der Schrift interessiert, hat noch bis zum 30. April Zeit…

Futura – Die Schrift

Startdatum: 03. November
Stoppdatum:  – 30. April

Wie eine typische deutsche Schrift, die den Zeitgeist der Avantgarde der zwanziger Jahre fasste, bis heute einen internationalen Siegeszug antreten konnte: Von Frankfurt bis in die Sphären des Kosmos verfolgt die Ausstellung die Entstehung und die Wege der Verbreitung der FUTURA einmal rund um den Globus. Gezeigt werden bedeutsame Originale (Entwurfszeichnungen, Schriftmuster, Drucksachen).

Was war und was ist das Erfolgsgeheimnis dieser Schrift, die bis heute weit verbreitet und bekannt ist?

Um diese Fragen beantworten zu können, konzentriert sich eine neue Sonderausstellung im Mainzer Gutenberg-Museum im Rahmen des Museumsschwerpunkts „Typografie“ und in Kooperation mit der Hochschule Mainz zum einen auf die Entstehungsgeschichte der Schrift. Vorgestellt wird der Entwurfs- und Gestaltungsprozess der einzelnen Buchstaben bis hin zur sukzessiven Publikation der ganzen Schriftfamilie. Anhand designhistorischer Originaldokumente sollen die Motivationen und Entscheidungen, die zu gestalterischen Modifikationen einzelner Buchstaben geführt haben, nachvollziehbar werden. Zum anderen wird die Rezeptionsgeschichte aufgearbeitet. Dabei wird besonders der Frage nachgegangen, warum die Futura in ihrer Zeit so enthusiastisch gefeiert wurde und wie sie sich international durchsetzen konnte.

 

Die Typografie – Teil 3: Die Herausbildung der Druckschriften

06. Januar 2017

Die Bedeutung der Typografie geht mit der Erfindung des Buchdrucks und demnach mit den beweglichen Lettern einher. Zurückzuführen ist die Typografie auf das Jahr 1457, wobei der aus Mainz stammende Erfinder, Johannes Gutenberg (um 1400-1468), auch als Prototypograph bezeichnet wird. Das Herausragende an der Technik war die Möglichkeit Gedanken und Wissen maschinell auf ein Vielfaches zu reproduzieren. Die Folgen und Revolution dessen sind uns allen bestens bekannt. Doch wie hat sich die Druckschrift zu dieser Zeit entwickelt?

Die ersten Druckschriften

Gutenberg verwendete für seine ersten Druckwerke die Textura (gotischer Ursprung) in unterschiedlichen Typen, die bereits in biblischen und liturgischen Büchern benutzt wurde.
In Italien bildete sich in den darauffolgenden Jahren die Antiqua heraus, die von der Humanistenhandschrift abgeleitet und für klassische und humanistische Publikationen eingesetzt wurde. In Venezia (auch „Stadt der Typographie“) wurden karolinigischen Minsukel und die Großbuchstaben der römischen Capitalis überarbeitet, wodurch eine Zweialphabetenschrift entstand. Dadurch hob sie sich stark von der gebrochenen Schrift des Mittelalters ab. Die Antiqua gilt als Grundlage für die heute von uns verwendeten Schriften, wobei sie noch vielfach verändert und weiterentwickelt wurde. So waren die Venezianische Renaissance-Antiqua und die Französische Renaissance-Antiqua weitere Vorläufer. Bei erster handelt es sich um eine Ableitung der spätmittelalterlichen Rotunda- und Bastarda-Schrift. Sie gilt als erste vollkommene Druckantiqua von exemplarischer Ausgewogenheit und Deutlichkeit.
Die Schriftklassifikation der Antiqua lässt sich in folgende Hauptgruppen unterteilen: Renaissance-Antiqua, Barock- oder Übergangsantiqua und klassizistische Antiqua. Im Klassizismus (1760-1830) erreichte die Ausführung der Antiqua schließlich ihren vorläufigen Endpunkt.

Die Weiterführung der Schriftarten

Neben der Antiqua entwickelten sich auch weitere Schriftarten, wie beispielsweise die Fraktur zu Beginn des 16. Jahrhunderts in Deutschland. Sie blieb dort bis ins 20. Jahrhundert die dominierende Schrift und wurde zum Inbegriff der „Deutschen Schrift“. Interessant ist auch, dass sich schon früh ein Schriftstreit zwischen der Fraktur und der Antiqua vollzog, der sich bis zum Ende des Dritten Reichs nicht auflöste. Schriften wurden zudem textsortenspezifisch eingesetzt – so wurde die Schriftart Rotunda für lateinische Texte verwendet, die Bastarda auch für deutsche Texte, die Antiqua-Schriften für humanistische Texte und die Fraktur für die Reformationsschriften von Martin Luther.

