Die schönsten Bücher aus aller Welt 2017

19. März 2017

Der internationale Wettbewerb „Schönste Bücher aus aller Welt“ findet im Rahmen der Leipziger Buchmesse statt und ausgezeichnet werden die 14 schönsten Buchproduktionen aus 30 verschiedenen Ländern. Entscheidungskriterien sind das technische und ästhetische Niveau sowie die sachgemäße und künstlerische Gestaltung der Bücher. Die Verleihung der Preise soll unabhängig von den kulturbedingten Unterschieden vergeben werden. Bei dieser Vielfalt sind erfahrene Begutachter gefragt: eine siebenköpfige Jury hat zwei Tage Zeit aus den etwa 600 eingereichten Werken die besten herauszupicken. Außerdem wird zusätzlich das schönste Werk mit dem „Goldenen Letter“ ausgezeichnet. Eine „Goldmedaille“, zwei „Silbermedaillen“, fünf „Bronzemedaillen“ sowie fünf „Ehrendiplome“ gehören ebenfalls zu den begehrten Preisen.

Wettbewerb mit Tradition

Der Wettbewerb der „Schönsten Bücher aus aller Welt“ ist eine Weiterentwicklung des Wettbewerbs der „Schönsten deutschen Bücher“. Erstmals wurde dieser in den 60er Jahren verliehen. Durch die damalige Trennung Deutschlands gab es zwei Buchgestaltungswettbewerbe. Erstmals wurde er in Frankfurt am Main im Jahr 1952 ausgerichtet und ab 1953 entstand das Pendant in Leipzig – „Die schönsten Bücher der DDR“.  Etwa 10 Jahre später kam schließlich der internationale Wettbewerb „Best Book Design from all over the World“ hinzu.

Die Teilnahme

Nicht jedes Buch kann automatisch den beliebten Preis gewinnen. Es ist eine vorherige offizielle Einladung seitens der Stiftung Buchkunst nötig. Auch ist eine Auszeichnung im eigenen Herkunftsland Voraussetzung für eine Teilnahme.

Der „Goldene Letter“ 2017

Die höchste Auszeichnung der „Goldene Letter“ ging dieses Jahr an die Niederlande. Die Publikation „Ornithology“ von den Autoren Anne Geene und Arjan de Nooy und dem Gestalter Jeremy Jansen. Das Buch handelt auf unterhaltsame Weise von der Vogelforschung. Dabei springt es zwischen Ironie und Ernst her.
Die Jury äußerte sich wie folgt zu ihrer Wahl: »Die verblüffende, unterhaltsame Reichhaltigkeit in der Gesamtgestaltung steht der selbsterklärenden Gesamtwirkung überhaupt nicht entgegen. In dezimaler Gliederung, wie für wissenschaftliche Texte üblich, reihen sich überraschende Aspekte, die von der Forschung vernachlässigt wurden oder überhaupt erst neue Zusammenhänge herstellen, aneinander.“

 

Alle Gewinner sowie weitere Informationen zu dem Wettbewerb finden Sie hier.

Kulturelle Veranstaltung in Marburg – Strömungen e.V.: Literarische Veranstaltungen im April

16. März 2017

Heinz Strunk Zu „Jürgen – Die Gläserne MILF“

Beginn: 20:00 Uhr
Eintritt: 20€ / VVK: 16€ (+Geb.)
Ort: KFZ Marburg

Buchvorstellung:

Jürgen Dose sucht das Glück. Heinz Strunks Alter Ego auf polnischer Partnersuch.

Niemand erzählt so unerbittlich und so komisch wie Heinz Strunk von Männern und Frauen und von dem, was zwischen ihnen nicht passiert. Jürgen Dose lebt in Harburg. Er hat es auch sonst nicht immer leicht gehabt im Leben; sein Job im Parkhaus verlangt ihm viel ab, und damit fängt es erst an. Trotzdem ist für Jürgen das Glas immer halbvoll, er glaubt daran, dass wer wagt, gewinnt und er es im Leben eigentlich ganz gut getroffen hat. Um es mal deutlich zu sagen: Jürgen ist ein ganz armer Willi, nur weiß er das nicht. Das liegt unter anderem daran, dass er, abgesehen von seiner bettlägrigen Mutter und Schwester Petra vom Pflegedienst, regelmäßigen Kontakt nur zu seinem alten Freund Bernd Würmer pflegt, der im Rollstuhl sitzt und sich ununterbrochen mit ihm zankt. Auch Bernie muss so einiges im Leben entbehren, am schmerzlichsten die Liebe einer Frau. Und da das ja kein Zustand ist, beschließen die beiden, was zu tun. Verheerende Erfahrungen beim Speed-Dating und mit der Lektüre von Fachwerken zum Thema Frauenaufreißen entmutigen die beiden Chevaliers d’amour nicht. Da muss man eben den Einsatz erhöhen! Eine Reise nach Polen mit der Firma „Eurolove“ kostet allerdings ganz schön. Aber heiratswütig sind die da! Schönheitskönige wollen die auch nicht. So sitzen Jürgen und Bernie bald im Bus nach Breslau, zusammen mit anderen Don Juans. Ob das wohl gut geht?

