Der Frankfurter Veranstaltungskalender im Juni/Juli

19. Juni 2017

Eine kleine Auswahl des literarischen Veranstaltungskalender aus Frankfurt mit Lesungen, Vorträgen und vielem mehr….

20.6., 20 Uhr: „Paul Celan – Dichter im Hier und Jetzt“

Vortrag von Barbara Wiedemann
Ort: Hessisches Literaturforum im Mousonturm
Eintritt: 7,- / 4,- (VVK) // 8,- / 5,- (AK)

Paul Celan wurde 1920 im damals rumänischen Czernowitz (Bukowina) als Sohn deutschsprachiger Juden geboren. 1942 wurden seine Eltern in ein deutsches Lager in der Ukraine deportiert und ermordet, er selbst musste Zwangsarbeit in Rumänien leisten. Nach seiner Entlassung im Februar 1944 zog Celan nach Zwischenstationen in Bukarest und Wien 1948 schließlich nach Paris, wo er bis zu seinem Freitod 1970 lebte. Die ab 1947 veröffentlichten Gedichte zeigen einen der Gegenwart Zugewandten, der aus dem »Neigungswinkel« seines Schicksals schreibt. Ausgangspunkt ist das Hier und Jetzt: Österreichische Vergangenheitsvergessenheit ebenso wie die Atombewaffnung der Bundeswehr, der Krieg in Israel und der Antisemitismus von rechts und links im Mai 68, Kritiken und Plagiatvorwürfe mit antisemitischen Nuancen, Psychiatrieaufenthalte, Ereignisse in der Familie und Gespräche mit Zeitgenossen, aber auch aktuelle Lektüren – Literatur und Tagespresse. Adornos Verdikt, nach Auschwitz Gedichte zu schreiben sei barbarisch, kann Celan nicht akzeptieren. Aber er mutet den deutschen Lesern eine verstörende Gedichtsprache zu, die den grundsätzlichen Bruch spürbar macht – Gedichte, die dessen »was war«, wie er sagt, in der Gegenwart eingedenk bleiben.

Dr. phil. Barbara Wiedemann, Literaturwissenschaftlerin, Lehrtätigkeit an der Universität Tübingen, Herausgeberin von Werken und Briefen Paul Celans.

In Kooperation mit CROM crom-neu2.blogspot.de (Communitatea Românilor din Rin-Main).

22.6. – 1.7.: 5. Frankfurter Lyriktage

Gedichte sind Wunderwerke. Sie sind spielerisch und rätselhaft, Exerzitium und Elysium zugleich. In ihren Schichten überkreuzen sich Wort und Klang, Form und Inhalt, Bild und Gedanke. Je dichter das Gewebe, desto größer der Schutz vor falscher Eindeutigkeit. Erst die geduldige Lektüre erweist, ob es sich lohnt, in die Tiefe der Texte zu steigen. Große Gedichte gewinnen, wenn man sie zerpflückt, hat Brecht gesagt. Sie gewinnen aber auch, wenn man sie wieder zusammenfügt. Was die Mühe lohnt, hat jüngst Jan Wagner mit einem Vergleich zwischen Krimi und Gedicht beantwortet: Das Gedicht sei ein „ausgeklügeltes Sprachkämmerchen gewissermaßen, in dem verblüffenderweise aber trotzdem alles seinen Platz finden kann, ohne dass es zu eng würde“. Ein Raum, der Disparates und Paradoxes in wenigen Zeilen vereint. Mit dem Staunen beginnt das Verstehen. Ein Verstehen, das Bedeutung erzeugt, das die Sinne wie das Denken fordert. Von Glück ist oft die Rede, wenn es um Poesie geht. Wir finden, ganz zu Recht.

Ein Glück ist auch, dass in jüngster Vergangenheit eine große Anzahl von beeindruckenden Lyrikbänden erschienen ist, die eine Kunst auf der Höhe der Zeit zeigen. Sie bilden den Kern der Frankfurter Lyriktage, die wir um unterschiedliche Formate und Konstellationen erweitert haben.

Das Programm finden Sie hier.

