41. Tage der deutschsprachigen Literatur – Der Ingeborg-Bachmann-Preis

27. Mai 2017

Der Ingeborg-Bachmann-Preis wird jährlich in Gedenken an die Schriftstellerin Ingeborg Bachmann seit 1977 von der Stadt Klagenfurt verliehen. Im Rahmen einer dreitätigen Lese-Veranstaltung Tage der deutschsprachigen Literatur tragen die zuvor ausgewählten Mitstreiter innerhalb von 25 Minuten ihre Texte vor – die einzige Voraussetzung: Die Texte müssen im Original auf Deutsch verfasst worden sein. Der Bachmann-Preis zählt zu den wichtigsten literarischen Auszeichnungen im deutschsprachigen Raum und wird mit einem Preisgeld von 25.000€ dotiert.

Vom 5. bis zum 9. Juli werden 14 Autoren in Klagefurt am Wettlesen teilnehmen, wobei noch vier weitere Preise zu gewinnen sind. Erstmals wird in diesem Jahr auch der Deutschlandfunk-Preis (12.500€) verliehen. Außerdem werden noch der KELAG-Preis, der 3sat-Preis und der BKS-Bank Publikumspreis von der siebenköpfigen Jury vergeben.

Neben der Preisverleihungen gibt es noch weitere Veranstaltungen, wie zum Beispiel der 21. Klagefurter Literaturkurs. Alle weitere Informationen zu den nominierten Autoren und zu der Berichtserstattung finden Sie hier.

Johann Wolfgang von Goethe

24. Mai 2017

„Wer Bücher liest, schaut in die Welt und nicht nur bis zum Zaune.“

Das Papier: Die Herstellung von Papier – Teil 3

21. Mai 2017

Im 18. Jahrhundert begann man nach Alternativen für die Papierherstellung zu suchen, da die Lumpen immer mehr eine Mangelware darstellten. Es kam zu einem Engpass.

Das Kellersche Holzschliffverfahren

Im Jahr 1843 erfand Friedrich Gottlob Keller schließlich das Verfahren zur Herstellung von Papier aus Holzschliff, was er bis zum Sommer 1846 verfeinerte und ausbesserte durch die Konstruktion von drei Holzschleifermaschinen. Doch zur Vollendung fehlten ihm die finanziellen Mittel, weshalb er die Rechte für seine Erfindung an einen reichen Papierfabrikanten abtrat. Dieser entwickelte das Kellersche Holzschliffverfahren weiter und brachte es zur großtechnischen Nutzung. Darauf aufbauend wurde im Jahr 1859 der Raffineur erfunden, eine Machine, die durch eine Verfeinerung des Holzschliffs eine besser Papierqualität garantierte. Im Jahr 1879 gab es in Deutschland etwa 340 Holzschleifereien. Die Überbrückung der Rohstoffnot war zwar gewährleistet, doch ersetzte das Holz noch nicht die komplette Herstellung und auch das Holzschliffpapier war noch nicht ausgreift. Aufgrund von chemischen Prozessen verlor das Papier unter anderem an Stabilität und es kam zur Vergilbung – ein großer Schaden für die schriftlichen Überlieferungen und eine Herausforderung für die Restauration.

Die Verbesserung der Papierqualität

Zu diesem Zeitpunkt gab es verschiedene Verfahren und Entwicklungen, die parallel verliefen und Stück für Stück die Papierqualität verbesserten. So wurde in der Mitte des 19. Jahrhunderts durch ein Natronverfahren Holzzellstoff künstlich hergestellt und schließlich im Jahr 1919 die ersten Papiere aus halbsynthetischen Fasern gefertigt – 1955 dann das erste Papier aus vollsynthetischen Fasern.

Die Ausgangstoffe für Papier

Heute kann man die benötigten Ausgangsstoffe für Papier in vier Gruppen einteilen: Faserstoffe (Holzschliff, Halbzellstoffe, Zellstoffe, Altpapier etc.), Leimung und Imprägnierung, Füllstoffe, Hilfsstoffe wie beispielsweise Farbstoffe. Dabei besteht das Papier hauptsächlich aus Cellulosefasern, die aus Holz, Einjahrespflanzen (beispielsweise Stroh), Hadern, Kunststoff-Fasern und Altpapier gewonnen werden können.