Das 19. und 20. Jahrhundert 

Anhand der Vielzahl von Schriftarten, die uns heute zur Verfügung stehen, lässt sich gut erkennen, dass die Möglichkeiten von Schrifttypen fast unendlich scheinen. Mit der Weiterentwicklung der Technik, haben sich auch die Schriften verändert. Vor allem im 19. Jahrhundert, zur Zeit der Industrialisierung, nahmen die innovativen und maschinellen Fertigungsprozesse großen Einfluss auf den Druck und die Illustrationsgrafiken.
Anfang des 20. Jahrhunderts rivalisierten drei unterschiedliche Tendenzen in der Typographie: Die traditionelle Buchtypographie (Fraktur, Antiqua-Schrift), die kunstgewerbliche Gebrauchs- und Akzidenztypographie, die sich immer noch am Historismus und am Jugendstil orientierte (Egyptienne, kunstgewerbliche Hybride) und die »Moderne Typographie« bzw. die »Neue Kunst-Typographie« (Grotesk), die durch die Industrie und die Kunst (Futurismus, Dadaismus, Konstruktivismus) inspiriert wurde.

Veranstaltungstip!

02. Januar 2017

Weihnachten und Silvester sind vorüber und das Jahr 2017 wurde mit einem lauten Feuerwerk begrüßt. Auch in diesem Jahr erwarten uns viele spannende Dinge und eine Veranstaltung möchte ich Ihnen direkt ans Herz legen:

9. – 31.1.: „10 Jahre Literaturbetrieb e.V.“

9. bis 31. Januar
Fotoausstellung „10 Jahre Literaturbetrieb e. V.“

Vernissage am Montag, 9. Januar, 19.30 Uhr

10 Jahre Literaturbetrieb e.V. – 10 Jahre Literaturwahnsinn: Goethe im Damenrock, Schreiben und Schweigen, Literatur in flagranti, Kneipenphilosophen und andere Vollidioten, Dichtung zwischen Büro und Bordell, Lesen auf Bestellung, Kismet im KOZ und Aljoscha haut in die Tasten. Egal ob auf Literaturspaziergängen, Buühnentrieben, hörBARabenden, literarischen Fotoausstellungen und Filmabenden: Der Literaturbetrieb hatte Spaß – und sein Publikum noch viel mehr.

Der Verein Literaturbetrieb e.V. ist eine Initiative von Studierenden und Alumni der Goethe-Universität und wurde 2006 gegründet. Er veranstaltet außergewöhnliche Lesungen sowie Hörbuchabende, Literatur-Reisen und literarische Spaziergänge. Zum Angebot gehören auch der „Bü̈hnentrieb“, eine offene Bühne für Literatur und Musik, und die Lesungsreihe „Literatur à la carte“. Außerdem ist der Verein Mitveranstalter des „Langen Tags der Buücher“. Im Jahr 2016 präsentierte der Literaturbetrieb e.V. zum 10-jährigen Bestehen ein ausgesuchtes Jubiläumsprogramm mit beliebten Veranstaltungsformaten aus den letzten Jahren. Das Programm wird vom Kulturamt Frankfurt gefördert. Mehr Informationen gibt es unter www.literaturbetrieb.de und www.facebook.com/literaturbetrieb.

Ort: Zentralbibliothek, Hasengasse 4, 60311 Frankfurt am Main
Eintritt frei

 

Die Typografie – Teil 2: Die Geschichte der Schrift

27. Dezember 2016

Welche Bedeutung die Schrift hat, zeigt sich an der Tatsache, dass die Geschichte der Schrift viele unterschiedliche Schriften umfasst, die überall auf der Welt erfunden und entwickelt wurden. Seit jeher kommunizieren die Menschen mithilfe der Schrift – das gesprochene Wort wurde festgehalten.

Höhlenmalerei und Hieroglyphen

Als Ursprung jener Schrift können die Piktogramme (Bild-Zeichen) der Höhlenmalerei gesehen werden. Als Übergang dessen steht das Ideogramm (Wort-Bild-Zeichen), das sich als schriftähnliche Notierung erklären lässt. Es steht im engen Zusammenhang zu den Hieroglyphen der alten Ägypter. Die frühesten Hieroglyphenfunde stammen aus der Zeit um 3200 v. Chr. – bis ca. 390. n. Chr..  Diese Schriftart umfasste etwa 5000 Zeichen. Erst im Jahr 1822 konnten die Hieroglyphen entziffert und die Geschichte der Ägypter somit zugänglich gemacht werden.
Der Unterschied zu dem Ideogramm besteht darin, dass bei den Hieroglyphen bereits eine Art Alphabet berücksichtigt wurde. Die Zeichen waren demnach mit bestimmten Lauten verbunden, weshalb man sie auch als Phonogramme (Laut-Zeichen) bezeichnet.

