Das Papier: Von der Papyrusrolle zum Papier

27. April 2017

Papier gehört zu unserem Alltag, wie das Essen und Trinken. Es begegnet uns ständig und überall: wenn wir morgens den Briefkasten öffnen und uns die Briefe und Rechnungen entgegenflattern, beim Lesen der Zeitung oder des Buchs, bei der Arbeit oder beim Lernen…die Liste könnte lange fortgeführt werden. Doch sind wir uns eigentlich bewusst, was das kostbare Produkt Papier eigentlich ist und wie es hergestellt wird? Insbesondere für die Buchverarbeitung und vor allem wie viele unterschiedliche Papiersorten es eigentlich gibt?

Das Wort Papier leitet sich etymologisch aus dem lateinischen „papyrus, papyrum“ her. Ganz sicher ist man sich jedoch nicht bei der Herkunft des Wortes. So wird ebenfalls vermutet, dass es aus dem griechischen „pápyros“ stammen könnte.Der Duden beschreibt es wie folgt: aus Pflanzenfasern (mit Stoff- und Papierresten) durch Verfilzen und Verleimen hergestelltes, zu einer dünnen, glatten Schicht gepresstes Material, das vorwiegend zum Beschreiben und Bedrucken oder zum Verpacken gebraucht wird.

Die Erfindung von Papyrus

Doch, wie so häufig in der Geschichte, musste auch das Papier einen langen Weg hinter sich bringen und seinen Vorreiter, das Papyrus, überwandern. Die Herstellung des Papyrus geht auf das antike Ägypten zurück und soll bereits seit dem 3. Jahrtausend v. Chr. praktiziert worden sein.
Dafür wurde das Mark des Pflanzenstängels des Echten Papyrus (Cyperus papyrus) in bis zu 4 cm breite Streifen geschnitten und über Kreuz gelegt. Anschließend wurden zwei dieser übereinander gelegten Schichten zu einem festen Blatte gepresst und geklopft. Der stärkehaltige Pflanzensaft diente dabei als Kleber. Nachdem die Platte getrocknet war und poliert wurde, konnte man den Papyrus bemalen oder beschreiben. Jedem sind sicherlich auch die langen Papyrusrollen aus dem antiken Griechenland (etwa ab 800 v. Chr.) bekannt, auf denen die Philosophen ihre Gedanken niederschrieben.
Die Erfindung des Papieres hingegen kommt aus China um etwa 140 v. Chr..

In den kommenden Artikeln soll das Papier einmal genauer unter die Lupe genommen werden und die Geschichte, die Herstellung und die unterschiedlichen Eigenschaften dargestellt werden…

 

Veranstaltungen im Gutenberg-Museum in Mainz

23. April 2017

Workshop „Futura Super Extra Fett“

Datum: 29. April  – 30. April
Uhrzeit: 10:00 – 16:00

Mit dem Typografen Jérôme Knebusch im Gutenberg-Museum. Teilnahme entweder eintägig (Sa) oder zweitägig (Sa u. So). Teilnahmebeitrag 25/15 Euro pro Person und Tag. (Voranmeldung erforderlich, Tel. 06131/122686).

Führung durch die Sonderausstellung FUTURA. DIE SCHRIFT.

Datum: 29. April
Uhrzeit: 13:00 – 14:00

Mit Fabian Lenczewski, M.A. Führung 1,50 Euro (zzgl. Eintritt).

Workshop „Tiefdruck für Anfänger und Fortgeschrittene“

Datum: 29. April –  30. April
Uhrzeit: 10:00 – 16:00 Uhr

Mit Claudia Schuh im Druckladen des Gutenberg-Museums.

Nach einer theoretischen Einführung in die Tiefdruckverfahren sind mitgebrachte Skizzen und zeichnerische Vorstudien Grundlage für eine eigene druckgrafische Umsetzung. Neben Kaltnadelradierung in Zinkplatten können auch experimentelle Techniken, z.B. mit Tetrapak ausprobiert werden. Auch zeitgenössische Verfahren, wie die Kombination von Radierung und Collage, sind möglich. Von der traditionellen Zeichnung bis zum freien Experiment bietet der Tiefdruck eine große Bandbreite an Ausdrucksmöglichkeiten. Ziel des Kurses ist es, unter professioneller Anleitung und individueller, gestalterischer Beratung, den selbständigen Umgang mit der Technik zu vermitteln. Es entstehen zusätzlich zur Kursgebühr Materialkosten in Höhe von 20 Euro.