23.6., 20 Uhr: Große französische Dichtkunst

Jacques Roubaud, Stéphane Bouquet & Valère Novarina
Große französische Dichtkunst
Gastland Frankreich & Frankfurter Lyriktage
Lesung in französischer und deutscher Sprache
Deutsche Stimme: Stéphane Bittoun

Ort: Romanfabrik
Eintritt: 7,- / 4,-

Drei große französische Dichter stellen ihre einzigartige Beziehung zum Wort vor. Jacques Roubaud, Valère Novarina und Stéphane Bouquet haben seit Langem schon, jeder auf seine Art, ihre bewegende Kunst des Gedichtvortrags entwickelt. „Die Dichtkunst“, so Jacques Roubaud, „ist sowohl für das Auge als auch für das Ohr bestimmt.“ Für diese Dichter ist die Poesie nicht nur ein literarisches Genre oder nur eine Form, sondern auch Wortgebung, die manchmal unsere Beziehung zur Welt und zu den anderen aufrühren und sie neu ausrichten kann. Jacques Roubaud ist Mathematiker, Dichter, Romancier und bedeutendes Mitglied der Gruppe Oulipo. Valère Novarina ist Dichter, aber auch Dramatiker, Essayist, Regisseur und Maler. Stéphane Bouquet schreibt neben Gedichten auch Drehbücher und arbeitet als Übersetzer.

Eine Veranstaltung im Rahmen von Frankfurt auf Französisch – Frankreich Ehrengast der Frankfurter Buchmesse 2017 und der Frankfurter Lyriktage.

28.6., 19.30 Uhr: Schöne Aussichten – das Frankfurter Literaturgespräch XXXV

Mit Saša Stanišić, Mara Delius, Alf Mentzer und Hubert Spiegel
Ort: Literaturhaus Frankfurt
Eintritt: 7,- / 4,-

Literarisches Quartett ohne Quotendruck und Fernbedienung. Vier Kritiker diskutieren über neue Romane.
Hier sitzt das Publikum mittendrin. In der 35. Ausgabe der „Schönen Aussichten“ streiten und schlichten der hr2-Literaturredakteur Alf Mentzer, die Kritikerin Mara Delius (Literarische Welt) sowie der Literaturkritiker Hubert Spiegel (F.A.Z.) mit dem Gastkritiker Saša Stanišić. Der übersiedelte als Vierzehnjähriger während des Bosnienkrieges nach Deutschland, den er in seinem Debütroman „Wie der Soldat das Grammofon repariert“ thematisierte. Für seine Romane und Erzählungen wurde er bereits mit mehreren Preisen ausgezeichnet, etwa dem Preis der Leipziger Buchmesse 2014. Zuletzt veröffentlichte Stanišić den Erzählband „Fallensteller“, erhältlich im Luchterhand Verlag. Dem legendären Haltbarkeitstest wird „Herztier“ von Herta Müller unterzogen. Die weiteren Titel des Abends erfahren Sie ab Anfang Juni unter www.literaturhaus-frankfurt.de.Die Veranstaltung ist eine Kooperation mit hr2-kultur. Sendetermin am 02.07. um 12.04 Uhr.
Die Diskussion wird, gefördert durch die Aktion Mensch, von Gebärdensprachdolmetschern übersetzt.

29.6., 19.30 Uhr: Lesung Benjamin Lebert

Benjamin Lebert: Die Dunkelheit zwischen den Sternen
Moderation: Alf Mentzer (hr2-kultur)
Ort: Literaturhaus Frankfurt
Eintritt: 9,- / 6,-

Der Autor von „Crazy“ mit einer Geschichte aus Kathmandu
Mit „Crazy“ schrieb Benjamin Lebert vor fast 20 Jahren einen der großen Publikumserfolge des ausgehenden 20. Jahrhunderts. In 33 Sprachen übersetzt, von Hans Christian Schmid verfilmt. Weitere Romane folgten. Lebert war für eine Hilfsorganisation eine Zeit lang in einem Kinderheim in Nepal. Jetzt erscheint im S. Fischer Verlag sein Roman, der von diesen Kindern und ihrem Leben erzählt: „Die Dunkelheit zwischen den Sternen“. Es sind die letzten Tage vor dem Erdbeben in Nepal, Kathmandu im April 2015. Shakti, Achanda und Tarun leben in einem Heim, das für sie so eine Art Zuhause ist. Sie träumen von Freundschaft, der Pflegefamilie, einem Motorrad, sie erleben eine Ahnung von Glück. Ihre Eltern hatten sie in die Zwangsarbeit und in die Prostitution verkauft, irgendwann flohen sie. Man lässt sie glauben, dass es ihnen jetzt gut gehen wird, aber natürlich wissen sie es besser. Sie sind am Leben, sie trauen niemandem, sie suchen einen Weg durch die Dunkelheit. Der Autor im Gespräch mit hr2-Literaturredakteur Alf Mentzer.

