Ausstellung: „Von Hand geschriebene Briefe“

19. Mai 2016

Die Ausstellung vereint Briefe von den 1940er Jahren bis in die ersten Jahre des 21. Jahrhunderts, die von Grafikern, Typografen, Schriftgestaltern und Verlegern geschrieben wurden. Gezeigt werden sie weniger wegen ihres Inhalts, sondern vielmehr wegen ihrer Schrift. Es handelt sich um Handschriften, deren Schreiber sich mit der Schriftreform des Engländers Alfred Fairbank (1895–1982) beschäftigt und nach dessen Vorlagen ihren eigenen handschriftlichen Ausdruck geformt haben.

Die in der Ausstellung präsentierten Briefe von Alfred Fairbank, Anna Hornby, Paul Standard, Jan van Krimpen, Jan Tschichold, Hans Schmoller, Max Caflisch und Gerrit Noordzij und anderen an Walter Käch, Rudolf Hostettler, Jost Hochuli und Jan Tschichold zeigen die Rezeption der schriftreformerischen Ideen Alfred Fairbanks und belegen die Vielgestaltigkeit der Umsetzung.

Die Ausstellung umfasst rund 40 Briefe, die einer Privatsammlung mit etwa 400 handgeschriebenen Briefen entstammen. Kuratiert wurde die Schau vom Schweizer Grafiker und Buchgestalter Jost Hochuli.

Zu sehen ist die Ausstellung noch bis zum 3. Juli im Museum für Druckkunst Leipzig.

Konferenz: Transformation des Buchdrucks (9.6.-10.6.)

18. Mai 2016

Der Buchdruck und seine Techniken des Stempelschneidens, Schriftgießens und Bleisetzens haben unsere Kultur entscheidend verändert – Aufklärung und Demokratisierung sind ohne kostengünstige Reproduktionen kaum vorstellbar. Doch welche Relevanz hat der Buchdruck in einer Zeit, in der mit anderen Techniken schneller, kostengünstiger und dabei qualitativ hochwertig gedruckt werden kann? Haben im Buchdruck hergestellte Druckerzeugnisse spezifische Charakteristika, die es rechtfertigen nicht nur die materiellen Artefakte, sondern auch das implizite Wissen des Handwerks bewahren zu wollen?

Die Konferenz bringt vielfältige Perspektiven aus wissenschaftlichen und praktischen Bereichen zusammen. Der Buchdruck wird dabei nicht als anachronistische Kulturtechnik verstanden, die im Zuge der digitalen Revolution als »veraltet« im historischen Fundus verschwindet. Vielmehr wird der Blick auf seine Transformationen gelenkt und danach gefragt, inwiefern und weshalb die Praktiken und die Ästhetik der Buchdrucktechniken bis heute die Gestaltungspraxis sowohl in analogen wie digitalen Anwendungen prägen.

Veranstaltungsort:
Exzellenzcluster Bild Wissen Gestaltung
Sophienstraße 22a
10117 Berlin
Zentrallabor

Anmeldung:
Eintritt frei, Registrierung notwendig.

Programm


Donnerstag, 9. Juni 2016

13.00 Uhr
Christian Kassung & Jürgen Franssen
Begrüßung und Einführung

13.30 Uhr
Christoph Reske | Buchwissenschaft | Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Buchdruck in der Handpressenzeit

14.30 Uhr
Eckehart SchumacherGebler | Typographie | Buchdruckerei Offizin Haag-Drugulin, Dresden

Der Maschinensatz im frühen 20. Jahrhundert

15.30 Uhr
KAFFEEPAUSE

16.00 Uhr
Katharina Walter | Kulturwissenschaft | Humboldt-Universität zu Berlin
Vom Blei zum Licht – der Fotosatz

17.00 Uhr
Wolfgang Coy | Informatik | Humboldt-Universität zu Berlin

Flexible Satzspiegel, flexibler Satz – 
die digitale Herausforderung

19.30 Uhr Abendvortrag
James Mosley | Typographie | University of Reading

Memories of Type

Freitag, 10. Juni 2016

9.30 Uhr
Oliver Hahn | Materialwissenschaft | Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung
Farbe auf Papier – materialwissenschaftliche Aspekte des Buchdrucks

10.30 Uhr
Nelly Gable | Stempelschnitt | Imprimerie nationale, Paris
Du barreau d’acier au caractère en plomb. La gravure de poinçons typographiques à l’Imprimerie nationale/Vom Stahlstäbchen zur Bleiletter. Der Stempelschnitt in der Imprimerie nationale (Übersetzung: Philipp Rehage, Freiburg)

11.30 Uhr
Fred Smeijers | Type Design | Hochschule für Grafik und Buchkunst, Leipzig
Counterpunch – making type in the sixteenth century, designing typefaces now

12.30 Uhr
MITTAGSPAUSE

13.30 Uhr
Annette Ludwig | Kunstgeschichte | Direktorin des Gutenberg-Museums Mainz
Perspektiven und Strategien musealer Bewahrung und Vermittlung des Buchdrucks