Der Schriftsteller, Musiker und Schauspieler Heinz Strunk wurde 1962 in Hamburg geboren. Er ist Gründungsmitglied des Humoristentrios Studio Braun und hatte auf VIVA eine eigene Fernsehshow. Sein Buch «Fleisch ist mein Gemüse» ist Vorlage eines preisgekrönten Hörspiels, eines Theaterstücks und eines Kinofilms. Die darauffolgenden Bücher des Autors wurden ebenfalls zu Bestsellern. Für seinen zuletzt erschienenen Roman «Der goldene Handschuh», der für den Leipziger Buchpreis nominiert worden ist, erhielt er den Wilhelm-Raabe-Literaturpreis 2016.

«Strunks Sprache ist präzise und erbarmungslos, aber nie herablassend» Die Zeit
«Heinz Strunk ist die Dreifaltigkeit der neueren, mit Leiden und Hochkomik aufwartenden Literatur»
Frankfurter Allgemeine Zeitung

Michael Altmann Zu „Gebrauchsanweisung Für Das Leben“

Beginn: 20:00 Uhr
Eintritt: t.b.a.
Ort: KFZ Marburg

Buchvorstellung:

Oft suche ich mir Themen, die mich überfordern. Von der Stunde null – Tag der Vertragsunterzeichnung – bis zur letzten Zeile am Manuskript begleitet mich das anstrengende Gefühl:
Du wirst scheitern!
Was mich kaum beunruhigt. Ich habe mich daran gewöhnt, ich mag die Stimme des Teufels in mir. Sie hält mich wach. »Gebrauchsanweisung für die Welt«, welch unschuldiger Größenwahn mochte mich antreiben. Versteht man unter »Welt« nur die Erde: Schon das reicht, um einzuknicken. Unheimliche 4,6 Milliarden Jahre ist sie alt, und unheimlich  einsam rast sie mit 107 000 Kilometern pro 60 Minuten durch das All. Und sieben Milliarden Menschlein rasen mit.
Darüber schreiben? Damit fertig werden? Gar wissen, wie man mit all dem umgeht, sie »gebraucht«? Wie aberwitzig. Natürlich bin ich mit meinem Buch gestrauchelt. Winzige 258,4 Gramm wiegt es. Ein Furz gegen die 5,977 Trillionen Tonnen der Erde. Und ihre Aberbillionen Geschichten…
Jetzt also – Gipfel des Übermuts – eine »Gebrauchsanweisung für das Leben«.

Andreas Altmann, »begnadeter Reisereporter« (Berliner Morgenpost), wurde mit dem Egon-Erwin-Kisch-Preis, dem Seume-Literaturpreis, dem Reisebuch-Preis und anderen ausgezeichnet. Zuletzt erschienen von ihm u.a. der Bestseller »Gebrauchsanweisung für die Welt« und »Frauen. Geschichten.«. Andreas Altmann lebt in Paris.

Alle weiteren Informationen zu dem Verein und zu den Veranstaltungen finden Sie hier.

Die Drucktechniken

14. März 2017

Die Wahl der Drucktechnik ist abhängig von dem Objekt, das bedruckt werden soll. Generell kann man erstmal zwischen drei Druckprinzipien unterscheiden: Fläche gegen Fläche, Zylinder gegen Fläche (rund gegen flach) und Zylinder gegen Zylinder (rund gegen rund). Es ist also entscheidend, wie die Druckelemente zur Druckform stehen, wie der Flach-, Hoch-, Tief- und Durchdruck. Daraus ergeben sich nach der DIN 16500 folgende Hauptdruckverfahren:

Hochdruck: Bildstellen der Druckform stehen höher als Nichtbildstellen (Buchdruck und Flexodruck)

Flachdruck: Hier liegen Bildstellen und Nichtbildstellen der Druckformen annähernd auf einer Ebene (Offsetdruck)

Tiefdruck: Bildstellen der Druckform liegen tiefer als Nichtbildstellen

Durchdruck: Bildstellen der Druckform bestehen aus den Öffnungen einer Schablone meist auf einem farbdurchlässigen Schablonenträger, einem Sieb aus Kunststoff- oder Metallfäden (Steindruck, Kupferdruck).

