Die Leipziger Buchmesse 2017

23. Februar 2017

In genau vier Wochen ist es wieder so weit: vom 23.-26. März 2017 werden die Pforten zu der Leipziger Buchmesse geöffnet! Die Leipziger Buchmesse findet alljährlich statt und gilt als erster großer Branchentreff des Jahres mit der Präsentation der Neuerscheinungen des Frühjahrs und als wichtiger Impulsgeber für den Büchermarkt.

Dabei wird eine lange Tradition gepflegt, die weit in das 17. Jahrhundert zurückreicht. Bis 1945 übertrumpfte die Leipziger Buchmesse sogar die weltweitbekannte Frankfurter Buchmesse, was an den Zahlen der vorgestellten Bücher bemessen wurde.

Dennoch hat der vergleichsweise kleinere Rahmen der Messe auch seine Vorteile. So steht die Begegnung zwischen Autor und Besucher im Vordergrund, weshalb der Begriff Publikumsmesse häufig damit in Zusammenhang gebracht wird. Im Jahr 2016 gab es 2.250 Aussteller aus 42 verschiedenen Ländern. Insgesamt 195.000 Menschen besuchten die Messe, wobei die Zahlen zu den Vorjahren steigen.

Eine weitere Besonderheit ist die einzigartige Verbindung von Messe und dem Lesefest in Leipzig. Das Motto lautet: „vier Tage lang eintauchen in die faszinierende Welt der Literatur und spannende Neuerscheinungen, Autoren, Programme und Verlage entdecken.“

Es werden viele verschiedene Themengebiete zum Entdecken angeboten und es finden auch Wettbewerbe in den einzelnen Kategorien statt. Außerdem wird der Preis der Leipziger Buchmesse 2017 verliehen. Eine Jury, unter der Leitung von Kristina Maidt-Zinke, hatte die Aufgabe unter 365 eingereichten Werken jeweils fünf Autoren bzw. Übersetzer in den Kategorien Belletristik, Sachbuch/Essayistik und Übersetzung für den renommierten Preis auszuwählen und zu nominieren.

Die Liste der Nominierten und weitere Informationen zu der Leipziger Buchmesse finden Sie hier.

Kulturelle Aktion Marburg – Strömungen e.V.: Veranstaltungen

20. Februar 2017

Kulturelle Aktion Marburg – Strömungen e.V. ist ein Verein, der seit 1987 das kulturelle Leben in Marburg mit gestaltet. Es werden Veranstaltungen, wie Vorträge, Zeitzeugen-Gespräche, Podiumsdiskussionen oder Lesungen,  in den Bereichen Kultur, Wissenschaft und Politik angeboten. Dabei soll ein Dialog entstehen und die literarischen, kulturellen und politischen Entwicklungen aufgezeigt werden. Das Ziel des Vereins ist es, „Brücken zu schlagen zwischen universitärer und städtischer Öffentlichkeit.“

Im März finden zwei interessante, literarische Veranstaltungen statt, die ich Ihnen gerne vorstellen möchte:

Kaouther Tabai Zu „Jasminknospen. Von Tunesien Nach Europa …Und Dann?“

Datum: Mo. 06.03.17
Beginn: 20:00 Uhr
Eintritt: t.b.a.
Ort: TTZ Marburg

Buchvorstellung:

Es spricht viel Erfahrung aus den einfühlsamen und facettenreichen Erzählungen von Kaouther Tabai über das Leben der Menschen in Tunesien: Von der Kindheit in einer chaotischen Familie, der Aufmüpfigkeit junger Mädchen und ihrer Furcht vor sexuellen Übergriffen bis zu den Motiven junger Männer, die ausländischen Touristinnen schöne Augen machen. Abgerundet wird der Band durch die Schilderung eines Lebens in Europa, das so kaum bekannt ist…
Auch die neuen, ehrlichen Zustandsbeschreibungen der Autorin von „Das kleine Dienstmädchen“ offenbaren viele Überraschungen.