Der Frankfurter Veranstaltungskalender im Mai

18. Mai 2017

Eine kleine Auswahl des literarischen Veranstaltungskalender aus Frankfurt mit Lesungen, Vorträgen und vielem mehr….

21.5., 11 Uhr: LiteraturLounge

Hannah Dübgen „Über Land“
Moderation: Florian Schwinn (hr2-kultur)

Berlin im Sommer 2013. Ein Fahrradunfall führt sie zusammen: Clara, eine junge Ärztin, und Amal, eine 21-jährige Studentin, die aus dem Irak geflohen ist und in Deutschland Asyl beantragt hat. Die beiden Frauen freunden sich vorsichtig an, gerade als Claras Freund Tarun, ein Architekt, durch ein Bauprojekt zum ersten Mal seit Jahren mit seiner Geburtsstadt Kolkata konfrontiert wird. Als Amals Großmutter stirbt, beschließt Clara spontan, an Amals Stelle nach Bagdad zu deren Mutter zu fliegen. Bei ihrer Ankunft in Bagdad weiß Clara noch nicht, dass sich ihr und Taruns Leben wie auch das von Amal entscheidend verändert hat. Ein spannend und tiefgründig erzählter Roman über Selbstbestimmung, Wahrhaftigkeit und das Leben in der Fremde. Alles beginnt mit einem kleinen Unfall, am Ende aber steht ein Drama.

Hannah Dübgen wurde 1977 geboren. Sie studierte Philosophie, Literatur- und Musikwissenschaft in Oxford, Paris und Berlin. Sie arbeitete für Schauspiel und Musiktheater, und schrieb die Libretti mehrerer international erfolgreicher Opern. Ihr Debütroman „Strom“ wurde mit mehreren Preisen ausgezeichnet.

Ort: Kultur & Bahn im Haus am Dom
Eintritt frei

22.5., 19.30 Uhr: „Hier braucht’s Tat!“

Theaternachlese zu Lessings Nathan der Weise 
Willy Praml und Ensemble
Prof. Dr. Günter Kruck, Philosoph
Dr. Lisa Straßberger, Literaturwissenschaftlerin
Dr. Stefan Scholz, Theologe

Sieben Söhne werden dem Juden Nathan von Christen gemeuchelt. Siebenfach liebt er dennoch väterlich ein christliches Waisenmädchen. Religion als Projekt der vollendeten Vermenschlichung steht und fällt mit gelebter Nächstenliebe. Die rechte Lehre erweist sich erst als wahr in der rechten Glaubenspraxis. Vernunft gebietet Liebe, Liebe überbietet das Vernünftige. Religion erfüllt sich in Liebe. Lieblose Religion unterbietet die Vernunft. Dieses Programm ist in Zeiten interreligiöser Dialoge und der Beschwörung reli giöser Toleranz ein Gang auf Messers Schneide.

Ort: Haus am Dom 
Eintritt frei

24.5., 20 Uhr: Philosophisches Café

Roland Kaehlbrandt „Was die deutsche Sprache kann“
Kurzvortrag, moderiertes Gespräch mit Ruthard Stäblein und Michael Hohmann, anschließend Publikumsgespräch.

Der Linguist und Sprachbeobachter Roland Kaehlbrandt beschäftigt sich in seinem 2016 bei Vittorio Klostermann erschienenen Buch Logbuch Deutsch – wie wir sprechen, wie wir schreiben mit dem Reichtum der deutschen Sprache und mit der Art, wie wir damit umgehen. Was kann die deutsche Sprache? Was gibt sie uns an die Hand? Und was machen wir aus der deutschen Sprache? Hat sie eine Zukunft als Sprache der Integration im Einwanderungsland? Kaehlbrandt wirbt für eine lebendige Sprachkultur in Deutschland, einem Land, in dem Sprache zunehmend als sekundär angesehen wird – anders als zum Beispiel in Frankreich. Roland Kaehlbrandt studierte romanische und germanische Philologie in Köln und Paris, er ist Honorarprofessor für Sprache und Gesellschaft an der Alanus-Hochschule für Kunst und Gesellschaft in Alfter (NRW).