Darüber hinaus ist auch die Bearbeitungsart der Druckform entscheidend, zum Beispiel wird ein Holzschnitt manuell bearbeitet, während bei der Lithografie chemische Vorgänge, wie die Radierung, angewendet werden. Beim Lichtdurck wiederum ist es ein fotomechanischer Prozess.
Auch bei dem Übertragungsweg gibt es weitere Unterschiede, die sich auf das indirekte und das direkte Druckverfahren beziehen. Beim direkten Druckverfahren wird das Druckbild direkt von der Druckform auf den Bedruckstoff gebracht. (Rakeltiefdruck, Buchdruck). Dabei ist zu beachten, dass das Druckbild seitenverkehrt auf der Druckform angebracht ist.  Wie es der Name bereits erahnen lässt, wird beim indirekten Druckverfahren das Druckbild vorerst auf einen Zwischenträger angebracht, der flexibel ist und die Farbe an den Bedruckstoff abgibt. (Offsetdruck, Tampondruck). Daher muss das Druckbild bei diesem Verfahren seitenrichtig liegen.

Ein Klischee

Eine Drucktechnik der Zeitungs- und Buchdrucktechnik wird auch als Klischee bezeichnet. Dabei wird eine fotomechanisch oder maschinell hergestellte Druckform für das Hochdruckverfahren angefertigt. Ein Klischee kann aus Zink, Kupfer, Kunststoff oder im modernen Flexodruck aus Photopolymer bestehen.
Bei dieser Technik wurden früher die Metall- oder Kunststoffplatten mit einer lichtempfindlichen Schicht überzogen und das zu druckende Motiv wird mittels Negativfilm aufbelichtet. Der chemische Prozess bewirkt, dass die belichteten Sichtpartien härten, während die unbelichteten Partien wasserlöslich bleiben.
Heutzutage werden die Fototpolymerdruckplatten aus flüssigem Harz gegossen oder als unbelichtete Flexodruckplatte geliefert. Anschließend wird mit einer Rückseitenbelichtung die Unterseite des Klischees ausgehärtet und die druckenden Partien der Druckform mit Hilfe eines Negativfilms auf die Schichtseite der Platte übertragen und durch UV-Belichtung ausgehärtet (polymerisiert). Die nicht druckenden Bereiche wäscht man mit Lösungsmitteln, wie Wasser oder Naptha und Alkohol, aus.

Klischees (Quelle: Wikipedia)

Die Verleihung des Deutschen Hörbuchpreises 2017

08. März 2017

Das Hörbuch, das lange Zeit eine Domäne des Schallplattenhandels war, ist seit Beginn der 1990er-Jahre ein beliebtes Medium geworden. Bereits im Jahr 1954 wurde die erste Blindenhörbuchbücherei an der Deutschen Blindenstudienanstalt in Marburg gegründet. Durch sie entstand die Bezeichnung „Hörbuch“.

Neben den Hörbuchgattungen kann auch zwischen den gestalterischen Elementen der Produktionsformen differenziert werden. Diese sind die Sprache, der Text, die integrierten Geräusche, die Musik, Grafiken oder Zeichnungen sowie Bilder als beigefügtes Booklet.
Den kreativen Möglichkeiten sind beim Hörbuch keine Grenzen gesetzt. Und so entstehen auch einige wirklich spannende und interessante Projekte, die durch den „Deutschen Hörbuchpreis“ alljährlich ausgezeichnet werden können. Mit dem Preis soll auf die Produktionen Aufmerksam gemacht werden, die in besonderer Weise durch ihre Qualität die Stärken und die Möglichkeiten des akustischen Mediums repräsentieren und hervorheben. Außerdem versteht sich der Preis auch als Sicherungsgarantie für einen Qualitätsstandard.

Am 7. März fand im Rahmen des Literaturfests Lit.Cologne in Köln die Verleihung statt. Der Preis richtet sich an Bearbeiter, Regisseure und Sprecher der besten Hörbücher des Vorjahres. Dabei werden folgende Kategorien berücksichtig: Bestes Hörspiel, Beste/r Interpret/in, Bestes Kinder-/Jugendhörbuch, Beste Unterhaltung, Beste Fiktion, Bestes Sachhörbuch, Beste Information, Beste verlegerische Leistung, Beste Interpretation, Das besondere Hörbuch.

Die Liste der Preisträger sowie weitere Informationen finden Sie hier.