5.7., 19.30 Uhr: Abschlusslesung der Frankfurter Poetikdozentur

Michael Kleeberg
Frankfurter Poetikvorlesungen: Abschlusslesung
Moderation: Heinz Drügh (Goethe Universität)
Ort: Literaturhaus Frankfurt
Eintritt: 7,- / 4,-

Zum Abschluss seiner Poetikvorlesungen liest Michael Kleeberg aus veröffentlichten und unveröffentlichten Texten. Nach Oxforder Vorbild richtete die Goethe-Universität 1959 die Stiftungsgastdozentur für Poetik ein. Von einem Seminar begleitet gibt diese Studierenden die Möglichkeit, literarische Werke und Werkfragen aus Sicht und aus dem Munde eines reflektierenden Schriftstellers zu verstehen. Zusätzlich bieten die Vorlesungen einer größeren Öffentlichkeit die Chance, an literaturtheoretischen Prozessen und Überlegungen teilzuhaben. Die erste Dozentin war Ingeborg Bachmann. Es folgten Enzensberger, Bichsel, Schleef. Unter dem Titel „BESSEREM VERSTÄNDNISS. Ein Making-of“ spricht Michael Kleeberg in diesem Semester ab dem 06.06. Woche für Woche über seine Arbeit an, mit und für die Literatur. Den Abend im Literaturhaus moderiert der Literaturwissenschaftler Heinz Drügh.

In Kooperation mit der Goethe-Universität Frankfurt und den Partnern der Frankfurter Poetikvorlesungen.

Die Texte, Informationen und weitere Veranstaltungen finden Sie hier.

Friedenspreis des Deutschen Buchhandels 2017

15. Juni 2017

Die kanadische Schriftstellerin Margaret Atwood erhält den diesjährigen Friedenspreis des Deutschen Buchhandels. Erstmals wurde der „Friedenspreis deutscher Verleger“ 1950 verliehen und entstand aus einer Initiative von Schriftstellern und Verlegern. Die Idee hinter der Auszeichnung ist die Ehrung einer Persönlichkeit, „die in hervorragendem Maße vornehmlich durch ihre Tätigkeit auf den Gebieten der Literatur, Wissenschaft und Kunst zur Verwirklichung des Friedensgedankens beigetragen hat.“
Dotiert ist der Preis mit einem Gewinn von 25.000 Euro.

Die Preisträgerin Margaret Atwood

Margaret Atwood ist 77 Jahre und zählt zu den wichtigsten Autoren Kanadas. Ihr umfassendes und vielseitiges Werk wurde in mehr als 30 Sprachen übersetzt. Der Stiftungsrat begründet die Wahl der Gewinnern so: „Die kanadische Schriftstellerin, Essayistin und Dichterin zeigt in ihren Romanen und Sachbüchern immer wieder ihr politisches Gespür und ihre Hellhörigkeit für gefährliche unterschwellige Entwicklungen und Strömungen.“ (Spiegel Online)

Den ausführlichen Artikel über die Autorin und den Friedenspreis finden Sie hier.

Die Zahlen für den Buchmarkt 2016 zeigen Stabilität trotz digitalen Wandel

11. Juni 2017

Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels hat die Zahlen für den deutschen Buchmarkt 2016 veröffentlicht und es zeigt sich ein Umsatzplus. Im Vergleich zum Vorjahr erwirtschafteten Buchhandlungen und Verlage 9,28 Milliarden Euro – 1 Prozent mehr als im Jahr 2015. Trotz des medialen Wandels und der Ausweitung des Onlinehandels ist der größte Vertriebsweg immer noch der stationäre Buchladen. Doch gleichzeitig stieg der Umsatz des Internet-Buchhandels um 5,3 Prozent. Vor allem nahm der Verkauf von Jugend- und Kinderliteratur zu, während der von Sachbüchern und Bestelleristik zurückging.