14.30 Uhr
Martin Grunwald | Neuropsychologie | Haptik-Forschungslabor, Universität Leipzig
Das Tastsinnessystem im Kontext digitaler Gestaltungs- und Entwurfsprozesse

15.30 Uhr
KAFFEEPAUSE

15.45 Uhr
Martin Z. Schröder | Typographie | Die Druckerey, Berlin
Bleisatz, Maßanzüge und Platinschmuck. Wie sich traditionelle Satztechnik als Distinktionsmerkmal erhält

16.45 Uhr
Erik Spiekermann | Typographie | Galerie P98a, Berlin
Vom Digitalen zum Analogen – neue Chancen für den Buchdruck?

17.45 Uhr
Abschlussdiskussion

Aktion „Bücher sagen Willkommen“: Über 15.000 Flüchtlinge mit Lern- und Leseecken erreicht

16. Mai 2016

Über 15.000 Flüchtlinge im gesamten Bundesgebiet haben inzwischen Zugang zu den Lern- und Leseecken der Aktion „Bücher sagen Willkommen“. Seit dem Start der Flüchtlingsinitiative der Buchbranche zum Weltbildungstag im September 2015 konnten zwischen Norden und Erding 25 Lern- und Leseecken eingerichtet werden. Die Angebote befinden sich in betreuten Räumen in Flüchtlingsunterkünften, Sprachschulen oder Beratungsstellen für Flüchtlinge. Sie sind bestückt mit Büchern, Karten, Filmen und CDs und sollen den Asylsuchenden einen einfachen Zugang zu Lern- und Lesematerialien ermöglichen. Buchhandlungen, Verlage und Buchkunden haben bisher 45.000 Euro für die Aktion gespendet, die vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels, der LitCam und der Frankfurter Buchmesse initiiert wurde. Die Initiative steht unter der Schirmherrschaft von Kulturstaatsministerin Monika Grütters und Navid Kermani, Träger des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels 2015.

Die komplette Pressemitteilung finden Sie hier.

Library Slam mit Bo Wimmer am 20.5. in der Universitätsbibliothek

13. Mai 2016

Wer darf mitmachen?

Jeder, der zu einem Buch aus der UB Marburg etwas präsentieren kann:

Die Beiträge dürfen eine Dauer von 8 bis 10 Minuten nicht überschreiten und haben eine Bedingung: Das Buch, über das erzählt wird, muss in einer der Bibliotheken der Philipps-Universität stehen. Wie die Slammer dabei die Gunst des Publikums gewinnen, ist freigestellt, möglich ist viel: durch die Entdeckung des kuriosesten Buches; durch einen Bericht eines Leseerlebnisses; durch eine Eigendichtung über das Buch; durch einen Dialog oder eine Argumentationsschlacht mit dem Buch …

Erlaubt ist: Das Buch dabei zu haben, daraus zu lesen und es in Aktion zu bringen. Für die Gewinner locken attraktive Preise.

Der Vorverkauf ist am 09.05. gestartet.

Veranstaltungsort ist die Universitätsbibliothek Marburg, Wilhelm-Röpke-Straße 4.

Verkohlte Schriftrollen entziffern

09. Mai 2016

Als im Jahr 79 n. Chr. der Vesuv ausbrach, begrub die Wolke aus Glut und Asche auch Papyrusrollen aus einer Bibliothek im benachbarten Herculanum unter sich. Wiederentdeckt wurden sie bereits vor 250 Jahren, doch konnte sie bislang niemand entziffern, denn die antiken Schriften sind so verkohlt, dass sie beim Öffnen sofort zerfallen würden. Nun ist es einer Forschergruppe gelungen, den Papyri Teile ihrer Inschriften zu entlocken, ohne sie zu entrollen. Die Forscher nutzten für ihr Experiment die „Europäische Synchrotronstrahlungsquelle“ in Grenoble.

Den Beitrag finden Sie noch bis zum 14.5. unter diesem Link in der ARTE Mediathek.

„Buch an Bord“ – Vorsicht Buch! und Condor holen Flugreisende in die Buchhandlung

02. Mai 2016

Mehr Bücher ins Gepäck und mehr Reisebegeisterte in die Buchhandlung – Vorsicht Buch!, die Kampagne der deutschen Buchbranche, und der Ferienflieger Condor starten gemeinsam die Sommer-Aktion „Buch an Bord“: Urlauber, die dieses Jahr im Juli und August mit Condor verreisen, erhalten ein zusätzliches Kilo Freigepäck für Bücher. Als Nachweis gilt ein Koffer-Aufkleber mit der Aufschrift „Buch an Bord“, der nur im Buchhandel vor Ort erhältlich ist. Buchhandlungen können die Aktion für sich nutzen und mit Büchertischen, Veranstaltungen und persönlicher Beratung Kunden für Reiseliteratur begeistern.