Die Druckfarbe

04. März 2017

Für uns ist es heute ein Standard, Bilder, Videos, Zeitungen etc. in Farbe zu erhalten. Wir sind in einer farbenfrohen Medienwelt zu Hause. Doch ist es noch gar nicht so lange her, dass die Farben ihren Einzug in unseren Alltag erhielten.
Zwar experimentieren die ersten Fotografen bereits im 19. Jahrhundert mit farbempfindlichen Emulsionen und kolorierten Fotografien, doch konnten die Verfahren sich erst in der Mitte des 20. Jahrhunderts durchsetzen. Damit einher ging auch die Forderung, dass farbige Reproduktionen von Bildern in Büchern und Zeitschriften verwendet werden sollten. Bis in die 1960er Jahre gab es überwiegend Schwarzweißbilder.

Natürliche und synthetische Farben

Schon seit jeher war die Darstellung von Farbe ein Luxusgut, das teuer bezahlt werden musste. Sie galten auch als Statussymbol. Die Herstellung von nur wenigen Gramm Purpur kostete 12.000 Schnecken das Leben.
Die Farbe wurde damals noch aus natürlichen Gemischen und Pigmenten, wie Erde, Mineralien, Pflanzen oder Blut und Fett, Eiweiß, Alkohol etc., hergestellt.
Erst im 18. Jahrhundert wurde die synthetische Farbe entdeckt und seitdem stetig bis zu dem heutigen, uns vertrautem, Produkt weiterentwickelt.

Herstellung der Druckfarben

Druckfarben bestehen aus Farbmitteln bzw. Farbkörpern, Bindemitteln (Festharze, Alkydharze) und weiteren Hilfsstoffen. Letztere sind für die Einstellung der physikalischen Eigenschaften, also der Beeinflussung von Trocknung, Glanz und Oberflächenhärte usw. notwendig. Für die Herstellung von Druckfarbe wird im ersten Schritt das Bindemittel durch Mischung eines Firnis durch Kochen unter festgelegten Prozessbedingungen in einem Reaktor hergestellt und anschließend gelagert. Das Druckfarbenfirnis wird dann mit pulverförmigen Pigmenten, den Hilfsstoffen und Trockenstoffen vermischt. Im darauffolgenden Schritt werden in einer sogenannten Perlmühle oder einer Dreiwalze die Pigmente vollständig dispergiert.

Die Farben

Der Farbdruck basiert auf den Grundfarben Cyan, Magenta und Gelb, als Kontrastverstärker wird noch Schwarz ergänzt. Daher spricht man auch von dem Vierfarbdruck, in der Fachsprache auch als 4C oder CMYK bezeichnet. Der Vierfarbdruck wird in der normierten Euroskala erstellt.
Mit den Grundfarben können so gut wie alle Farben erzeugt werden. Würde man die Mischmöglichkeiten mit den unterschiedlichen Farbabstufungen veranschaulichen, erhielte man eine Skala mit bis zu 100 Millionen Farbfeldern. Interessant ist jedoch, dass das menschliche Auge „nur“ ca. 5 Millionen Farbnuancen unterscheiden kann.

Der Druckauftrag ist wiederum von den unterschiedlichen Druckverfahren abhängig, die ich im kommenden Beitrag nochmal genau darstellen werde.

Der Frankfurter Veranstaltungskalender im März

01. März 2017

Eine kleine Auswahl des literarischen Veranstaltungskalender aus Frankfurt mit Lesungen, Vorträgen und vielem mehr….

2.3., 19.30 Uhr: Buchpremiere Zsuzsa Bánk

Donnerstag, 2. März, 19.30 Uhr
Zsuzsa Bánk „Schlafen werden wir später“
Buchpremiere
Moderation: Sandra Kegel (F.A.Z.)
Simultanübersetzung durch Gebärdensprachdolmetscher

Die in Frankfurt lebende Autorin Zsuzsa Bánk hat einen neuen Roman geschrieben. Viele haben ihn lange erwartet. Es geht darin um das Fest der Freundschaft, um zwei Frauen: Die Lehrerin Johanna lebt allein in einem kleinen Ort im Schwarzwald. Die Künstlerin Márta wohnt mit Familie in einer Großstadt. Beide kennen sich seit Kindheitstagen, in Briefen und E-Mails, geprägt von Tiefe und Offenheit, halten sie Kontakt. Jetzt, mit Mitte vierzig, herrscht der Alltag und ein Richtungswechsel scheint in ihrem Leben nicht mehr vorgesehen. Aber beide kämpfen: um Selbstbehauptung, um Freiheit, um ihren Lebensmut, ihr Glück. Ihr Austausch ist aufrichtiger Lebensbericht, bewegende Beichte, Beweisstück einer langen Freundschaft – angetrieben vom Hunger auf das Leben. Was ist gewesen in ihrem Leben, bislang? Der Roman erscheint wie alle Bücher der Autorin im S. Fischer Verlag. Das Gespräch leitet die Literaturkritikerin Sandra Kegel von der F.A.Z.