Eine Veranstaltung von Strömungen e.V., Deutsch-Tunesische Gesellschaft e.V. (DTG) und dem  Verein „Freundeskreis Marburg-Sfax e.V.“ und der Buchhandlung Roter Stern.

„Ich Habe Auch Gelebt!“ Astrid Lindgren – Louise Hartung Briefe Einer Freundschaft 1953 – 1964

Datum: Do. 09.03.17
Beginn: 19:00 Uhr
Eintritt: frei
Ort: Lomonossow -Keller

Es lesen:

Brigitte Knobl – Astrid Lindgren

Bärbel Zollner – Louise Gunilla Rising Hintz
Auszüge im Original

Adelheid Neumann spielt schwedische Musik auf der Geige

Im zerstörten Berlin von 1953, im Zentrum des Kalten Krieges und in einer Zeit des Umbruchs, treffen sich zwei Frauen, jede auf ihre Art engagiert im Aufbau einer demokratischen und friedlichen Welt. Astrid Lindgren, am Beginn ihrer Weltkarriere stehend, hat bereits 1945 mit Pippi Langstrumpf – die sich bis heute allen Autoritäten widersetzt und stets für die Schwachen eintritt -eine humanistische Antwort auf Krieg und Gewalt gegeben.
Louise Hartung organisiert Lesezirkel für Kinder und Jugendliche mit dem Ziel, die demokratische Entwicklung im Nachkriegsdeutschland durch kulturelle Erziehung zu stärken.
Vor dem Hintergrund der Berlinkrise und Kennedys „Ich bin ein Berliner!“ führen die beiden Frauen intensive Gespräche über Literatur und Politik, den Alltag und die Arbeit, Träume und Sehnsüchte, den Sinn des Lebens und die Liebe. Als Leser erleben wir hautnah, wie Mio mein Mio, Karlsson vom Dach, Michel aus Lönneberga und viele andere Figuren aus der Fantasie der populärsten Kinderbuchautorin in die Welt springen.
Im Briefwechsel gewinnen wir außerdem Einblick in eine Beziehung zwischen Freundschaft und Liebe. Louises Gefühle, die sich Hals über Kopf in Astrid verliebt, werden nicht erwidert. Doch ihre Freundschaft wird von Jahr zu Jahr tiefer. „Ich war wohl klug, dass ich dich fand“, schreibt Astrid an Louise, in Anspielung auf einen anderen, weit zurückliegenden Briefwechsel aus Goethes Zeit.

Die Welt lässt sich möglicherweise am besten durch die Literatur erschließen …

Veranstalter:
Deutsch-Schwedischer Freundschaftsverein Marburg e.V. in Kooperation
Kulturelle Aktion Marburg – Strömungen e.V.
Buchhandlung Roter Stern

 

Einen Überblick aller Veranstaltungen des Vereins und weitere Informationen finden Sie hier.

Die Typografie – Teil 9: Die Satztechnik

15. Februar 2017

Die Satztechnik ist ein technisches Verfahren, bei dem eine Vorlage (bspw. Text, Grafik, Bilder) für den Druck vorbereitet wird und somit „drucktauglich“ wird. Auch der Setzvorgang selbst wird als „Satz“ und die dafür benutzte Schrift als  Satzschrift bezeichnet. Dabei gibt es vielfältige Methoden der Satzherstellung, die sich durch traditionelle und modernden Techniken anwenden lassen können.

Handsatz

Der Handsatz wurde bis ins 19. Jahrhundert angewendet, wobei der Bleisatz ausschließlich per Hand ausgeführt wurde. Bei diesem Vorgang entnimmt der Handsetzer einzelne Bleiletter aus dem Setzkasten und setzt diese in einem Winkelhaken zu Zeilen zusammen. Diese werden wiederum auf einem Setzschiff zu einer Kolumne zusammengefügt. Die Kolumne wird anschließend durch eine Kolumnenschnur umbunden, wodurch sie beweglich wird, aber gleichzeitig ihre Anordnung beibehält.