Ort: Romanfabrik
Eintritt frei

30.5., 20 Uhr. Zu Tisch mit Luther

Szenische Lesung
Mit Michael Quast, FliegendeVolksbühne Frankfurt a. M.

Michael Quast ist Luther: Er schmatzt, betet, wettert und beschwört sein Publikum, das mit ihm um einen großen Tisch versammelt ist bei Wein und Brot. Aber Quast kann auch anders, lehrt vom Pult, predigt von der Kanzel, hebt an zu singen. Aus den Tischreden, Lehr- und Bekenntnisschriften, Predigten und anderen Texten des Reformators präsentiert Quast steitbare, deftige, drastische Passagen. So entfaltet sich die Sprachgewalt Luthers.

Eine Veranstaltung in Kooperation mit Kultur & Bahn e.V. und der Evangelischen Akademie Frankfurt/Main

Ort: Haus am Dom
Eintritt: 10,- / 7,-

Die Texte, Informationen und weitere Veranstaltungen finden Sie hier.

Das Papier: Die Papiermühle – Teil 2

15. Mai 2017

Wie bereits in „Teil 1“ erwähnt wurde, stammt die erste Papiermühle in Deutschland aus dem Jahr 1390. Die für die Papierherstellung verwendeten Rohstoffe waren Baumwoll-, Leinen-, Hanf- und Flachslumpen. Bevor die Lumpen zerkleinert werden konnten, mussten sie nach Faserart, Farbe und Qualität geordnet werden. Außerdem wurden die Nähte aufgetrennt sowie die Schnallen und Knöpfe entfernt. Im Stampfwerk wurden die Lumpen anschließend zerfasert. Dieser Prozess, bei dem sogenannte Trögen mit Wasser gefüllt wurden und Stampfhammer darauf niederschlugen, dauerte etwa 48 Stunden. Erst dann konnte der Stoffbrei für die Weiterverarbeitung bereitgestellt werden.
In Bütten, also große runde Holzbottiche, verdünnte man das Gemisch wieder mit Wasser, wodurch sich der Faseranteil weiter reduzierte. Später wurden die Bütten, dann aus Stein oder Eisen, mit Heizblasen versehen, da sich durch die Wärme die Produktion steigerte.

Das Schöpfen

Im nächsten Schritt wurde das Blatt geschöpft. Hierzu nahm man eine Handschöpfform, die aus einem feinmaschigen Metallgewebe mit einem rechteckigen Holzrahmen bestand. Das Wasser konnte abfließen, während die Fasern auf dem Sieb zurückblieben. Das nasse Papierblatt konnte sich bilden, doch gehörte viel Erfahrung und Geschick dazu, um ein gleichmäßig dickes Blatt zu schöpfen – dies war die Aufgabe des Schöpfergesellen.

Die Arbeit des Gautschers

Nach dem Abtropfen wurde die Form weiter zum Gautscher gereicht. Er presste die Form auf einen feuchten Filz und übertrug das Blatt auf das Filz. Es entstand ein Stapel (Pauscht), der aus dem wechselweise nassen Filz und ein Papierblatt aufgeschichtet wurde. Der Pauscht wurde dann ab einer bestimmten Höhe in einer Spindelpresse gepresst, was einen enormen Kraftaufwand erforderte und häufig von mehreren Mitarbeitern in der Papiermühle zusammen ausgeführt wurde.

Das Ablegen und Trocknen

Der Ableger nahm das Papier wieder vom Filz ab und es konnte getrocknet werden. Dafür wurde das Papier auf einen Trockenboden gebracht und auf Seile, die mit Bienenwachs überzogen waren, gehängt. Im letzten Schritt musste das Papier noch geglättet und manchmal auch geleimt werden. Bis zum 18. Jahrhundert glättete man das Papier mit der Hand bzw. mit einem Glätthammer.

Die Papiermühlen und die dortigen Herstellungsmethoden blieben bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts bestehen.

Die Quelle zu dem Text finden Sie hier.