Der Abend wird, gefördert durch die Aktion Mensch, von Gebärdensprachdolmetschern übersetzt.

Ort: Literaturhaus Frankfurt
Eintritt: 9,- / 6,-

7.3., 20 Uhr: Lesung Anne Weber

Dienstag, 7. März, 20 Uhr
Anne Weber „Kirio“

Wer ist Kirio? Ein seltsamer Vogel, ein Verrückter, ein Heiliger? In ihrem neuen Roman gibt Weber uns Rätsel auf und nimmt uns mit auf einen poetischen Grenzgang zwischen Himmel und Erde.

In Kooperation mit der Lese-Insel

Ort: Bibliothekszentrum Bergen-Enkheim
Eintritt frei 

9.3., 20 Uhr: Lesung Julia Wolf

Donnerstag, 9. März, 20 Uhr
Julia Wolf „Walter Nowak bleibt liegen“
Moderation: Björn Jager

Walter Nowak liegt. Er liegt am Rand eines Schwimmbeckens, nachdem er sich den Kopf angeschlagen hat. Oder liegt er auf dem Boden seines Badezimmers? War er überhaupt schwimmen an jenem Morgen? Ist das da auf seinem Hemd Blut oder doch nur der Rote-Beete-Saft vom Frühstück? Und wann kommt Yvonne zurück? In Julia Wolfs zweiten Roman „Walter Nowak bleibt liegen“ bleibt einiges zunächst im Unklaren. Seite für Seite entsteht aber schließlich in dem Gedankenstrom des 68-jährigen Protagonisten das Portrait eines alternden Mannes von seiner Kindheit als unehelicher Sohn eines US-Soldaten über seine erste gescheiterte Ehe mit Gisela bis tief hinein in eine Gegenwart, die ins Wanken geraten ist. Die eigentliche Hauptfigur jedoch ist nicht Walter: Es ist die Sprache, die Julia Wolf für ihn findet. Stockend, ausweichend, wenn die Erinnerungen schmerzhaft werden, mäandernd, ausufernd, assoziativ, wenn er sich seine Fehler schönreden und die eigene Sterblichkeit vergessen machen will.

Julia Wolf, Jahrgang 1980, lebt und arbeitet nach einem Studium der Amerikanistik und Germanistik als freie Autorin in Berlin. Sie schreibt nicht nur Prosa, sondern auch fürs Theater, Radio und den Film. Für ihren Debütroman Alles ist jetzt erhielt sie den Kunstpreis Literatur 2015 der Brandenburg Lotto GmbH. Ein Auszug aus ihrem neuen Roman, mit dem sie beim letztjährigen Ingeborg-Bachmann-Preis angetreten ist, wurde mit dem 3sat-Preis ausgezeichnet.

Ort: Hessisches Literaturforum im Mousonturm
Eintritt: 7,- / 4,- (Vorverkauf) // 8,- / 5,- (Abendkasse)

15.3., 19.30 Uhr: Lesung Paul Auster

Mittwoch, 15. März, 19.30 Uhr
Paul Auster „4 3 2 1“
Moderation: Daniel Haas (Die Zeit)
Deutscher Text: Christoph Pütthoff (Schauspiel Frankfurt)

„4 3 2 1“ ist der neue Roman von Paul Auster. Er erscheint Ende Januar zeitgleich in den USA und Deutschland. Und er soll nicht nur in Bezug auf die Seitenzahlen ein Höhepunkt im Werk Austers sein. Auf über 1.300 Seiten erzählt der New Yorker Autor – nach dessen Motiven Filme wie „Smoke“ und „Lulu on the Bridge“ gedreht wurden – vier Variationen eines einzigen Lebens. Held ist Archibald Ferguson, genannt Archie. Vereint mit der höheren Macht, einer Art literarischen Vorsehung für Archie, entfalten sich vier Versionen seines Lebens: provinziell und bescheiden; kämpferisch, aber auch vom Pech verfolgt; betroffen und zugleich besessen von den Ereignissen der Zeit sowie künstlerisch genial und nach dem Höchsten greifend. Und jeder dieser vier Archies muss bestehen. Bestehen gegen die Liebe, das Schicksal, die Provokationen des Lebens. „4321“ wird von vier Übersetzern aus dem Englischen übertragen und erscheint im Rowohlt Verlag. Die deutsche Übersetzung liest das Schauspiel-Ensemble-Mitglied Christoph Pütthoff. Das Gespräch in deutscher und englischer Sprache führt Daniel Haas (Die Zeit).

In Kooperation mit dem Schauspiel Frankfurt und dem US-Generalkonsulat Frankfurt.