Teilnahmebeitrag 100 Euro pro Person, Voranmeldung erforderlich, Tel. 06131/122686 oder gm-druckladen@stadt.mainz.de.

Antiquarischer Buch- und Grafikmarkt

Datum: 06. Mai
Uhrzeit: 08:00 – 14:30 Uhr

Antiquarischer Buch- und Grafikmarkt im Innenhof des Gutenberg-Museums

Weitere Informationen rund um das Museum finden Sie hier.

Der Welttag des Buches – Ich schenk dir eine Geschichte

20. April 2017

Am 23. April wird der UNESCO-Welttag des Buches in über 100 Ländern gefeiert. An dem Ereignis nehmen deutschlandweit Buchhandlungen, Verlage, Bibliotheken, Schulen und Lesebegeisterte teil.

Das erste mal wurde das Lesefest im Jahr 1995  ins Leben gerufen und gilt als weltweiter Feiertag für das Lesen, für Bücher und die Rechte der Autoren. Der 23. April hat außerdem noch eine weitere literarische Bedeutung: es ist der Todestag von Wiliam Shakespear und Mifuel de Cervantes.

„Der Welttag des Buches macht seit über zwanzig Jahren auf die Bedeutung von Büchern und des Lesens für unsere Gesellschaft aufmerksam. Dies ist umso wichtiger in einer Zeit, in der das Urheberrecht vom Gesetzgeber immer weiter eingeschränkt werden soll. Damit Qualität und Vielfalt auf dem Buchmarkt erhalten bleiben, müssen Autoren und Verlage für ihre Leistung angemessen entlohnt werden. Nur so können sie Bücher und Ideen zu den Menschen bringen, Debatten anstoßen und zu einer vielfältigen und offenen Gesellschaft beitragen“, sagt Heinrich Riethmüller, Vorsteher des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels.

Weitere Informationen rund um den Welttag des Buches und die Aktionen „Ich schenk dir eine Geschichte“ und #VERLAGEBESUCHEN finden Sie hier.

Der Beruf des Buchbinders: Von den großen Fabriken bis heute

17. April 2017

Die mit der Industrialisierung und Mechanisierung einhergehende „Verarmung“ der Buchbinder änderte sich auch nach dem 1. Weltkrieg erstmal nicht. Massenproduktionen führten zur Verringerung von hochwertigen Produktionen und Bücher verloren schneller an Wert. Handwerkliche und aufwändig gestaltete Einbände rentierten sich kaum noch.
Da es nun auch keine langjährige und spezialisierte Ausbildung mehr bedurfte, um Bücher herzustellen, kam es, dass Gefängnisbetriebe durch reduzierte Kosten zu einer großen Konkurrenz für die Verlage wurden. Doch gab es immer noch Metiers, in denen die Buchbinder ihre qualifizierte Arbeit fortsetzen konnten. Bibliotheken, Museen und Archive gaben den Handwerkern weiterhin ein gesichertes Einkommen.

Die Arbeit mit den Maschinen

Nach dem Zweiten Weltkrieg entstanden die ersten Buchbindereien, die tatsächlich als industriell bezeichnet werden können, da die Techniken weiterentwickelt wurden. Zuvor wurde noch vieles mit der Hand verarbeitet. Bis in die 80er Jahre wurden Maschinen konstruiert, die vollautomatisierte Produktionssysteme abfertigten konnten. Kennzeichnend dafür ist die „Bruchstraße“, auf die nochmal zu einem späteren Zeitpunkt eingegangen werden soll. Heute ist das Arbeiten ohne Maschinen kaum vorstellbar. Sie sind zu einem alltäglichen Arbeitsgegenstand geworden.

Der Beruf des Buchbinders heute

Der Beruf des Buchbinders hat sich jedoch bis heute durchgesetzt und gehört demnach zu einer der ältesten Berufe. Es gibt auch immer noch Traditionen, die beibehalten wurden, nur sehen die Arbeitsschritte inzwischen ein wenig anders aus. Vieles wird maschinell fertiggestellt, wobei die handwerkliche Arbeit natürlich nicht komplett durch die Maschinen ersetzt werden kann.
Von 1999 bis 2005 ist die Zahl der Buchbinder stark zurückgegangen. Waren es 1999 noch 32.000 Beschäftige, waren es 6 Jahre später nur noch 24.000. Im Jahr 2010 kam es schließlich zu Aktualisierungen der Ausbildungsinhalte.