Den ausführlichen Bericht des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels finden Sie hier.

Die Welt der Papiere für Buchbinder oder welche, die es werden wollen

08. Juni 2017

Zum Buchbinden werden verschiedene Papiere verwendet, wodurch sich diverse Papierarten unterscheiden lassen. Mit ihren unterschiedlichen Funktionen nehmen sie Einfluss auf die Zusammenstellung eines Buches. Im Folgenden werden wir uns diese einmal genauer anschauen:

Das Vorsatzpapier

Das Vorsatzpapier (Vor- und Nachsatz) dient der Verbindung des Buchblocks mit der Einbanddecke und der Stabilisierung des Buches. Außerdem deckt das Vorsatz auch die Innenseiten des Buchdeckels ab und übernimmt somit eine Schutzfunktion – daher auch der Name Schmutztitelseite. Durch den Vorsatz wird also der Buchblock in die Buchdecke eingehängt. Neben dem technischen Effekt, kann das Vorsatzpapier auch ein Gestaltungsmerkmal sein und in verschiedenen Farben verwendet werden. Ein besonderes Buntpapier ist beispielsweise das Leipziger Vorsatz.

In der Regel besteht ein Vorsatz aus einer in der Mitte gefalzten Doppelseite und wird durch einen Gewebestreifen um Buchrücken verstärkt. Diese zwei Doppelseiten unterscheidet man weiter zwischen Anpappblatt (Spiegelblatt) und Fliegendes Blatt. Erstes wird an die innere Seite des Buchdeckels festgeklebt, während das Fliegende Blatt, wie es der Name schon erahnen lässt, die andere lose Hälfte der Doppelseite bildet und kein Teil des Buchblocks ist.

Da das Vorsatzpapier einer besonders starken Belastung ausgesetzt ist, wird dafür ein kräftiges, reißfestes Papier mit hoher Opazität mit einem Flächengewicht zwischen 100 und 130g/m2 gewählt.

Das Büttenpapier

Ein exklusives Papier ist das Büttenpapier. Es kann auch als Vorsatzpapier, zum Restaurieren oder zum Zeichnen verwendet werden. Die Herstellungsweise ist sehr ursprünglich: wie zu Beginn der Papierherstellung wird es aus einem verdünnten Faserbrei aus Hadern oder Zellstoff mit Hilfe eines Schöpfsiebes gewonnen.

Die Überzugspapiere

Überzugspapiere bilden den Einband aus Papier. Dabei gibt es eine Reihe von unterschiedlichen Papieren, die ebenso als Stilmittel ausschlaggebend sind. Entscheidend dafür sind Farben, Struktur, Haptik etc., wobei das Papier auch als Schutz beschichtet sein kann.

Zu den Überzugspapieren zählen: Efalin-Papier, Elefantenhaut-Papier, Lederpapiere, Lateximprägnierte Papiere, Marmorpapiere usw.

Die Lange Nacht über den amerikanischen Schriftsteller Herman Melville

05. Juni 2017

Deutschlandfunk Kultur präsentiert einen schönen und interessanten Beitrag zum Anhören über den amerikanischen Schriftsteller Herman Melville, Verfasser der weltbekannten Bücher „Moby Dick“ oder „Billy Budd“. Melville wurde im Jahr 1819 in New York geboren und war Schriftsteller, Essayist und Dichter. Während „Moby Dick“ zu seinen Lebzeiten keinen wirklichen Erfolg erzielte, zählt es heute zur Weltliteratur. Bei seiner Erscheinung 1851 wurden gerade mal 3.000 Exemplare verkauft. Erst in den 1920er Jahren wurde Melville wiederentdeckt und seine Werke erhielten ihre entsprechende Anerkennung. Die Kurzgeschichte „Bartleby, the Scrivener“ wird heute als eines seiner wichtigsten Werke angesehen und gilt als Vorreiter der existenzialistischen und absurden Literatur. Doch bis zu seinem Tod im Jahr 1891 konnte er nicht von seiner Arbeit als Schriftsteller leben und musste sich mit einer Vielzahl von Nebengelegenheiten über Wasser halten.