Maschinensatz

Da der Handsatz ein aufwendiger Arbeitsprozess war, versuchte man Lösungen zu finden, um eben diesen zu vereinfachen. Die Entwicklung einer zuverlässig arbeitenden Setzmaschine gehörte zu den wohl am schwierigsten zu lösenden Aufgaben der Technikgeschichte. Weshalb erst  im Jahr 1822 das erste Patent auf eine Setzmaschine erteilt wurde. Man arbeitete zunächst mit den Lettern aus dem Handsatz, doch die Legierung der Typen waren für die maschinelle Bearbeitung zu weich. Schließlich wurden Maschinen eingesetzt, die mittels Matrizen Schriftzeilen setzten und diese jeweils neu gießen konnten. Man unterscheidet zwischen Zeilensetzmaschinen („Typograph“ und „Linotype“) und Einzelbuchstaben-Setzmaschinen.

Fotosatz

Der Fotosatz geht bis ins 19. Jahrhundert zurück, aber erst Mitte des 20. Jahrhunderts wurde er auch im Druckereigewerbe eingesetzt. In Deutschland wurde die erste Fotosatzmaschine 1959 aufgestellt. Der Fotosatz ist eine manuelle und maschinelle Herstellung vom Schriftsatz auf fotografischem Weg, wobei das Endprodukt ein Film oder Fotopapier ist. Diese wurden direkt oder nach erfolgter Filmsatzmontage für die Kopie der Druckformen verwendet. Der genaue technische Vorgang bestand im ersten Schritt aus Strahlen einer Lichtquelle, die durch einen Schriftbildträger fielen. Durch ein optisches System wurden die Strahlen gebündelt, wodurch die negativen Schriftzeichen in einer variablen Größe auf einer lichtempfindlichen Schriftscheibe, einer Typenplatte oder einem Filmstreifen abgebildet wurden.
Der Fotosatz wurde auch als „kalter“ oder „schwereloser Satz“ bezeichnet, weil die Druckvorlage fotomechanisch bzw. fotoelektronisch erzeugt wurde.

Computergestützter Satz

Heutzutage werden die meisten Publikationen am Computer erstellt. Man unterscheidet dafür die Bereiche Desktop-Publishing (Satz und Umbruch am Computer) und Struktursatz. Eingeführt wurde der computergestützte Satz 1985 durch die Firmen Apple, Adobe, Linotype und Aldus. Apple brachte mit dem Macintosh den ersten voll grafikorientierten Rechner auf den Markt.
Durch den computergestützten Satz wurden die bis dahin bestehenden Verfahren weitestgehend abgelöst und verdrängt.
Der Schriftsetzer wurde zum „Layouter“.

Die Typografie – Teil 8: Die experimentelle Typografie

10. Februar 2017

Die Typografie ist kein Phänomen, dass sich unbewegt vom gesellschaftlichen Wandel entwickelt, sondern genau in diesem Kontext zu betrachten ist. Wie in der Kunst, wird auch in der Typografie das Bestehende immer wieder hinterfragt und es wird versucht das Bestehende zu überbrücken.
Die „Experimentelle Typografie“, die als eine Bewegung zu verstehen ist, tut genau das. Ab etwa 1945 werden die „klassischen Entwürfe“ mit eigenen Designvorschlägen und neuen Medien in Frage gestellt, wobei diese Experimente sich auf kinematografische, optisch-dynamische und kinetische Ausdrucksversuche beziehen. Dabei verwischt häufig die Grenze zwischen Kunst und Typografie. So haben auch Kunststudenten sich an die experimentelle Typografie herangewagt. Ein paar der Ergebnisse möchte ich nun vorstellen.
(Die Quelle und die Texte zu den Bildern finden Sie hier.)