Der Beruf des Buchbinders kann sich als vielseitig gestalten, erfordert ein weites Spektrum an Fachwissen und hat sich in den letzten Jahren immer wieder gewandelt. Noch bis 2011 wurden Buchbinder auch mit der Massenfertigung beauftragt, allerdings ist daraus der Beruf des Medientechnologen hervorgegangen. Buchbinder sind seither ein Stück weit in die Fußstapfen der alten Meister zurückgekehrt und sind hauptsächlich für Sonderanfertigungen, kleinere Buchauflagen oder Restauratierarbeiten verantwortlich. Die Buchbinder haben sich als Handwerker durchsetzen können!

Die Ausbildung zum Buchbinder

Wie bereits in einem früheren Blogbeitrag geschildert, gibt es die Möglichkeit, sich während der Ausbildung zum Buchbinder zu spezialisieren: Buchbinder/In – Buchfertigung (Serie), Buchbinder/In – Druckweiterverarbeitung (Serie) und Buchbinder/In  – Einzel- und Sonderfertigung. Je nachdem, welchen Bereich man auswählt, fallen natürlich unterschiedliche, spezifische Aufgaben und Tätigkeiten in der Buchproduktion an.

Klassische Ausbildungsinhalte sind zudem die Sicherheit und der Gesundheitsschutz bei der Arbeit, Umweltschutz, Einrichten von Geräten, Maschinen und Anlagen sowie das Pflegen und Warten, Bewerten und Auswählen von Verarbeitungstechniken etc. Auch der Kundenkontakt ist ein wichtiger Aspekt der Ausbildung.
Nach der Gesellenprüfung gibt es zahlreiche Möglichkeiten der Weiterbildung oder man kann den Meisterbrief erlangen.

In dem Beruf dreht sich alles um Bücher, Papier, Pappe und die Liebe zum Detail.

Der Frankfurter Literaturkalender für den April

12. April 2017

19.4., 19.30 Uhr: Hinter den Worten: Literatur gestelten in Hessen

Mittwoch, 19. April, 19.30 Uhr
Hinter den Worten: Literatur gestalten in Hessen
Abenteuer Buch – Eine Podiumsdiskussion zum Thema Kinder- und Jugendbuch
Mit Antje Herden, Eva Kutter, Markus Weber
Moderation: Fridtjof Küchemann (F.A.Z.)

Bücher für Kinder und Jugendliche können ganze Generationen prägen und ein Leben lang begleiten. In der Gesprächsrunde berichten Akteure aus dem Kinder- und Jugendbuchbereich über das Schreiben, Verlegen und Vermitteln von Literatur für Heranwachsende. Markus Weber ist Leiter des Frankfurter Moritz Verlags. Dieser ist bekannt für seine ausgezeichneten Bücher und eine internationale Ausrichtung. Antje Herden schreibt seit 2010 Kinderbücher. Sie engagiert sich für die Leseförderung und war 2016 Mitveranstalterin des Ersten Hessischen Kinderbuchtages. Eva Kutter verantwortet das Programm KJB im S. Fischer Verlag. Zuvor arbeitete sie am Institut für Kinder- und Jugendbuchforschung und bei Arena. Die Diskussion leitet Fridtjof Küchemann, Online-Redakteur der F.A.Z., wo er regelmäßig Rezensionen zu Kinder- und Jugendbüchern veröffentlicht.

Ein Abend im Rahmen von „Hinter den Worten: Literatur gestalten in Hessen“, einer Veranstaltungsreihe der Häuser der Literatur im Hessischen Literaturrat e.V. mit Unterstützung des Hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst und hr2-kultur.