Herman Melville gehörte der Gruppe der Young America an, die es sich zur Aufgabe machten, eine amerikanische Nationalliteratur als Zeichen der kulturellen Emanzipation zu fördern.

Den Beitrag „Die Lange Nacht über den amerikanischen Schriftsteller Herman Melville“ in einer Produktion des Deutschlandfunks Kultur finden Sie hier.

Literarische Veranstaltungen in Marburg: Juni

01. Juni 2017

Hund im Gelände #13 – Die Marburger Poetry-Slam-Lesebühne

Mit Marvin Ruppert, Bo Wimmer, Kaleb Erdmann, der Zauberer von Oes & überregionalen Stargästen: Renato Kaiser & Filo

Datum: Mittwoch, 07. Juni 2017
Beginn: 20:00 Uhr
Eintritt: 6€
Ort: KFZ Marburg

Live-Hörspiel: „Die Ferienbande bricht in See“

Die Kult Parodie auf TKKG, Die Drei ??? und die Jugendhörspiel-Welt der 80er Jahre auf Tour

Datum: Freitag, 16. Juni 2017
Beginn: 20:00 Uhr
Kein Kinderkram: ab 12 Jahre!
Ermäßigte Tickets: an der Abendkasse für 10,- €
Vorverkauf: 16,- (+ Geb.)
Eintritt: 20,-
Ort: KFZ Marburg

Uwe Sonnenberg Zu „Von Marx Zum Maulwurf. Linker Buchhandel In Westdeutschland In Den 1970er Jahren“

Buchvorstellung mit Uwe Sonnenberg

Datum: Donnerstag, 22. Juni 2017
Beginn: 
20:00 Uhr
Eintritt: Frei!
Ort: Café am Grün

Ein Italienischer Abend Über Die Autorin Elena Ferrante

Datum:  Dienstag, 27. Juni 2017
Beginn: 20:00 Uhr
Ort: TTZ Marburg

Das Buchpapier

30. Mai 2017

Keine Bücher ohne Papier – um einen möglichst langen Erhalt des Buches zu garantieren, muss das Papier auch eine entsprechende Qualität vorweisen können. Daher gibt es gewisse Anforderungen an die Alterungsbeständigkeit von Büchern, die in den Frankfurter Forderungen der Deutschen Bibliothek und der Gesellschaft für das Buch sowie der US-Norm und der ISO-Norm 9706 festgehalten sind. Das Papier muss nach diesen Vorschriften fünf Kriterien erfüllen:

  1. Das Naturpapier oder das Streichrohpapier muss aus 100% gebleichtem Zellstoff (ohne verholzte Fasern) hergestellt sein
  2. einen pH-Wert von pH 7,5 bis pH 9 aufweisen
  3. einen Calciumcarbonatanteil von mindestens 3% beinhalten (zusätzlicher Schutz gegen schädigende Umwelteinflüsse)
  4. einen definierten Durchreißwiderstand längs und quer von 350 mN bei Papieren mit einer Grammatur ab 70 g/m2
  5. eine hohe Oxidationsbeständigkeit (Kappa-Zahl)

Das Buchpapier ist meist halb- bis vollgeleimtes, tintenfestes und radierfähiges Papier aus hochwertigen Faserstoffen. Hinzu kommt noch, dass es vergilbungsfrei ist. Welches Papier letztlich für das Buch gewählt wird, entscheidet der Buchgestalter. Es können verschiedene Papiersorten gewählt werden, wobei es günstigere und teurere Varianten gibt, was wiederum ausschlaggebend für den Buchpreis ist.

Übrigens: Das wohl wertvollste Buch der Welt ist Der Codex Leicester von Leonardo da Vinci. Die 72-seitige Sammlung zählt zu den bekanntesten, wissenschaftlichen Schriften da Vincis und ist satte 29 Millionen Euro wert. Das handgeschriebene Buch beinhaltet verschiedene Themenkomplexen, Skizzen, Notizen etc., mit denen sich das italienische Genie auseinandergesetzt hat, wie zum Beispiel die Eigenschaften von Wasser, Astronomie, Luft und Licht. Seit 1994 ist das Manuskript im Besitz von Bill Gates – dem reichsten Mann der Welt.