Maike Wölfl – Zapfino

 

Jana Andrlik – Neue Swift

 

Zeynyp Yildiz – Libelle

Zum Geburtstag des amerikanischen Autors Paul Auster

07. Februar 2017

„And that’s why books are never going to die. It’s impossible. It’s the only time we really go into the mind of a stranger, and we find our common humanity doing this. So the book doesn’t only belong to the writer, it belongs to the reader as well, and then together you make it what it is.“
Paul Auster 

Der amerikanische Schriftsteller Paul Auster wurde am 3. Februar 70 Jahre alt. Einen Namen machte er sich mit Kriminalromanen, die gesammelt als New-York-Trilogie im Jahr 1987 veröffentlicht wurden. Es folgten eine Vielzahl an Romanen, außerdem schrieb er Essays, Kritiken und Drehbücher. Auster arbeitete auch selbst als Regisseur. Seine Werke wurden in bis zu 40 Sprachen übersetzt und er zählt zu den wichtigsten Autoren der amerikanischen Gegenwartsliteratur.

Wie so häufig kennen Künstler und Schriftsteller keine Altersgrenze, um mit dem Schaffen aufzuhören. So erschien am 31. Januar 2017 ein neuer Roman von Auster mit dem Titel „4 3 2 1“, in dem er über eine Lebensgeschichte in vier Variationen schreibt, die auf einem faszinierendes Gedankenspiel beruht.
Zu dem Schriftsteller und seinem neu erschienen Werk gibt es einen interessanten Beitrag von Deutschland Radio Kultur.
Dabei blickt die Sendung zurück auf die Anfänge Austers als Schriftsteller, erzählt von der Arbeit an „4321“, seinem ersten Roman seit sieben Jahren, und dem politischen Klima in den USA mit Donald Trump als dem neuen Präsidenten.

Den Beitrag zum Anhören finden Sie hier.

 

Veranstaltungsreihe: Frankfurter Premieren

04. Februar 2017

Das besondere an dieser Veranstaltungsreihe: es werden ausschließlich Romane von Frankfurtern Autoren und Autorinnen oder Neuerscheinungen von Frankfurter Verlagen vorgestellt. Auch der Veranstaltungsort, die Villa Metzler, ist prädestiniert für einen literarischen Salon und verbirgt hinzu eine literarische Tradition. Bereits im 19. Jahrhundert war es üblich in Gesellschaften, Lesungen von neu erschienen Romanen abzuhalten, wodurch die Salons zu wichtigen Treffpunkten wurden.
Eine moderne Form dessen soll nun die Frankfurter Premieren darbieten – eine Lesung und Gespräch bei einem Glas Rotwein.

Mittwoch, 15. Februar, 19.30 Uhr
Gerhard Stadelmaier „Umbruch“
Moderation: Helmut Böttiger
Ort: Historische Villa Metzler
Eintritt: 7,- / 5,- / 3,- Euro

Donnerstag, 23. Februar, 19.30 Uhr
Kathy Zarnegin „Chaya“
Moderation: Christoph Schröder
Ort: Historische Villa Metzler
Eintritt: 7,- / 5,- / 3,-

Mittwoch, 1. März, 19.30 Uhr
Lorenz Jäger „Walter Benjamin. Das Leben eines Unvollendeten“

Moderation: Erhard Schütz
Ort: Historische Villa Metzler
Eintritt: 7,- / 5,- / 3,-

Weitere Informationen erhalten Sie auf der Internetseite des Kulturportals der Stadt Frankfurt.

Die Typografie – Teil 7: Die Makrotypografie

30. Januar 2017

Im Gegensatz zur Mirkotypografie beschäftigt sich die Makrotypografie mit der Gesamtkonzeption, dem Format, dem Satzspiegel, dem Aufbau, der Gliederung und dem Verhältnis von Schrift zu Bild.  Gemeint ist demnach der optische Gesamtkomplex einer gestalterischen Schriftsatzarbeit. Dabei spielt auch die Ästhetik eine wichtige Rolle, aber es werden auch technische und haptische Parameter festgelegt. Der moderne und gängige Begriff für die Markotypografie ist das Layout, wobei der makrotypgrafische Entwurf sich genau genommen auf das Zwischenlayout bezieht.