Ort: Literaturhaus Frankfurt
Eintritt: 5,- / 3,-

20.4., 19.30 Uhr: Lesung Tuvia Tenenbom

Donnerstag, 20. April, 19.30 Uhr
Tuvia Tenenbom „Allein unter Flüchtlingen“
Moderation (dt./engl.): Alf Mentzer (hr2-kultur)

Wenn sich der israelisch-amerikanische Autor Tuvia Tenenbom auf Reisen begibt, um „die Deutschen“, „die Juden“ oder „die US-Amerikaner“ kennen zu lernen, hat er eine spitze Feder und einen schelmischen Witz im Gepäck. Seine Reiseberichte krempeln die Hemdsärmel hoch, legen die Finger in Wunden und lassen Ansichten aufeinanderprallen, die ansonsten wohlsortiert voneinander geschieden werden. Seine Lesungen gleichen Theaterabenden, an denen zwar gelacht und geschmunzelt wird, die einen aber auch verstört zurücklassen. So auch sein jüngstes, noch im Entstehen begriffenes Buch, in dem der Regisseur und Leiter des 1994 gegründeten Jewish Theater of New York sich unter Flüchtlinge in Europa begibt: „Allein unter Flüchtlingen“ (Suhrkamp). Der Abend widmet sich den Erfahrungen und Beobachtungen, die Tuvia Tenenbom bei seiner jüngsten Reise gemacht hat. Im Gespräch mit dem hr2-kultur-Moderator Alf Mentzer wird der Autor seine Eindrücke von den verschiedenen Reisen miteinander verbinden.

Eine Veranstaltung des Jüdischen Museums Frankfurt in Kooperation mit der Jüdischen Gemeinde Frankfurt und dem Literaturhaus Frankfurt

Ort: Literaturhaus Frankfurt
Eintritt: 7,- / 4,-

22. – 23.4., 10 – 16 Uhr: Wortumdrehung

Samstag & Sonntag, 22.-23. April 2017, 10-16 Uhr
Wortumdrehung – U20 Poetry Slam Workshop
Mit Dirk Hülstrunk

Ihr habt Lust am Spiel mit der Sprache? Ihr wollt eigene Texte, Gedichte, Geschichten, Rap-Texte schreiben, reimen oder lieber freestylen? Ihr würdet gerne mal auf einer Bühne stehen, ein Mikrofon in der Hand? Dann seid ihr richtig beim Poetry Slam Workshop „Wortumdrehung“. Hier könnt ihr Ideen entwickeln, lernen, spannungsreiche und originelle Texte zu schreiben und ihre Umsetzung unter realen Bühnenbedingungen proben. Unsere Themen sind: Poetry Slam Hintergründe & Regeln, Texte für den Vortrag schreiben, Stimme & Performance, Mikrofonsprechen.

Der Workshop richtet sich sowohl an Anfänger wie an Fortgeschrittene, die ein kritisches Feedback zu ihren Texten brauchen oder ihren Vortragsstil verbessern möchten. Teilnehmen können Jugendliche vom 15-20. Ältere Interessenten können in Einzelfällen teilnehmen, wenn noch Platz ist.

Dirk Hülstrunk, geboren 1964 in Frankfurt a.M., ist freier Autor, Soundpoet, Audiokünstler und Kulturaktivist. Er ist Poetry Slam-Pionier und Veranstalter des ältesten Poetry Slam in Hessen an der FH Frankfurt seit 1998. Seine Erfahrungen und Arbeitsweisen vermittelt er seit 2001 regelmäßig in Workshops und Vorlesungen

Anmeldungen unter: u20slam@kulturnetz-frankfurt.de 
Ort: Hessisches Literaturforum im Mousonturm
Teilnahmegebühr: 25,-

26.4., 19.30 Uhr: „Was ist los mit Dir, Europa?“

Mittwoch, 26 April, 19.30 Uhr
„Was ist los mit Dir, Europa?“
Friedhelm Hengsbach im Gespräch mit Jean Feyder (Luxemburgischer Diplomat und ehemaliger Ständiger Vertreter Luxemburgs bei der WTO in Genf, zuvor Direktor für Entwicklungszusammenarbeit beim Außenministerium in Luxemburg)
Moderation: Thomas Wagner

„Was ist los mit dir, Europa?“ fragte Papst Franziskus, als er mit dem Karlspreis der Stadt Aachen ausgezeichnet wurde. Die EU ist aus den Fugen geraten. Nationale Strömungen durchkreuzen die Verständigung und den Zusammenhalt. Die politische Klasse verliert sich im Asylstreit. Was hält den freien Fall auf? Friedhelm Hengsbach, Deutschlands führender Sozialethiker, fordert ein radikales Umdenken: gute Arbeit und Lebensperspektiven für die Jugend im Süden und Osten Europas. Einen institutionellen demokratischen Umbau, der Europa eine Stimme in der globalen Welt gibt. Faire Beziehungen zu Entwicklungs- und Schwellenländern, statt imperialer Handelsabkommen. Und mehr direkte Beteiligung des Volkes. Denn Europa kann mehr.