41. Tage der deutschsprachigen Literatur – Der Ingeborg-Bachmann-Preis

27. Mai 2017

Der Ingeborg-Bachmann-Preis wird jährlich in Gedenken an die Schriftstellerin Ingeborg Bachmann seit 1977 von der Stadt Klagenfurt verliehen. Im Rahmen einer dreitätigen Lese-Veranstaltung Tage der deutschsprachigen Literatur tragen die zuvor ausgewählten Mitstreiter innerhalb von 25 Minuten ihre Texte vor – die einzige Voraussetzung: Die Texte müssen im Original auf Deutsch verfasst worden sein. Der Bachmann-Preis zählt zu den wichtigsten literarischen Auszeichnungen im deutschsprachigen Raum und wird mit einem Preisgeld von 25.000€ dotiert.

Vom 5. bis zum 9. Juli werden 14 Autoren in Klagefurt am Wettlesen teilnehmen, wobei noch vier weitere Preise zu gewinnen sind. Erstmals wird in diesem Jahr auch der Deutschlandfunk-Preis (12.500€) verliehen. Außerdem werden noch der KELAG-Preis, der 3sat-Preis und der BKS-Bank Publikumspreis von der siebenköpfigen Jury vergeben.

Neben der Preisverleihungen gibt es noch weitere Veranstaltungen, wie zum Beispiel der 21. Klagefurter Literaturkurs. Alle weitere Informationen zu den nominierten Autoren und zu der Berichtserstattung finden Sie hier.

Johann Wolfgang von Goethe

24. Mai 2017

„Wer Bücher liest, schaut in die Welt und nicht nur bis zum Zaune.“

Das Papier: Die Herstellung von Papier – Teil 3

21. Mai 2017

Im 18. Jahrhundert begann man nach Alternativen für die Papierherstellung zu suchen, da die Lumpen immer mehr eine Mangelware darstellten. Es kam zu einem Engpass.

Das Kellersche Holzschliffverfahren

Im Jahr 1843 erfand Friedrich Gottlob Keller schließlich das Verfahren zur Herstellung von Papier aus Holzschliff, was er bis zum Sommer 1846 verfeinerte und ausbesserte durch die Konstruktion von drei Holzschleifermaschinen. Doch zur Vollendung fehlten ihm die finanziellen Mittel, weshalb er die Rechte für seine Erfindung an einen reichen Papierfabrikanten abtrat. Dieser entwickelte das Kellersche Holzschliffverfahren weiter und brachte es zur großtechnischen Nutzung. Darauf aufbauend wurde im Jahr 1859 der Raffineur erfunden, eine Machine, die durch eine Verfeinerung des Holzschliffs eine besser Papierqualität garantierte. Im Jahr 1879 gab es in Deutschland etwa 340 Holzschleifereien. Die Überbrückung der Rohstoffnot war zwar gewährleistet, doch ersetzte das Holz noch nicht die komplette Herstellung und auch das Holzschliffpapier war noch nicht ausgreift. Aufgrund von chemischen Prozessen verlor das Papier unter anderem an Stabilität und es kam zur Vergilbung – ein großer Schaden für die schriftlichen Überlieferungen und eine Herausforderung für die Restauration.

Die Verbesserung der Papierqualität

Zu diesem Zeitpunkt gab es verschiedene Verfahren und Entwicklungen, die parallel verliefen und Stück für Stück die Papierqualität verbesserten. So wurde in der Mitte des 19. Jahrhunderts durch ein Natronverfahren Holzzellstoff künstlich hergestellt und schließlich im Jahr 1919 die ersten Papiere aus halbsynthetischen Fasern gefertigt – 1955 dann das erste Papier aus vollsynthetischen Fasern.

Die Ausgangstoffe für Papier

Heute kann man die benötigten Ausgangsstoffe für Papier in vier Gruppen einteilen: Faserstoffe (Holzschliff, Halbzellstoffe, Zellstoffe, Altpapier etc.), Leimung und Imprägnierung, Füllstoffe, Hilfsstoffe wie beispielsweise Farbstoffe. Dabei besteht das Papier hauptsächlich aus Cellulosefasern, die aus Holz, Einjahrespflanzen (beispielsweise Stroh), Hadern, Kunststoff-Fasern und Altpapier gewonnen werden können.