Das erste Alphabet

Der Ursprung der phönizischen Schrift konnte nicht mit Sicherheit geklärt werden, doch kann sie als Weiterführung der Hieroglyphen verstanden werden. Die phönizische Schrift ist eine linksläufige Konsonantenschrift aus 22 Zeichen, die in der Zeit vom 11. bis 5. Jahrhundert v. Chr. in Palästina und im Mittelmeerraum verwendet wurde. Es sind nur 22 Zeichen, da keine Vokale mit aufgeführt wurden und es nur aus Versalien bestand. Auf diese Schrift sind die aramäische, hebräische und andere semitische Schriften zurückzuführen. Auch die althebräische Schrift ist  eine Variante der phönizischen Schrift.

Die guten alten Griechen übernahmen vermutlich im 10. Jahrhundert v. Chr. ebenfalls die phönizische Schrift, doch erweiterten sie diese um die fehlenden Vokale und fügten Zeichen wie Phi, Chi und Psi hinzu. Sie behielten außerdem fast unverändert die Buchstabennamen bei. Die griechische Schrift gilt als Ausgangspunkt der europäischen Schrift und als Grundform der heutigen Buchstaben (Kreis, Quadrat und Dreieck). Von ihr lassen sich demnach die lateinische Schrift, die kyrillische Schrift und die Runen ableiten.

Die Entwicklung von Groß- und Kleinbuchstaben

Das darauf aufbauende römische Alphabet „Capitalis Monumentalis“ gleicht schließlich unseren heutigen Großbuchstaben (Unziale). Erst später kamen die Kleinbuchstaben (Halbunziale) hinzu und wurden als allgemein gültig erklärt bzw. vereinheitlicht. Verantwortlich dafür war Karl der Große, der die karolingische Minuskel (lat. minusculus: etwas kleiner) einführte.

Die Typografie – Teil 1: Eine Einführung

20. Dezember 2016

Hören wir das Wort „Typografie“, verbinden wir dieses womöglich erstmal mit einem Schriftsatz oder einer ästhetisch gestalteten Buchseite. Doch erforscht man die Begrifflichkeit etwas genauer, entdeckt man die Komplexität und die Bedeutung des Begriffs. Denn die Typografie steht nicht nur in Verbindung zur Entwicklung der Schriftkultur, sondern beinhaltet verschiedene Disziplinen und eine lange Tradition.

Das Wort Typografie leitet sich etymologisch aus dem griechischen „typos“ her und bedeutet: „Schlag“, „Abdruck“, „Figur“. Ihren Ursprung  hat die Typografie in der Frührenaissance (1450 – 1457) durch die Erfindung des Buchdrucks mit beweglichen Lettern. Sie galt in der Renaissance als die „Deutsche Kunst“ und stand für die Kunst und das Handwerk des Druckens.

Da es aufgrund der vielseitigen Verwendung keine klare und allgemein gültige Definition zu geben scheint, habe ich als Abhilfe den Duden herangezogen. Dort wird die Typografie wie folgt erklärt:

  1. Kunst der Gestaltung von Druck-Erzeugnissen nach ästhetischen Gesichtspunkten; Buchdruckerkunst
  2. typografische Gestaltung (eines Druck-Erzeugnisses); Kurzwort: Typo

Heute umfasst die Typografie nicht nur den Gestaltungsprozess anhand von Schrift, Bildern, Linien, Flächen und typografischen Raum auf Druckwerken, demnach die Gestaltung des Layouts und der Entwurf von Satzschriften, sondern auch Entscheidungen bis hin zur Papierauswahl oder des Einbands. Durch die Typografie kann der Inhalt und der Zweck eines Werkes gestalterisch unterstützt werden. Es wird nur noch selten mit dem Buchdruck in Verbindung gebracht…

In der kommenden Zeit werde ich den Begriff der Typografie noch weiter untersuchen und aufschlüsseln – es gibt noch viel zu erfahren!

Das kleine ABC der Buchbinderei

16. Dezember 2016

Wie in jedem Fachbereich gibt es auch in der Buchbinderei Begriffe, die für Laien oder Außenstehende wenig Sinn ergeben. Sie wollen ein Buch binden lassen, sei es ein persönliches Notizbuch, die Dissertation, ein Gästebuch oder ein Buchkalender, dann werden Sie erstmal mit Begriffen wie Falzen, Narben oder Gautschen konfrontiert.