Ort: Haus am Dom
Eintritt frei

28.4., 18 Uhr: „Die Reise in den Westen / Xiyouji“

Freitag, 28. April, 18 Uhr
Eva Lüdi Kong: Die Reise in den Westen / Xiyouji

Xiyouji ist einer der vier klassischen Romane Chinas und erzählt von vier Pilgern, die im Auftrag des Kaisers von China nach Indien reisen. Die Sinologin und Übersetzerin Eva Lüdi Kong liest und führt in den populärsten Roman Chinas ein.

Ort: Bibliothekszentrum Sachsenhausen
Eintritt: 5,- / 3,-

 

Viele weitere spannende Veranstaltungen des Frankfurter Kulturportals finden Sie hier.

Verleihung des Astrid-Lindgren-Preises an Wolf Erlbruch

08. April 2017

Der diesjährige Astrid-Lindgren-Preis geht an den Kinderbuchautor und llustrator Wolf Elbruch. Seine Geschichte „Vom kleinen Maulwurf, der wissen wollte, wer ihm auf den Kopf gemacht hat.“ wurde zum Klassiker.

„Wolf Erlbruch macht existenzielle Fragen für Leser jeden Alters zugänglich und handhabbar“, hieß es in der Begründung. „Mit Humor und Wärme, die tief in humanistischen Idealen verwurzelt sind, präsentiert seine Arbeit das Universum in unserem Maßstab.“ (Spiegel Online)

Der Astrid-Lindgren-Preis zählt zu den höchstdotierten Auszeichnungen für Autoren der Kinder- und Jugendliteratur, die im Geiste von Astrid Lindgren aktiv sind. Seit 2003 wird er jährlich verliehen. Eine Jury wählt aus einem Pool von Kandidaten, die von Organisationen und Institutionen aus der ganzen Welt kommen. In diesem Jahr waren 226 Kandidaten aus 60 Ländern für die Auszeichnung vorgeschlagen.

Weitere Informationen zu Wolf Elbruch und den ganzen Artikel finden Sie hier.

Der Beruf des Buchbinders: Von der Stube in die großen Fabriken

05. April 2017

Das Zunftwesen der Buchbinder konnte sich bis zum Ende des 18. Jahrhunderts durchsetzen. Man blieb seinem Handwerk treu, auch zur Mitleidenschaft der Kunden. Obwohl über die drei Jahrhunderte Neuerungen bei der Technik entwickelt wurden, hielt man an den alten Methoden fest. Dadurch galten Bücher immer noch als Luxusgut.

Der Wandel wurde schließlich mit der Französischen Revolution eingeläutet. Mit ihr kam die Idee der freien Berufsausübung auf, wodurch der Druck auf die Zünfte allmählich wuchs und sie letztlich zu Gunsten von Produktionsfreiheit und Vertrieb nachgaben. In Preußen wurde direkt zu einer vollständigen Gewerbefreiheit gewechselt.

Die darauffolgende Industrialisierung förderte zudem den wachsenden Buchmarkt zu Beginn des 19. Jahrhunderts. Eine Vielzahl von bezahlbaren Büchern waren die Folge, die sich durch einen einheitlichen Einband von den vorigen hergestellten Büchern abgrenzten. Die Bücher wurden nun nicht mehr in den kleinen Stuben des Meisters gebunden und fertiggestellt, sondern in immer größer werdenden Fabriken mithilfe des Einsatzes von Maschinen, wie der sogenannten Dampfbindereien. Der massenproduzierte Verlgereinband übernahm die Oberhand und der individuelle Handwerkseinband wurde zu einer Rarität.

Die neuen Arbeitsprozesse

Ein weiterer Unterschied lag in der Aufgabenverteilung und des Herstellungsprozesses. Die ehemals als Handwerker arbeiteten Menschen wurden auf Teilgebiete spezialisiert und ebenso wurde auf die Schnelligkeit der Ausführung geachtet. Die im Akkord arbeitenden Buchbinder waren nun vielmehr spezialisierte Facharbeiter, während die einfacheren Arbeiten von angelernten Kräften, häufig Frauen, ausgeübt wurde. Die wiederum einen niedrigeren Lohn als die Männer ausgezahlt bekamen.