18. Poesiefestival in Berlin: Europa_Fata Morgana

11. Mai 2017

Im Juni ist es wieder so weit. Vom 16. bis zum 24.6. öffnet der Gastgeber, das „Haus für Poesie, das 18. Poesiefestival in Berlin. Unter dem Motto „Europa_Fata Morgana“ werden etwa 170 Dichter und Dichterinnen aus 42 Ländern geladen. Das diesjährige Motto steht im Zeichen der europäischen Idee.

Das Festival wird seit 2000 jährlich organisiert. Im Mittelpunkt steht das lyrische Schaffen in- und ausländischer Dichter, die an verschiedenen Orten ihre Poesie als performative Kunst präsentieren und somit die Lyrik als eigene Kunstform neben der Literatur manifestieren. Zudem gehört ein öffentlicher Austausch der Autoren und Autorinnen, Diskussionen mit dem Publikum und Vorträge. Vor allem die Nähe zum Publikum ist ein wichtiges Anliegen der Veranstaltung, wodurch die Dichtkunst einer breiten Interessengruppe zugänglich gemacht werden soll.

Gegründet wurde das Festival vom Haus für Poesie Berlin in Zusammenarbeit mit der Akademie der Künste, die vom Hauptstadtkulturfonds gemeinsam mit privaten Sponsoren gefördert werden.

Heute hat der Kartenvorverkauf begonnen! Tickets sowie das Programm finden Sie hier.

Das Reformationsjahr 2017: Ausstellungen, Veranstaltungen und Tagungen

07. Mai 2017

Am 31. Oktober 2017 wird das Jubiläum des 500. Jahrestages der Reformation gefeiert. Aber nicht nur der Tag, an dem Luther seine 95 Thesen an die Tür der Schlosskirche in Wittenberg schlug, wird gefeiert, sondern das ganze Jahr soll im Zeichen von Offenheit, Freiheit und Ökumene stehen. Über das ganze Jahr hinweg werden über eintausend Veranstaltungen, Tagungen und Ausstellungen stattfinden. Hier in dem Blog sollen immer wieder einzelne, interessante Veranstaltungen vorgestellt werden.

„Luther – Leipzig – Letterpress“ Martin Luther macht Druck“

In dem Leipziger Museum für Druckkunst wird vom 04. Mai bis zum 24. September die Ausstellung „Luther – Leipzig – Letterpress! Martin Luther macht Druck“ gezeigt. Die Dauerausstellung mit Mitmach-Stationen soll ein Stück Wirkungsgeschichte der Reformation erlebbar machen. Besucher können in dem Museum die Werkstätten für Druckkunst die Entstehung von Druckmedien um 1500 kennenlernen und unter dem Motto „Setze und drucke deine eigene These“ kann man wie zu Luthers Zeiten einen eigenen Text im Handsatz aus Bleilettern herstellen. Und es gibt noch vieles mehr zu erfahren und zum Ausprobieren!

Alle weiteren Informationen zu der Ausstellung finden Sie hier.

Das Papier: Die Geschichte des Papiers – Teil 1

03. Mai 2017

Die Vorläufer des Papiers

In dem ersten Beitrag zum Thema „Papier“ bin ich bereits auf die Erfindung und Herstellung von Papyrus eingegangen. Neben Papyrus gibt es eine weitere Vorstufe des Papiers, die vielmehr durch die anderen Kulturkreise geprägt wurde. In Afrika, Polynesien und Südostasien wurde aus Rinde verschiedener Bäume das so genannte „Tapa“ hergestellt. Tapa ist mit dem heutigen Vlies vergleichbar, was nicht nur zum Schreiben verwendet wurde, sondern auch als Material für die Kleidungsherstellung. Weitere Bezeichnung, je nach Kulturkreis, sind auch „Huun“ (Maya) und „Amatl“ (Azketen). Amatl wurde überwiegend aus der inneren Rinde des Feigenbaums hergestellt.
Außerdem gab es auch noch das Pergament, das aus gegerbter, leicht bearbeiteter Tierhaut gewonnen wurde. Die Haut wurde gereinigt, gespannt und getrocknet. Anschließend wurde die Oberfläche mit einem Bimsstein geglättet und mit Kreide geweißt.