Ort: Literaturhaus Frankfurt im Schauspiel Frankfurt
Eintritt: 24,- / 16,-

 

Die Texte, Informationen und weitere Veranstaltungen finden Sie hier.

Druckpressen und Druckmaschinen

25. Februar 2017

Wie es der Name bereits erahnen lässt, ist die Druckpresse ein mechanisches Gerät, mit dessen Einsatz eine gefärbte Druckform, hauptsächlich Texte, auf einen Bedruckstoff übertragen werden kann. Es entsteht ein Abdruck. Bereits zur Zeit der Renaissance (ab dem 15. Jahrhundert) konnte eine Druckerpresse an einem Tag mehrere hundert Seiten drucken. Zum Vergleich: mit dem Handdruckverfahren konnten vierzig Seiten angefertigt werden. Durch die Mechanisierung der Buchdruckkunst, ausgehend von Johann Gutenberg im Jahr 1410 in Mainz, konnten Bücher als „Massenprodukt“ hergestellt werden. Um 1500 wurden in Westeuropa mithilfe der Druckpressen über 20 Mio. Werke verbreitet, wobei sich die Gesamtproduktion im Laufe des 16. Jahrhunderts auf das Zehnfache ausweitetet, also um die geschätzten 150 bis 200 Mio. Exemplare!

Gutenberg-Presse und die Stanhope-Presse

Die Gutenberg-Presse und die Stanhope-Presse gehören zu den handbetriebenen Pressen. Ihre Leistung fällt noch relativ gering aus. Die Gutenberg-Presse, die um 1600 entwickelt wurde, konnte pro Stunde 240 Seiten herstellen, wozu im Vergleich die Stanhope-Presse (1800) bereits 480 Seiten pro Stunde anfertigen konnte.
Die Gutenberg-Presse war wahrscheinlich eine Weiterentwicklung und Umgestaltung einer Spindelpresse (1442), die bei der Papier- und Weinherstellung eingesetzt wurde. Dabei bewirkte das Drehen der Spindel mit Hilfe des Pressbengels eine Abwärtsbewegung einer senkrechten Metallplatte, die den entstehenden Druck auf die Unterlage mit dem Druckstoß verteilte. Die Unterlage wiederum befand sich auf einem bewegbaren Karren, auf dem das Druckmaterial lag.

Dampfgetriebene Maschinen

Bereits einige Jahre später, wurden die dampfgetriebenen „Koenig & Bauer“-Maschinen weiterentwickelt. Im Jahr 1818 schaffte eine Maschine etwa 2400 Seiten pro Stunde.
Die erste Zylinderdruckmaschine wurde 1811 von Friedrich Koenig (später dann in Zusammenarbeit mit Andreas Friedrich Bauer) erfunden und entwickelt und im Jahr 1814 erstmals bei der Zeitung „The Times“ eingesetzt. Dabei wurde zum Gegendruck ein Zylinder verwendet, wodurch sich diese Pressen von den Tiegeldruckpressen (Fläche gegen Fläche) unterschieden. Die Neuheit lag darin, dass alle Funktionen mechanisch ausgeübt wurden und der Antrieb über eine Transmission durch Dampfkraft erfolgte. Außerdem wurde es möglich, auch Rollenpapier zu bedrucken.
Im Jahr 1845 kam es zu einer erneuten Weiterentwicklung durch Richard March Hoe, der die Rotationspresse (Zylinder gegen Zylinder) entwickelte bis es schließlich weiter von einer Maschine zum Automaten kam.

 

Die Leipziger Buchmesse 2017

23. Februar 2017

In genau vier Wochen ist es wieder so weit: vom 23.-26. März 2017 werden die Pforten zu der Leipziger Buchmesse geöffnet! Die Leipziger Buchmesse findet alljährlich statt und gilt als erster großer Branchentreff des Jahres mit der Präsentation der Neuerscheinungen des Frühjahrs und als wichtiger Impulsgeber für den Büchermarkt.

Dabei wird eine lange Tradition gepflegt, die weit in das 17. Jahrhundert zurückreicht. Bis 1945 übertrumpfte die Leipziger Buchmesse sogar die weltweitbekannte Frankfurter Buchmesse, was an den Zahlen der vorgestellten Bücher bemessen wurde.

Dennoch hat der vergleichsweise kleinere Rahmen der Messe auch seine Vorteile. So steht die Begegnung zwischen Autor und Besucher im Vordergrund, weshalb der Begriff Publikumsmesse häufig damit in Zusammenhang gebracht wird. Im Jahr 2016 gab es 2.250 Aussteller aus 42 verschiedenen Ländern. Insgesamt 195.000 Menschen besuchten die Messe, wobei die Zahlen zu den Vorjahren steigen.