Um der möglichen Verwirrung Abhilfe zu leisten, folgt ein überschaubares Glossar der Buchbinderei.

Anpappen
Aufkleben des Vorsatzpapieres eines Buchs auf die Innenseiten des Buchdeckels.

Anschmieren
Flächiges Bestreichen eines Stücks Pappe, Gewebe o.ä. mit Klebstoff. Von Hand mit dem Pinsel oder mit maschineller Unterstützung mit der Anleimmaschine.

Appretur
Ein Gemisch aus Kleister, Tragant, Leim, oft mit Farben versetzt. Wird verwendet als Porenfüller bei Geweben.

Auffächern
Ganz wesentlicher Arbeitsschritt bei der handwerklich ausgeführten Klebebindung.

Ausgleichsfalz
Schmaler Papierstreifen, der mitgeheftet wird, wenn in das Buch Bilder, Karten, Pläne etc. gebunden werden.

Bestechen
Ehe das Bücherbeschneiden aufkam, wurden beim Heften an „Kopf und Schwanz“ eines Buches, aufgespannte Heftkordeln mit umschlungen; das Bestechen ist eine Vortäuschung dieser alten Technik; Bestechen der Kapitale mit Seidenfäden; Handarbeit nur bei guten Büchern angewendet; maschinell gewebte Kapitalbänder werden angeklebt und sind nur eine Kapitalverzierung.

Chiyogami
Wunderschöne, von Hand im Siebdruckverfahren hergestellte Papiere aus Japan.

Durabel
auch Bibliotheksleinen genannt. Ein farbig imprägniertes, dadurch sehr widerstandsfähiges Einbandgewebe mit leichtem Glanz. Eines der gängigsten Einbandgewebe bei den Buchbindern; erhältlich in zahlreichen Farben. Eine traditionelle Sonderform ist das Buckram.

Falz
Ein beweglicher Bruch im Material.

Falzbein
Nein, keine Berufserkrankung des Buchbinders! Sondern eines seiner wichtigsten Werkzeuge zum Falzen von Papier und Anreiben von Einbandgewebe.

Falzen
Das kannste Knicken! Zusammenbrechen von Papierbögen auf ein kleineres Format.

Gautschen
Spezielles Verfahren der Papierherstellung. Mehrere nasse Papierbahnen werden aufeinander gepresst ohne Leimzugabe.

Gaze
Appretiertes, weitmaschiges Gewebe; daran werden die Druckbogen in der Fadenheftmaschine geheftet.

Klopfer
Drahtheftmaschine zum Heften von Broschuren (z.B. Gutachten, Bilanzen etc.). Recht altertümliches Gerät, steht in jeder Buchbinderei, wäre auch eine Zierde im Deutschen Museum (meist komplett mit zölligen Gewinden ausgeführt!). Heißt so, weil der Klopfer beim Heften ein hämmerndes Geräusch von sich gibt. Funktioniert aber tadellos.

Lumbecken
Nach Emil Lumbeck benanntes Buchbindeverfahren der Klebebindung. Ohne ihn gäbe es die heutige Klebebindung nicht.

Narben
findet man auf jedem guten Stück Leder. Sie sind natürliche Unregelmäßigkeiten und ein Zeichen hoher Qualität. Je gleichmäßiger, desto größer die Wahrscheinlichkeit, dass mit einer Prägung nachgeholfen wurde.

Perforieren
Durchlöchern von Papieren an bestimmten Stellen mit Stahlkämmen.

 

(Die Quelle und weitere Begrifflichkeiten finden Sie hier)

Noch keine Geschenkidee?

12. Dezember 2016

Alle Jahre wieder stellen wir uns die Frage: Was soll ich bloß zu Weihnachten verschenken?
Dabei gibt es immer die eine Rettung, der unschlagbare Klassiker: Das Buch!

Egal ob für die Großeltern, die kleine Schwester, den Onkel oder die beste Freundin. Mit einem guten Buch kann man nicht viel falsch machen, wenn es sorgfältig ausgewählt wurde. Die Mitarbeiter von ZEIT und ZEIT online haben eine interessante Literaturliste mit den Büchern aus diesem Jahr zusammengestellt. Vielleicht finden Sie dort auch noch eine Inspiration für das fehlende Weihnachtsgeschenk oder ein weiteres Geschenk für die persönliche Wunschliste…

Die empfohlenen Bücher des Jahres finden Sie hier.