Zur Makrotypographie zählen folgende Themen:

  • Farbsysteme
    Echtfarben, CMYK, Farbtiefen, Hexadezimale Farbnotierung, No-Freshcolors etc.
  • Formate
    Papierformate, Monitorauflösungen, Grundrisse etc.
  • Herstellung und Produktion
    Wahl der Entwicklungs-, Herstellungs- und Produktionsverfahren z.B. HTML, Offsetdruck, Prägedruck, Siebdruck sowie Evaluierung und Auswahl von Trägermaterialien, Benutzeroberflächen oder Ausgabegeräten, z.B. Feinstpapiere, Gestrichene Papiere, Kunststoffe, E-Book-Reader, Beamer, Hologramme etc.
  • Maßsysteme
    Geviert, Metrisch, Pixel, Typographischer Punkt, Zoll etc.
  • Ordnungssysteme
    GestaltungsrasterSatzspiegel, Responsive Grid System etc.
  • Schriftfarben
    Farbauszeichnungen im Sinne der Semantik
  • Schriftgrade 2 )
  • Schriftmischung
    Entwurf einer semantische und typographische Schriftauszeichnungsmatrix
  • Schriftsatzarten
  • Schriftwahl
    Funktion, Form, Implementierung, Kosten und Lizenzen von Fonts. Wahl der Schriftgattungen, Schriftgruppen, Schriftarten und Schriftstile bzw. Schriftschnitte im Sinne der Schriftklassifikation3 ) 4 )
  • Trägermaterialen
    Papiersorten, Papierfarben, Oberflächentexturen, Grammaturen, Opazitäten, Monitorpunktdichten, Monitorkontraste 

    © Wolfgang Beinert, www.typolexikon.de

Das Projekt Gutenberg-DE

26. Januar 2017

Heute möchte ich mal ein schönes Projekt für alle Interessierten vorstellen: Das Projekt Gutenberg-DE.
Dahinter steckt eine digitale Sammlung von mehr als 8000 Werken von über 1700 Autoren, die bereits in der 14. Edition erschienen ist. Auch im neuen Jahr 2017 sind bereits neue Autoren wie Gerhard Hauptmann und G.H. Wells hinzukommen.
Bei den Genres der Werke bleibt kein Wunsch offen – von Autobiografien und Briefen über zu Fabeln und Essays bis hin zu Gedichten, Komödien und Tragödien. (Und natürlich vieles mehr!)
Das Besondere an diesem Projekt ist, dass all diese Werke auf einem USB-Stick oder auf einer CD-Rom erhältlich sind, natürlich gegen einen kleinen Preis. Dennoch lohnt es sich vielleicht. Alle zur Verfügung stehenden Werke stammen von Autoren, deren Copyright erloschen ist, also 70 Jahre nach dem Tod des Urhebers.
Manchmal hat die Digitalisierung eben auch ihre Vorteile…

Weitere Informationen zu dem Projekt Gutenberg-DE finden Sie hier.

Die Typografie – Teil 6: Mikrotypografie

22. Januar 2017

Nachdem wir uns nun ausführlich mit der Entwicklung der Schriftkultur auseinandergesetzt haben, folgt eine weitere Differenzierung der Typografie in Mikrotypografie und Makrotypografie.