Eine weitere Besonderheit ist die einzigartige Verbindung von Messe und dem Lesefest in Leipzig. Das Motto lautet: „vier Tage lang eintauchen in die faszinierende Welt der Literatur und spannende Neuerscheinungen, Autoren, Programme und Verlage entdecken.“

Es werden viele verschiedene Themengebiete zum Entdecken angeboten und es finden auch Wettbewerbe in den einzelnen Kategorien statt. Außerdem wird der Preis der Leipziger Buchmesse 2017 verliehen. Eine Jury, unter der Leitung von Kristina Maidt-Zinke, hatte die Aufgabe unter 365 eingereichten Werken jeweils fünf Autoren bzw. Übersetzer in den Kategorien Belletristik, Sachbuch/Essayistik und Übersetzung für den renommierten Preis auszuwählen und zu nominieren.

Die Liste der Nominierten und weitere Informationen zu der Leipziger Buchmesse finden Sie hier.

Kulturelle Aktion Marburg – Strömungen e.V.: Veranstaltungen

20. Februar 2017

Kulturelle Aktion Marburg – Strömungen e.V. ist ein Verein, der seit 1987 das kulturelle Leben in Marburg mit gestaltet. Es werden Veranstaltungen, wie Vorträge, Zeitzeugen-Gespräche, Podiumsdiskussionen oder Lesungen,  in den Bereichen Kultur, Wissenschaft und Politik angeboten. Dabei soll ein Dialog entstehen und die literarischen, kulturellen und politischen Entwicklungen aufgezeigt werden. Das Ziel des Vereins ist es, „Brücken zu schlagen zwischen universitärer und städtischer Öffentlichkeit.“

Im März finden zwei interessante, literarische Veranstaltungen statt, die ich Ihnen gerne vorstellen möchte:

Kaouther Tabai Zu „Jasminknospen. Von Tunesien Nach Europa …Und Dann?“

Datum: Mo. 06.03.17
Beginn: 20:00 Uhr
Eintritt: t.b.a.
Ort: TTZ Marburg

Buchvorstellung:

Es spricht viel Erfahrung aus den einfühlsamen und facettenreichen Erzählungen von Kaouther Tabai über das Leben der Menschen in Tunesien: Von der Kindheit in einer chaotischen Familie, der Aufmüpfigkeit junger Mädchen und ihrer Furcht vor sexuellen Übergriffen bis zu den Motiven junger Männer, die ausländischen Touristinnen schöne Augen machen. Abgerundet wird der Band durch die Schilderung eines Lebens in Europa, das so kaum bekannt ist…
Auch die neuen, ehrlichen Zustandsbeschreibungen der Autorin von „Das kleine Dienstmädchen“ offenbaren viele Überraschungen.

Eine Veranstaltung von Strömungen e.V., Deutsch-Tunesische Gesellschaft e.V. (DTG) und dem  Verein „Freundeskreis Marburg-Sfax e.V.“ und der Buchhandlung Roter Stern.

„Ich Habe Auch Gelebt!“ Astrid Lindgren – Louise Hartung Briefe Einer Freundschaft 1953 – 1964

Datum: Do. 09.03.17
Beginn: 19:00 Uhr
Eintritt: frei
Ort: Lomonossow -Keller

Es lesen:

Brigitte Knobl – Astrid Lindgren

Bärbel Zollner – Louise Gunilla Rising Hintz
Auszüge im Original

Adelheid Neumann spielt schwedische Musik auf der Geige

Im zerstörten Berlin von 1953, im Zentrum des Kalten Krieges und in einer Zeit des Umbruchs, treffen sich zwei Frauen, jede auf ihre Art engagiert im Aufbau einer demokratischen und friedlichen Welt. Astrid Lindgren, am Beginn ihrer Weltkarriere stehend, hat bereits 1945 mit Pippi Langstrumpf – die sich bis heute allen Autoritäten widersetzt und stets für die Schwachen eintritt -eine humanistische Antwort auf Krieg und Gewalt gegeben.
Louise Hartung organisiert Lesezirkel für Kinder und Jugendliche mit dem Ziel, die demokratische Entwicklung im Nachkriegsdeutschland durch kulturelle Erziehung zu stärken.
Vor dem Hintergrund der Berlinkrise und Kennedys „Ich bin ein Berliner!“ führen die beiden Frauen intensive Gespräche über Literatur und Politik, den Alltag und die Arbeit, Träume und Sehnsüchte, den Sinn des Lebens und die Liebe. Als Leser erleben wir hautnah, wie Mio mein Mio, Karlsson vom Dach, Michel aus Lönneberga und viele andere Figuren aus der Fantasie der populärsten Kinderbuchautorin in die Welt springen.
Im Briefwechsel gewinnen wir außerdem Einblick in eine Beziehung zwischen Freundschaft und Liebe. Louises Gefühle, die sich Hals über Kopf in Astrid verliebt, werden nicht erwidert. Doch ihre Freundschaft wird von Jahr zu Jahr tiefer. „Ich war wohl klug, dass ich dich fand“, schreibt Astrid an Louise, in Anspielung auf einen anderen, weit zurückliegenden Briefwechsel aus Goethes Zeit.