Die erste Beschreibung der Papierherstellung

Die Erfindung des Papiers soll auf Ts’ai Lun zurückgehen, ein Beamter am chinesischen Kaiserhof um 105 n. Chr. Doch auch im alten China war man zuvor kreativ, was das Beschreibstoff betraf: die ersten Abbildungen chinesischer Schriftzeichen fand man auf Knochen und Schildkrötenpanzer. Aber auch Bambusstreifen und Holztafeln dienten als Schriftträger. Das älteste in China gefundene Papier entstand aus der Hanfpflanze. Es wird der Zeit 180  bis 50 vor Christus zugeordnet.

Ts’ai Lun beschrieb erstmal das Verfahren der Papierherstellung. Das damals gängige aus Seidenabfällen hergestellte „Papier“ wurde mit Hanf gemischt sowie alten Lumpen und Fischernetzen. Dieses Gemisch wurde durch Baumrinde oder Bast des Maulbeerbaums ergänzt und anschließend gewässert und gekocht. Dieser Vorgang war neu. Anschließend wurde das Papier geschöpft, das Wasser ausgepresst und getrocknet. Der Vorteil des Bast war, dass es vergleichsweise lange Fasern und hatte und dadurch eine längere Haltbarkeit hatte.

Das Papier gelangt nach Europa

In Ostasien, in der arabischen Welt und in Indien gab es jeweils unterschiedliche Entwicklungen. In Europa wurde das Papier über die verschiedenen Kulturkreise etwa in dem 11. Jahrhundert eingeführt. Eine blühende Papierwirtschaft soll es ab der Mitte des 12. Jahrhunderts gegeben haben, bis es schließlich im Mittelalter auch eine maschinelle Massenproduktion von Papier gab –  wassergetriebene Papiermühlen vereinfachten den Zerkleinerungsvorgang und Papierpressen wurden zum Trocknen eingesetzt. Die erste Papiermühle in Deutschland stammt aus dem Jahr 1390.

Frankfurter Premieren

01. Mai 2017

Das besondere an dieser Veranstaltungsreihe: es werden ausschließlich Romane von Frankfurtern Autoren und Autorinnen oder Neuerscheinungen von Frankfurter Verlagen vorgestellt. Auch der Veranstaltungsort, die Villa Metzler, ist prädestiniert für einen literarischen Salon und verbirgt hinzu eine literarische Tradition. Bereits im 19. Jahrhundert war es üblich in Gesellschaften, Lesungen von neu erschienen Romanen abzuhalten, wodurch die Salons zu wichtigen Treffpunkten wurden.
Eine moderne Form bieten nun die Frankfurter Premieren – nach der Lesung wird zu Gespräch und Diskussion eingeladen.

Montag, 15. Mai, 20 Uhr
Oleg Jurjew „Unbekannte Briefe“
Moderation: Björn Jager

Drei lange verschollene Briefe russischer und deutscher Autoren hat Oleg Jurjew ausfindig gemacht und übersetzt: Leonid Dobytschin schreibt an den Kritiker Kornei Tschukowski. Iwan Pryschow wendet sich an Dostojewski, der ihn in seinen Dämonen als Figur benutzt. Und J.M.R. Lenz bringt offenbar noch am Tag seines Todes eine Nachricht an seinen russischen Freund Karamsin auf den Weg. Doch Moment: War Dobytschin nicht schon längst tot, als er angeblich den Brief verfasste? Existierte Pryschow tatsächlich? War Lenz, dem Büchner ein Denkmal gesetzt hat, psychisch noch in der Lage, Briefe zu schreiben? Und überhaupt: Wie kommt Jurjew an die Dokumente? Die Umstände, die er jeweils schildert, gleichen jedenfalls sehr merkwürdigen Zufällen…
Die Wahrheit ist: Oleg Jurjew hat einen Roman geschrieben – und zwar zum ersten Mal auf Deutsch. Unbekannte Briefe ist ein Vexierspiel zwischen Dichtung und Wahrheit, eine Hommage an das Briefeschreiben, an den noch lange nicht toten Briefroman und nicht zuletzt an die russische Literatur.