Mikrotypografie

Die Mikrotypografie, die auch als Detailtypografie bezeichnet wird, geht auf die Gestaltung und Anwendung der Schrift zurück. Genauer steht sie für die geometrische Konstruktion von Schriftzeichen und Ziffern und deren Anwendung im Schriftsatz. Dabei müssen unter anderem die Schriftart, die Laufweite, die Wortabstände und die korrekte Zeichensetzung berücksichtigt werden. Diese Eigenschaften haben wiederum Einfluss auf die Lesbarkeit, die mediendidaktische Qualität und die Ästhetik einer Schriftsatzarbeit. Der Schriftsatzarbeit lassen sich eine Reihe von Begrifflichkeiten unterordnen, die die Evaluierung, die Wahl, die Feinabstimmung, die Korrektur und die Kalibrierung betreffen:

KOLUMNE UND UMBRUCH

Absatzmethode
Optischer Randausgleich
Registerhaltigkeit des Gestaltungsrasters bzw. Satzspiegels
Satzbreite(n)
Satzkantenausgleich
Schriftsatzart(en) im Detail (z.B. handkorrigierter Rausatz)
Silbentrennung
Waisenkinder
Witwen
Zeilenabstand (ZAB)
Zeilendurchschuss

KONSULTATIONEN

Exponentenzeichen
Fußnoten
Fußnotenzeichen
Kolumnentitel
Konsultation
Konsultationszeichen
Legenden
Marginalien
Paginas

SCHRIFT UND FIGURENVERZEICHNIS

Alineas
Anführungszeichen
Apostrophen
Figurensatz (Gemischter Figurensatz, Majuskelsatz, Minuskelsatz)
Glyphen
Grund- und Auszeichnungsschriften
Hoch- und Tiefstellungen
Horizontalstriche (Divis, Gedankenstrich, von/bis)
Initialen
Leeraumzeichen
Ligaturen
Pagina- und Gliederungszeichen
Parenthesen und Akkoladen
Schriftauszeichnungsredundanzen
Satzzeichen
Sonderzeichen

ZEICHEN, WORT UND ZEILE

Ausmitteln
Kerning
Normalschriftweite
Optische Größen (Designgrößen)
Optischer Schriftweitenausgleich
Schriftgrade 4 )
Schriftlaufweite
Spationieren
Sperren
Unterschneiden
Vor- und Nachbreiten
Wortzwischenräume
Zurichtung

ZIFFERN

Zahlengliederung
Zahlenweitenausgleich
Zifferndickten (Proportionalziffern, Tabellenziffern)
Zifferngrade
Ziffernwahl (Mediävalziffern, Majuskelziffern)

© Wolfgang Beinert, www.typolexikon.de

Veranstaltungstip!

20. Januar 2017

DONNERSTAG // 26. JANUAR 2017 // 20 UHR

TEXT@ART unplugged
Arne Reimer „Long Play“ (Verlag Walther König)
Im Gespräch mit Ulf Erdmann Ziegler

Ort: No.2 Records, Wallstraße 15, 60594 Frankfurt am Main
Eintritt: frei

ZUM BUCH
Vom Staub der letzten Jahrzehnte befreit, ist der elterliche Plattenspieler zurückgekehrt in die Wohnzimmer einer jungen, hippen Generation. Der renommierte Leipziger Fotograf Arne Reimer besuchte die letzten Plattenläden in Europa und den USA und dokumentiert in dem Bildband „Long Play“ deren Wiederbelebung durch Liebhaber und Sammler. In seinem begleitenden Essay gibt der Schriftsteller Ulf Erdmann Ziegler einen kompakten Überblick über die wechselvolle Geschichte der Langspielplatte seit 1948. Zugleich geht er dem synästhetischen Reiz dieses analogen Mediums auf den Grund.

ZU DEN BETEILIGTEN
Arne Reimer lebt als freischaffender Fotograf und Journalist in Leipzig. Von 2006 bis 2012 war er künstlerischer Mitarbeiter im Fachbereich Fotografie an der Leipziger Hochschule für Grafik und Buchkunst.

Ulf Erdmann Ziegler veröffentlichte zahlreiche essayistische Arbeiten zur Kunst und Fotografie. Sein Roman „Nichts Weißes“ stand 2012 auf der Shortlist für den Deutschen Buchpreis.

Weitere Informationen zu der Veranstaltung und zu Text@ART finden Sie hier.