„Bücher und Urlaub gehören zusammen, und die passende Literatur findet man am besten durch qualifizierte, persönliche Beratung in der Buchhandlung, das wollen wir mit der Aktion ,Buch an Bord‘ vermitteln. Die Zusammenarbeit mit Condor ermöglicht es uns, diese Botschaft vielen Reisenden nahezubringen und dabei auch neue Käufergruppen in die Buchhandlung zu führen“, sagt Alexander Skipis, Hauptgeschäftsführer des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels. André Horn, Leiter Vertrieb Deutschland bei Condor, ergänzt: „Die Kooperation mit Vorsicht Buch! verbindet für uns ideal die beiden Welten des Fliegens und des Lesens. Wo lässt es sich besser lesen als im Urlaub. Daher war es für uns als Ferienflieger keine Frage, diese tolle Aktion zu unterstützen.“

Die komplette Pressemitteilung können Sie hier nachlesen.

Reaktionen von Menschen auf Fake-Buchtitel

29. April 2016

Die einen checken Instagram, die anderen knacken Rekorde bei Candy Crush und ab und an soll es auch vorkommen, dass in der U-Bahn ein Buch gelesen wird. Dass man aber nie alleine liest in der U-Bahn, zeigt „The Chortle“ in ihrem genialen Clip: Mit gefaktem Buch-Covern ganz unschuldig in der Bahn sitzen und die Reaktionen der Mitmenschen filmen – großartig! Mit Buchtiteln wie „Ass Eating Made Simple“ oder „Mein Kampf – For Kids“ und „Trump – The Art Of Fucking Your Daughter“ mit versteckter Kamera die U-Bahn-Mitleser provoziert:

(gefunden bei Business Punk)

Im Gespräch mit dem Literarischen Zentrum Göttingen

25. April 2016

Das Literarisches Zentrum Göttingen versteht sich selbst als ein „begehbares Feuilleton“ und ist als zentraler Lesungsort nicht mehr wegzudenken aus der niedersächsischen Stadt. Die Fäden für die Planung der vielseitigen Veranstaltungen des Zentrums laufen bei Anja Johannsen und Gesa Husemann zusammen.

Juliane, Bloggerin bei Litaffin, traf die beiden, um mit ihnen über Programmarbeit, Lesungsreihen, das Göttinger Publikum und die Vor- und Nachteile des Leseveranstaltungsbetriebs in einer mittelgroßen Stadt zu sprechen.
Das Gespräch können Sie hier nachlesen.

Doku: „Krimis und das dritte Reich“

21. April 2016

Dominique Manotti, Philip Kerr und Volker Kutscher sind drei Schriftsteller aus Europa, die sehr erfolgreich Krimis über eine Zeit schreiben, die bis heute noch nie Krimistoff war: das Dritte Reich. Die Nazi-Ära durfte bisher nicht Gegenstand von Unterhaltungsliteratur werden – so das unausgesprochene Tabu in Deutschland.

Die einstündige Dokumentation finden Sie in der Mediathek von ARTE.

156 Romane für Deutschen Buchpreis 2016 eingereicht

18. April 2016

Knapp einhundert deutschsprachige Verlage schicken ihre Kandidaten ins Rennen für den Deutschen Buchpreis 2016: 98 Verlage haben in diesem Jahr insgesamt 156 Romane eingereicht. 72 Verlage kommen aus Deutschland, 13 aus Österreich und 13 aus der Schweiz. Ihre Titel sind nun in der Auswahl für den deutschsprachigen „Roman des Jahres“ 2016.

Von den vorgeschlagenen Titeln stammen 89 aus dem aktuellen Frühjahrsprogramm, 53 weitere werden im Herbst auf den Markt kommen. 14 Titel sind bereits im vergangenen Herbst erschienen. Jeder Verlag kann maximal zwei Titel für den Deutschen Buchpreis einreichen. Darüber hinaus können bis zu fünf weitere Titel empfohlen werden. Die Empfehlungsliste umfasst dieses Jahr 84 Romane. Daraus können die Juroren weitere Titel beim Auswahlprozess anfordern.

Bei ihrer ersten gemeinsamen Sitzung haben die Jury-Mitglieder den freien Kritiker Christoph Schröder als ihren Sprecher bestimmt. Der Jury gehören außerdem an: Thomas Andre (Hamburger Abendblatt), Lena Bopp (Frankfurter Allgemeine Zeitung), Berthold Franke (Goethe-Institut Prag), Susanne Jäggi (Librium Bücher, Baden), Sabine Vogel (Berliner Zeitung) und Najem Wali (Autor und Kritiker, Berlin).

Die Jury kürt den Siegertitel in einem mehrstufigen Auswahlverfahren. Am 23. August 2016 erscheint die 20 Titel umfassende Longlist. Daraus wählen die Juroren sechs Titel für die Shortlist, die am 20. September 2016 veröffentlicht wird. Erst am Abend der Preisverleihung erfahren die sechs Autoren, wer von ihnen den Deutschen Buchpreis gewonnen hat.