Oleg Jurjew, geboren 1959 in Leningrad, zog 1991 nach Deutschland und lebt seither in Frankfurt. Sein umfangreiches Werk umfasst Lyrik, Theaterstücke, Essays und Romane, von denen er manche auf Russisch und andere auf Deutsch geschrieben hat. Neben zahlreichen Stipendien und Auszeichnungen kam Jurjew mehrfach auf die Shortlist des russischen Andrej-Bely-Preises. Ebenso wie der Prosaband Spaziergänge unter dem Hohlmond (1993) wurde auch sein Roman Halbinsel Judatin (1999) für den russischen Bookerpreis nominiert. 2010 erhielt er den Hilde-Domin-Preis für Literatur im Exil der Stadt Heidelberg. (Text: KulturPortal Frankfurt)

Ort: Hessisches Literaturforum im Mousonturm
Eintritt: 8,- / 5,- // 7,- / 4,-

Dienstag, 23. Mai, 19.30 Uhr
Anne Weber „Kirio“
Moderation: Sandra Kegel

Ort: Museum Angewandte Kunst
Eintritt: 7,- / 5,- / 3,-

Mittwoch, 31. Mai, 19.30 Uhr
Sven Amtsberg „Superbuhei“ 

Ort: Ausstellungshalle1a
Eintritt: 7,- / 5,- / 3,-

 

Weitere Informationen erhalten Sie auf der Internetseite des Kulturportals der Stadt Frankfurt.

Das Papier: Von der Papyrusrolle zum Papier

27. April 2017

Papier gehört zu unserem Alltag, wie das Essen und Trinken. Es begegnet uns ständig und überall: wenn wir morgens den Briefkasten öffnen und uns die Briefe und Rechnungen entgegenflattern, beim Lesen der Zeitung oder des Buchs, bei der Arbeit oder beim Lernen…die Liste könnte lange fortgeführt werden. Doch sind wir uns eigentlich bewusst, was das kostbare Produkt Papier eigentlich ist und wie es hergestellt wird? Insbesondere für die Buchverarbeitung und vor allem wie viele unterschiedliche Papiersorten es eigentlich gibt?

Das Wort Papier leitet sich etymologisch aus dem lateinischen „papyrus, papyrum“ her. Ganz sicher ist man sich jedoch nicht bei der Herkunft des Wortes. So wird ebenfalls vermutet, dass es aus dem griechischen „pápyros“ stammen könnte.Der Duden beschreibt es wie folgt: aus Pflanzenfasern (mit Stoff- und Papierresten) durch Verfilzen und Verleimen hergestelltes, zu einer dünnen, glatten Schicht gepresstes Material, das vorwiegend zum Beschreiben und Bedrucken oder zum Verpacken gebraucht wird.

Die Erfindung von Papyrus

Doch, wie so häufig in der Geschichte, musste auch das Papier einen langen Weg hinter sich bringen und seinen Vorreiter, das Papyrus, überwandern. Die Herstellung des Papyrus geht auf das antike Ägypten zurück und soll bereits seit dem 3. Jahrtausend v. Chr. praktiziert worden sein.
Dafür wurde das Mark des Pflanzenstängels des Echten Papyrus (Cyperus papyrus) in bis zu 4 cm breite Streifen geschnitten und über Kreuz gelegt. Anschließend wurden zwei dieser übereinander gelegten Schichten zu einem festen Blatte gepresst und geklopft. Der stärkehaltige Pflanzensaft diente dabei als Kleber. Nachdem die Platte getrocknet war und poliert wurde, konnte man den Papyrus bemalen oder beschreiben. Jedem sind sicherlich auch die langen Papyrusrollen aus dem antiken Griechenland (etwa ab 800 v. Chr.) bekannt, auf denen die Philosophen ihre Gedanken niederschrieben.
Die Erfindung des Papieres hingegen kommt aus China um etwa 140 v. Chr..

In den kommenden Artikeln soll das Papier einmal genauer unter die Lupe genommen werden und die Geschichte, die Herstellung und die unterschiedlichen Eigenschaften dargestellt werden…