Dennoch starben die individuellen Handwerksbetriebe nicht gänzlich aus und sie konnten sich gegen die Konkurrenz durchsetzen, auch wenn nur unter schwierigen Verhältnissen. Für wenig Geld musste der „klassische“ Buchbinder viel arbeiten. Hinzu kam, dass der künstlerische Aspekt dieser Arbeit in Deutschland nicht weiter gefördert wurde, wie es beispielsweise in Frankreich und England der Fall war.
Ein deutlicher Wandel, und somit eine Verbesserung der Arbeits- und Verdienstmöglichkeiten, fand erst im 20. Jahrhundert statt. Doch davon gibt es im nächsten Blogeintrag mehr…

Eva Lüdi Kong: Ihre 17-jährige Arbeit wird nun belohnt

02. April 2017

Die Sinologin Eva Lüdi Kong wurde vor einigen Tagen mit dem Preis der Leipziger Buchmesse in der Kategorie „Übersetzung“ ausgezeichnet. Sie übersetzte den chinesischen 1000-seitigen Klassiker „Die Reise nach Westen“ aus dem 16. Jahrhundert – in diese Arbeit investierte sie 17 Jahre! Bis zu ihrer Veröffentlichung konnte man den Roman im Deutschen nur in Auszügen lesen.

Da die einzelnen, chinesischen Schriftzeichen häufig mehrere Bedeutungen haben, gehört neben dem Wissen über die Deutungsmöglichkeiten auch viel Kontextwissen zu solch einer Übersetzung. In dem Interview mit Deutschlandradio Kultur äußerte sich Lüdi Kong so dazu: „Ich habe mir das kürzlich alles noch mal ziemlich genau angeschaut und ich habe gedacht: Warum mache ich das nicht anders? Warum schreibe ich das nicht um?“
Dennoch ist sie zufrieden mit ihrem Werk, das von einer Gruppe von Pilgern handelt, die eine seltsame und zugleich interessante Konstellation bilden: ein Mönch, ein Affe, ein Dämon, ein Schwein und ein Drachenpferd. Gemeinsam reisen sie auf den Spuren des Buddhismus, des Daoismus und des Konfuzianismus durch China, um heilige Schriften des Buddhismus aus Indien in ihre Heimat zu bringen. Bis heute wird der Roman in China noch mit Begeisterung gelesen, wobei der Autor unbekannt ist.

Das hörenswerte Interview sowie wie viele weitere Informationen rund um das Buch und dessen Inhalten finden Sie auf der Internetseite von Deutschlandradio Kultur.

Der Beruf des Buchbinders: Die Anfänge

30. März 2017

Blickt man zurück auf die Anfänge der Buchbinderei, in eine Zeit, in der die Bücher zu prachtvollen, kleinen Kunstwerken gestaltet wurden, war die Berufsbezeichnung des Buchbinders noch nicht entstanden. Es gab einfach zu wenig Bücher, dieser Beruf rentierte sich noch nicht. So übernahmen vorerst die Mönche diese Arbeit.

Die Aufgaben eines Buchbinders

Auch heute übernimmt der Buchbinder noch die selben Aufgaben, wie die Mönche damals, obwohl sich die Techniken und Methoden der Buchvorbereitung und -bindung weiterentwickelt haben. Er ist verantwortlich für die Fertigstellung eines Buches. Der Einband, als Schutzhülle der gedruckten oder geschriebenen Seiten, muss hergestellt, verziert und mit den Seiten verbunden werden. Natürlich reicht das Arbeitsspektrum des heutigen Buchbinders darüber hinaus. Zu seinen Aufgaben zählen auch das Restaurieren von alten Büchern, Anfertigung von Prägungen, Falzen und Schneiden, die Arbeit mit Maschinen und vieles mehr. Dabei gibt es Fachrichtungen, auf die man sich während der dreijährigen Ausbildung spezialisieren kann, wie etwa die Fachrichtung Einzel- und Sonderfertigung oder die Fachrichtung Buchbindung (Serie).