Die Welt lässt sich möglicherweise am besten durch die Literatur erschließen …

Veranstalter:
Deutsch-Schwedischer Freundschaftsverein Marburg e.V. in Kooperation
Kulturelle Aktion Marburg – Strömungen e.V.
Buchhandlung Roter Stern

 

Einen Überblick aller Veranstaltungen des Vereins und weitere Informationen finden Sie hier.

Die Typografie – Teil 9: Die Satztechnik

15. Februar 2017

Die Satztechnik ist ein technisches Verfahren, bei dem eine Vorlage (bspw. Text, Grafik, Bilder) für den Druck vorbereitet wird und somit „drucktauglich“ wird. Auch der Setzvorgang selbst wird als „Satz“ und die dafür benutzte Schrift als  Satzschrift bezeichnet. Dabei gibt es vielfältige Methoden der Satzherstellung, die sich durch traditionelle und modernden Techniken anwenden lassen können.

Handsatz

Der Handsatz wurde bis ins 19. Jahrhundert angewendet, wobei der Bleisatz ausschließlich per Hand ausgeführt wurde. Bei diesem Vorgang entnimmt der Handsetzer einzelne Bleiletter aus dem Setzkasten und setzt diese in einem Winkelhaken zu Zeilen zusammen. Diese werden wiederum auf einem Setzschiff zu einer Kolumne zusammengefügt. Die Kolumne wird anschließend durch eine Kolumnenschnur umbunden, wodurch sie beweglich wird, aber gleichzeitig ihre Anordnung beibehält.

Maschinensatz

Da der Handsatz ein aufwendiger Arbeitsprozess war, versuchte man Lösungen zu finden, um eben diesen zu vereinfachen. Die Entwicklung einer zuverlässig arbeitenden Setzmaschine gehörte zu den wohl am schwierigsten zu lösenden Aufgaben der Technikgeschichte. Weshalb erst  im Jahr 1822 das erste Patent auf eine Setzmaschine erteilt wurde. Man arbeitete zunächst mit den Lettern aus dem Handsatz, doch die Legierung der Typen waren für die maschinelle Bearbeitung zu weich. Schließlich wurden Maschinen eingesetzt, die mittels Matrizen Schriftzeilen setzten und diese jeweils neu gießen konnten. Man unterscheidet zwischen Zeilensetzmaschinen („Typograph“ und „Linotype“) und Einzelbuchstaben-Setzmaschinen.

Fotosatz

Der Fotosatz geht bis ins 19. Jahrhundert zurück, aber erst Mitte des 20. Jahrhunderts wurde er auch im Druckereigewerbe eingesetzt. In Deutschland wurde die erste Fotosatzmaschine 1959 aufgestellt. Der Fotosatz ist eine manuelle und maschinelle Herstellung vom Schriftsatz auf fotografischem Weg, wobei das Endprodukt ein Film oder Fotopapier ist. Diese wurden direkt oder nach erfolgter Filmsatzmontage für die Kopie der Druckformen verwendet. Der genaue technische Vorgang bestand im ersten Schritt aus Strahlen einer Lichtquelle, die durch einen Schriftbildträger fielen. Durch ein optisches System wurden die Strahlen gebündelt, wodurch die negativen Schriftzeichen in einer variablen Größe auf einer lichtempfindlichen Schriftscheibe, einer Typenplatte oder einem Filmstreifen abgebildet wurden.
Der Fotosatz wurde auch als „kalter“ oder „schwereloser Satz“ bezeichnet, weil die Druckvorlage fotomechanisch bzw. fotoelektronisch erzeugt wurde.

Computergestützter Satz

Heutzutage werden die meisten Publikationen am Computer erstellt. Man unterscheidet dafür die Bereiche Desktop-Publishing (Satz und Umbruch am Computer) und Struktursatz. Eingeführt wurde der computergestützte Satz 1985 durch die Firmen Apple, Adobe, Linotype und Aldus. Apple brachte mit dem Macintosh den ersten voll grafikorientierten Rechner auf den Markt.
Durch den computergestützten Satz wurden die bis dahin bestehenden Verfahren weitestgehend abgelöst und verdrängt.
Der Schriftsetzer wurde zum „Layouter“.