Die „Studenten-Buchbinder“

Zwar beginnt man häufig die Geschichte der Buchbinder mit den Mönchen im Mittelalter, doch gibt es die Erzählung eines Mönches, der bereits 550 lebte. Sein Name war Dagaeus und er lebte in Irland. Er soll der älteste Buchbinder sein, dessen Name bekannt ist.
Aber nicht nur die Mönche gingen dem Handwerk nach, auch Studenten eigneten es sich an. Mit der durch Martin Luther ausgelösten Buch-Revolution war der Bedarf an Buchbindern so groß, dass die Stundeten sich damit einen Nebenverdienst einnehmen konnten. So gab es ebenso hauptberufliche Buchbinder, die sich in den größeren Universitätsstädten aufhielten und teilweise als Studenten eingeschrieben waren, um deren Vorteile, wie die Steuerfreiheit, zu genießen. Dennoch war es ein selten vertretenes Handwerk, weshalb einige Buchbinder als fahrende Handwerker tätig waren – die Besitzer wertvoller Bücher waren oft nicht bereit, ihre kleinen Schätze abzugeben.

Das Arbeiten in Zünften

Bis ins 16. Jahrhundert verliefen die bürgerliche und die klösterliche Buchbinderei parallel nebeneinander her und standen auch in Konkurrenz zueinander. Doch der gestiegene Bücherbedarf förderte die bürgerlichen Buchbinder, die immer stärker über die Zünfte organisiert wurden. Gegen Ende des 17. Jahrhunderts war jeder Buchbinder zünftig und jeder Meister war verpflichtet sich einzugliedern. Dabei waren die Zünfte nicht nur Berufsgemeinschaften, sondern sie sie entwickelten sich auch zu Lebensgemeinschaften mit eigenen Regeln, Bräuchen und Traditionen. Das Besondere, und für uns heute schwer vorstellbare: Der Lehrling lebte während seiner Ausbildung zusammen mit der Familie seines Meisters. Bis er seine Gesellenprüfung ablegte, war er ein anerkanntes Familienmitglied, auch wenn er dienende Aufgaben zu erfüllen hatte. Der ausgebildete Geselle unterstand anschließend dem Wanderzwang, der der Erweiterung der Kenntnisse dienen sollte.

Ein Résumé zur 23. Leipziger Buchmesse

26. März 2017

Heute schließt die Leipziger Buchmesse wieder ihre Pforten und die Veranstalter können auf ein erfreuliches Ergebnis blicken. In diesem Jahr wurde der Besucherrekord geknackt: etwa 285.000 Buchfreunde kamen zur Messe und nahmen an den zahlreichen Veranstaltungen in der Stadt teil. Insgesamt präsentierten sich 2.500 Aussteller und es wurden Lesungen, Autogrammstunden, Gespräche, Mitmachaktionen und vieles mehr angeboten.
Oliver Zille, der Direktor der Leipziger Buchmesse, fasste die Ereignisse so zusammen: ,,Als Fach- und Publikumsmesse gab die Leipziger Buchmesse auch 2017 wieder wichtige Impulse zur Literaturvermittlung für Verleger, Buchhändler, Autoren, Lektoren, Übersetzer, Blogger oder Leser. Gleichzeitig zeigte sich die Leipziger Buchmesse so politisch wie nie zuvor.“

„Leipzig liest“

Unter dem Motto „Leipzig liest“ fand dazu das größte Lesefest Europas statt. Parallel zur Messe wurden von bekannten oder weniger bekannten Autoren Lesungen an den verschiedensten Orten in der Stadt gehalten. Ob in einem Café, am Hauptbahnhof oder in einem Hundesalon – für die Besucher wurde es sicherlich nicht langweilig.

Der Preis der Leipziger Buchmesse

Zum 13. Mal wurde auch der Preis der Leipziger Buchmesse verliehen. Der renommierten Preis ging dieses Jahr zum ersten Mal in allen drei Kategorien an Frauen. Die Preisträgerinnen Natascha Wodin (Belletristik), Barbara Stollberg-Rillinger (Sachbuch/Essayistik) und Eva Lüdi Kong (Übersetzung) erhielten für ihre Auszeichnungen ein Preisgeld von insgesamt 45.000 Euro.

Die literarische Biografie „Sie kam aus Mariupol“

Mit ihrem Buch „Sie kam aus Mariupol“ erzählt die 71-jährige Natascha Wodin die Geschichte ihrer Mutter, die aus der ukrainischen Hafenstadt Mariupol stammte. Während des Zweiten Weltkrieges wurde sie als Zwangsarbeiterin von den Nazis nach Deutschland verschleppt. Zwölf Jahre später nahm die Mutter sich das Leben und ließ ihre zwei Töchter im Kindesalter zurück.

Die Zeit hat einen interessanten Artikel zu dem Buch und der Autorin verfasst, den Sie hier finden können.